Doppelstaatler: Das teure Pass-Dilemma

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Gemini AI

Der geplatzte Reisetraum

Die Vorfreude war riesig. Die 16-jährige Som wollte ihre Großmutter im kühlen Schweden besuchen. Alles war geplant, die Familie wartete. Doch dann fiel der Blick auf die Dokumente.

Sowohl ihr thailändischer als auch ihr deutscher Reisepass waren abgelaufen. Ein Schock für den Vater, der die Reise organisiert hatte. Was als Routine begann, wurde plötzlich zum bürokratischen Notfall.

Das Dilemma der zwei Pässe

Som besitzt zwei Staatsbürgerschaften, was eigentlich ein großer Vorteil ist. Sie kann theoretisch in beiden Welten frei reisen. Doch ohne gültige Papiere nützt dieses Privileg nichts.

Der Vater steht vor einer schweren Entscheidung. Muss er beide Dokumente erneuern oder reicht eines, um Geld zu sparen? Die Unsicherheit in der Familie ist groß, denn Fehler kosten hier viel Geld.

Die Falle am Flughafen

Viele Reisende unterschätzen die strengen Kontrollen der Fluggesellschaften. Wer am Check-in steht und keine gültige Einreiseerlaubnis für das Zielland vorweisen kann, bleibt am Boden.

Für Som bedeutet das: Sie muss der Airline beweisen, dass sie nach Schweden einreisen darf. Ein abgelaufener deutscher Pass reicht dafür keinesfalls mehr aus.

Warum der Thai-Pass allein nicht reicht

Könnte sie einfach nur den thailändischen Pass erneuern? Das wäre die günstigste Option. Doch damit kommt sie nicht ohne Weiteres nach Europa.

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ZUM ANGEBOT

Thailänder benötigen für Schweden ein Visum. Ohne dieses Visum im Reisepass wird die Fluggesellschaft sie gar nicht erst an Bord lassen. Die Reise wäre zu Ende, bevor sie begonnen hat.

Das Problem mit der Ausreise

Andersherum gedacht: Reicht nur der neue deutsche Pass? Damit käme sie nach Europa. Aber wie verlässt sie Thailand legal?

Da Som als Thailänderin im Land lebt, hat sie kein Einreisevisum in ihrem deutschen Pass. Die thailändische Immigration würde bei der Ausreise sofort stutzig werden und Probleme bereiten.

Die strengen Regeln 2026

Im Jahr 2026 sind die Grenzen digitaler denn je. Die Systeme in Europa und Thailand sind hochmodern und verzeihen keine Fehler mehr.

Beamte sehen auf ihren Bildschirmen sofort den Status des Reisenden. Improvisation oder das Hoffen auf Kulanz sind keine Strategien mehr, auf die man bauen sollte.

Das neue EU-Einreisesystem

Europa hat das Entry/Exit System (EES) voll eingeführt. Wer keinen EU-Pass hat, muss sich biometrisch erfassen lassen.

Som muss bei der Ankunft in Schweden Fingerabdrücke abgeben. Das System prüft automatisch, ob sie einreiseberechtigt ist und wie lange sie bleiben darf.

Die Strategie am Check-in

Die Lösung liegt in der strategischen Nutzung beider Dokumente. Am Check-in in Bangkok muss der deutsche Pass vorgelegt werden.

Er signalisiert der Airline: „Dieser Passagier darf visumfrei nach Schweden.“ Das Personal prüft das ETIAS und gibt grünes Licht für den Flug.

Die thailändische Passkontrolle

Wenige Schritte weiter, bei der Ausreisekontrolle, wechselt Som die Identität. Hier ist sie thailändische Staatsbürgerin.

Sie zeigt ihren thailändischen Pass vor. Der Beamte sieht, dass sie Bürgerin ist, und stempelt sie aus oder lässt sie durch die automatische Schranke.

Ankunft in Schweden

In Stockholm angekommen, nutzt sie wieder den deutschen Pass. Damit reist sie als Besucherin aus einem Drittstaat ein.

Sie darf ihre Großmutter besuchen. Der thailändische Pass bleibt währenddessen sicher in der Tasche verstaut.

Minderjährige auf Reisen

Da Som erst 16 Jahre alt ist, gelten besondere Schutzvorschriften. Reist sie allein, schauen Grenzbeamte noch genauer hin.

Der Schutz vor Kindesentführung wird international sehr ernst genommen. Dokumente müssen zweifelsfrei belegen, dass die Eltern der Reise zustimmen.

Die Zustimmung der Eltern

Experten raten dringend zu einem schriftlichen „Einverständniserklärung“. Beide Elternteile sollten unterschreiben und Kopien ihrer Ausweise beilegen.

Fehlt dieses Papier, kann die Reise am Zoll enden. Beamte haben das Recht, die Ein- oder Ausreise zu verweigern, bis die Situation geklärt ist.

Kostenfaktor Thai-Pass

Der Vater muss ins Portemonnaie greifen. Ein neuer thailändischer Pass mit fünf Jahren Gültigkeit kostet Gebühren.

Die Kosten liegen bei 1.000 Baht. Umgerechnet zum aktuellen Kurs von 36,7 Baht pro Euro sind das etwa 27,25 Euro. Ein überschaubarer Betrag für die Reisefreiheit.

Der Vergleich zum Visum

Würde Som nur den Thai-Pass nutzen, bräuchte sie ein Schengen-Visum. Dieses kostet derzeit 90 Euro Gebühr.

Das sind umgerechnet 3.303 Baht. Die Ersparnis gegenüber dem deutschen Pass ist gering, der bürokratische Aufwand für das Visum jedoch enorm.

Die Gefahr des Overstay

Ein großer Fehler wäre die Einreise nach Thailand mit dem deutschen Pass. Som bekäme nur eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung.

Nach 60 Tagen müsste sie ausreisen oder teuer verlängern. Als Thailänderin sollte sie sich niemals diesem Risiko und den Kosten von 1.900 Baht (ca. 51,77 Euro) aussetzen.

Rat der Community

Erfahrene Expats im Forum sind sich einig. Man sollte niemals am falschen Ende sparen, wenn es um Grenzübertritte geht.

Die klare Empfehlung lautet: Beide Pässe erneuern. Nur so behält Som ihre Rechte als Bürgerin beider Staaten und vermeidet Stress.

Zukunftssicherheit

Mit zwei neuen Pässen hat Som für die nächsten Jahre Ruhe. Sie kann jederzeit spontan reisen, ohne auf Visa warten zu müssen.

Die Investition in beide Dokumente ist auch eine Investition in ihre persönliche Freiheit als junge Erwachsene.

Schlussfolgerung

Es führt kein Weg daran vorbei: Beide Pässe müssen neu beantragt werden. Die Kombination ist der Schlüssel für problemloses Reisen.

Der Vater sollte die Kosten schlucken und die Dokumente schnellstmöglich besorgen. Nur so wird der Besuch bei der Oma in Schweden ein Erfolg.

Anmerkung der Redaktion:

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