BANGKOK, THAILAND – Nach einem Angriff in der Straße von Hormus treibt das thailändisch beflaggte Schiff Mayuree Naree weiter in einem aktiven Kampfgebiet, drei Besatzungsmitglieder werden noch vermisst. Die Königlich Thailändische Marine koordiniert mit Oman, Bahrain und internationalen Partnern, betont aber zugleich die Grenzen ihrer Befugnisse außerhalb thailändischer Gewässer.
Angriff, Drift, Rauchzeichen
Nach Angaben der Königlich Thailändischen Marine ist die Mayuree Naree seit dem Vorfall nicht vor Anker gegangen und driftete mit Strömung und Wind langsam Richtung Persischer Golf.
Die jüngsten Informationen deuteten demnach darauf hin, dass weiterhin Rauch vom Schiff zu sehen sei, ohne dass es sonst eine klare Bewegung oder neue Lageänderungen gebe.
20 Gerettete, drei Vermisste
Die Marine Omans brachte eine erste Gruppe von 20 Crewmitgliedern an Land, alle Geretteten seien in Sicherheit gewesen, einige hätten jedoch leichte Verletzungen erlitten.
Die thailändische Botschaft unterstützt nach Marineangaben nun bei Einreise- und Rückreiseformalitäten, während weiterhin Hilfe zur Rettung der verbleibenden drei Vermissten erbeten wird.
Diplomatie statt Einsatzbefehl
Konteradmiral Parach Rattanachaiyapan, Sprecher der Königlich Thailändischen Marine, sagte Angehörigen, Thailand habe über Verbindungsbeamte und Botschaften die Koordination mit regionalen Streitkräften und Partnern aufgenommen.
Der Marinechef habe zudem direkt Kontakt zum Befehlshaber der Königlichen Marine Omans gesucht, weil Thailand die Sicherheit thailändischer Staatsbürger nach eigener Darstellung „über alles“ stelle.
Warum die Rettung stockt
Die thailändische Seite verwies darauf, dass es sich weiterhin um eine aktive Kampfzone handle und die Konfliktparteien eine Schließung des Golfs angekündigt hätten, weshalb jede Operation eine neue Risikoabwägung erfordere.
Zugleich betonte der Marine-Sprecher, Oman verweigere Hilfe nicht, halte aber Neutralität und benötige für ein weiteres Vorgehen breitere Abstimmung, weshalb es zuletzt keinen Durchbruch gegeben habe.
Schäden am Schiff und Angst um die Vermissten
Auf Bildern seien nach Marineangaben Risse nahe der Wasserlinie, Schäden an der Backbordseite sowie Rauch am Heck hinter der Brücke erkennbar, was die Lage besonders kritisch mache.
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Die Vermissten hätten laut den bisher vorliegenden Informationen Aufgaben im Maschinen- und Technikbereich gehabt, deren Arbeitsbereiche typischerweise im Heck bei den Hauptantrieben liegen.
Warnungen an Reeder und die Frage der Verantwortung
Die Marine erklärte, sie habe mehrere Warnungen ausgesprochen und die Branche aufgefordert, die Straße von Hormus in dieser Phase „hohen Risikos“ zu meiden, weil das Gebiet gefährlich und außerhalb thailändischer Gerichtsbarkeit sei.
Parallel habe das Marine Department mit dem Schiffseigner gesprochen und ihn aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und eng mit Rettungsstellen zusammenzuarbeiten.
Weitere Schiffe im Gefahrenraum
Die Marine teilte mit, sie habe insgesamt vier thailändisch beflaggte Schiffe im Hochrisikogebiet identifiziert, während andere betroffene Einheiten bereits sicher eingelaufen seien.
Zusätzlich werde in drei Kategorien überwacht – thailändische Flagge, in Thailand registrierte und thailändisch besitzende Schiffe sowie ausländische Flaggen mit thailändischer Crew – und in diesem Rahmen seien noch drei relevante Schiffe im Persischen Golf festgestellt worden.
Grenzen der Zuständigkeit und internationale Regeln
Weil die Gewässer außerhalb thailändischen Territoriums liegen, könne die Marine nach eigener Darstellung vor allem bewerten, warnen und koordinieren, nicht aber vor Ort „anordnen“.
Die Entscheidung über Routen und Auslaufen liege letztlich bei Kapitän und Reederei, auch wenn die Schifffahrt dort nach internationalen Seerechtsregeln organisiert ist.



Nach jüngeren Berichten haben die Iraner begonnen die Straße von Hormus zu verminen. Was für eine böse Überraschung, oder? Wer konnte damit nur rechnen? Die Kriegsherren in Jerusalem und Washington D.C. jedenfalls nicht. Jetzt wird’s langsam richtig ernst.