BANGKOK, THAILAND – Die Wirtschaft hat Ende 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen, doch Experten warnen vor politischen Risiken nach der Wahl und einem spürbaren Knick im Tourismussektor zu Jahresbeginn 2026. Trotz besserer Daten sehen Ökonomen die Konjunktur auf einem schmalen Grat zwischen Investitionsschub und drohenden Verzögerungen im Staatshaushalt.
Stärkeres Wachstum zum Jahresende 2025
Der Nationale Wirtschafts- und Sozialentwicklungsrat (NESDC) und die Universität der Thai Chamber of Commerce meldeten nach Auswertung der Daten, dass die thailändische Wirtschaft 2025 mit unerwartet starkem Schwung abgeschlossen hat.
Am 16.02.2026 präsentierte Danucha Pichayanant die offiziellen Zahlen, wonach das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2,5 Prozent im Jahresvergleich und 1,9 Prozent zum Vorquartal zulegte, was für 2025 eine Wachstumsprognose von 2,4 Prozent und damit über der früher erwarteten Spanne von 1,8 bis 2,0 Prozent ergibt.
Investitionsboom als Wachstumstreiber
Der beschleunigte Jahresausklang wurde nach Angaben des NESDC vor allem von höheren Investitionen getragen, angetrieben durch deutlich erhöhte Budgetausgaben des Staates und mehr öffentliche Bauprojekte.
Parallel stützten regionale Konjunkturprogramme die Provinzen, während die privaten Investitionen im Schlussquartal um 6,5 Prozent zulegten und der Bau von Industrieanlagen nach erleichterten Genehmigungen um 12 Prozent ansprang, sodass der Bausektor zur zentralen Stütze des Wachstums wurde und neue Projekte noch vor Jahresende anliefen.
Handel, Dienstleistungen und Konsum ziehen an
Auch der Handels- und Dienstleistungssektor legte im vierten Quartal zu und wuchs um 6,8 Prozent, wobei insbesondere der Groß- und Einzelhandel von der stärkeren Binnennachfrage profitierte.
Auffällig stark stiegen zudem Kfz- und Motorradreparaturen um 31,6 Prozent, teils als Folge von Hochwasserschäden, sodass die Dienstleistungen die Konjunktur zusätzlich stützten, während private Konsumausgaben und staatliche Ausgaben die Inlandsnachfrage verbreiterten.
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Stabile Makrodaten, niedrige Inflation
Beim Eintritt in das Jahr 2026 präsentierte sich das makroökonomische Umfeld stabil, mit einer Arbeitslosenquote von 0,71 Prozent im vierten Quartal nach zuvor 0,76 und 0,88 Prozent in den Vergleichsquartalen, was auf eine allmähliche Verbesserung des Arbeitsmarkts hinweist.
Die Gesamtinflation blieb im dritten Quartal in Folge mit minus 0,5 Prozent negativ, während die Kerninflation im Schnitt bei 0,6 Prozent lag, und der Leistungsbilanzüberschuss von 0,9 Milliarden US-Dollar, Devisenreserven von 281,9 Milliarden US-Dollar sowie eine Staatsverschuldung von 12,45 Billionen Baht beziehungsweise 65,6 Prozent des BIP auf insgesamt robuste Rahmenbedingungen hindeuteten.
Politische Unsicherheit nach der Wahl
Trotz der besseren Zahlen warnte Danucha Pichayanant nach der Parlamentswahl am 8. Februar vor einer möglichen Wachstumsdelle, da sich die Regierungsbildung hinziehen könnte.
Sollte bis März oder Anfang April ein Kabinett stehen, wären Verzögerungen im Budgetprozess begrenzt, doch längere Blockaden könnten den Haushalt 2027 treffen, zumal Klagen gegen die Stimmzettel mit Barcodes die Gültigkeit der Wahl infrage stellen und neue Ausgaben um mehr als zwei Monate verschieben könnten.
Prognose 2026 und Rolle der Staatsbetriebe
Für 2026 sieht der NESDC ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,5 Prozent mit einem Mittelpunkt von 2,0 Prozent, getragen von einem erwarteten Plus bei privatem Konsum von 2,1 Prozent und Exporten von nun prognostizierten 2,0 Prozent statt zuvor befürchteten Rückgängen.
Der Spielraum des Staates soll sich durch um 7 bis 8 Prozent steigende Ausgaben und geplante Investitionen der Staatsunternehmen von rund 92 Milliarden Baht im vierten Quartal 2026 vergrößern, sodass späte Auszahlungen notfalls als Puffer gegen politische Verzögerungen dienen können.
Fast Pass und Investitionen, Wasser für die Landwirtschaft
Mit dem Programm „Thailand Fast Pass“ will die Regierung Genehmigungen für Investitionen, insbesondere in Kapitalgüter, Maschinen und Flächen in Industriegebieten, beschleunigen, um private Projekte schneller in die Umsetzung zu bringen.
Gleichzeitig liegen die Stauseen laut den Planern nahe an der Vollauslastung und geben damit der Landwirtschaft eine vergleichsweise sichere Ausgangslage, während zusätzliche Investitionsprojekte gegen externe Unsicherheiten absichern sollen.
Tourismusschwäche zu Jahresbeginn 2026
Der Tourismussektor sendet jedoch widersprüchliche Signale, denn obwohl der NESDC für 2026 mit 35 Millionen ausländischen Besuchern und Einnahmen von 1,65 Billionen Baht bei durchschnittlich 47.000 Baht Ausgaben pro Reise rechnet, zeigen die frühen Zahlen einen Rückgang.
Zwischen 01. Januar und 15. Februar 2026 kamen lediglich 5,07 Millionen ausländische Gäste, was einem Minus von 7,59 Prozent im Jahresvergleich entspricht und die Annahmen einer kräftigen Erholung infrage stellt, wobei die Experten zugleich auf einen hohen Vergleichswert aus 2025 verweisen, als die Ankünfte nach Sicherheitsproblemen rund um birmanische Betrugszentren und verschwundene chinesische Staatsbürger eingebrochen waren.
Externe Risiken und Kredithürden
Neben dem Tourismusrückgang verweist der NESDC auf anhaltende globale Risiken durch volatile Märkte, hohe Schuldenquoten vieler Handelspartner und zunehmende geopolitische Spannungen, die den Außenhandel belasten könnten.
Im Inland halten hohe Haushaltsschulden Banken und andere Finanzinstitute zu vorsichtiger Kreditvergabe an, insbesondere bei Auto- und KMU-Darlehen, während extreme Hitze die Ernten bedroht und der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU die Ausfuhren von Stahl, Aluminium und Zement unter zusätzlichen Anpassungsdruck setzt.
Lob der Wirtschaft und Rolle der Regierung
Die Thai Chamber of Commerce begrüßte die Zahlen zum vierten Quartal und verwies am 16.02.2026 durch Dr. Poj Aramwattananon auf die deutliche Beschleunigung gegenüber dem dritten Quartal, das nur um 1,2 Prozent gewachsen war.
Die Kammer schätzt das Gesamtwachstum für 2025 nun auf 2,4 Prozent und führt die bessere Dynamik auf Konjunkturpakete, beschleunigte Mittelabflüsse, das Projekt „Half-Price Plus“, raschere Investitionsfreigaben über das Board of Investment sowie erweiterte Handelsgespräche mit den USA und China zurück, die unter Premierminister Anutin Charnvirakul und seinem Stellvertreter sowie Finanzminister Dr. Ekniti Nitithanprapas die Produktion in Industrie und Dienstleistungen gestützt hätten.
📊 Aufschwung oder nur kurze Atempause?
2,4% Wachstum zum Jahresende – doch Tourismus bricht zu Jahresbeginn ein, die Schuldenquote bleibt hoch und politische Unsicherheit wirft Schatten auf 2026.
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Ich bin ja kein Wirtschaftsexperte, aber wie sollen sich die Exporte erholen, wenn der THB stündlich eine Wertsteigerung erfährt? Und wie will Bangkok diesen THB-Hype NUN erklären? Bis vor kurzem hieß es, der Baht steigt, weil der Goldpreis steigt. Nun ist Gold abgerutscht, aber der THB steigt trotzdem weiter? Leute, wir werden doch sowas von verarscht, das kenne ich eigentlich nur aus den Regierungskreisen aus Berlin….