Fast 600 Feuerstellen Thailandweit – Neue Smog-Welle droht

Fast 600 Feuerstellen Thailandweit – Neue Smog-Welle droht
Photo by Abhishek Sachan on Unsplash

BANGKOK – Neue Satellitendaten zeichnen ein dramatisches Bild: In nur drei Tagen wurden in Thailand bis zu fast 600 Brandherde registriert. Besonders die landwirtschaftlichen Regionen glühen. Die Nachbarländer kämpfen mit einem noch schlimmeren Inferno.

Bis zu 596 Feuer an einem Tag

Die Zahlen der Weltraumbehörde GISTDA sind alarmierend. Das VIIRS-System des Suomi-NPP-Satelliten spürte am 30. Januar ganze 596 Hotspots auf. Am 31. Januar waren es immer noch 573, bevor die Zahl am 1. Februar auf 314 sank. Ein klarer Trend ist erkennbar: Die Hauptlast der Brände liegt in der Landwirtschaft.

„Die Daten zeigen deutlich, wo die Problematik am größten ist“, kommentiert ein Umweltbeamter die Auswertung.

Wo die Brände wüten

Die Verteilung der Brandherde ist aufschlussreich. Am 30. Januar lagen 243 Hotspots in landwirtschaftlichen Gebieten. Weitere 179 wurden in SPK-Landreformzonen entdeckt.

Auch die Wälder leiden: 83 Feuer in nationalen Schutzwäldern und 27 in Naturschutzgebieten. Selbst entlang von Schnellstraßen brannte es an sieben Stellen. Dieses Muster setzte sich in den Folgetagen fort. Die Landwirtschaft bleibt der größte Brandherd, gefolgt von den Forstgebieten.

Warum brennt es so häufig?

Experten machen vor allem die traditionelle Feldbearbeitung verantwortlich. Viele Bauern verbrennen nach der Ernte ihre Abfälle und Stoppeln, um den Boden für die neue Saat vorzubereiten. Diese kontrollierten Brände geraten oft außer Kontrolle. Trockenheit und Wind verwandeln sie dann in gefährliche Flächenbrände.

Die dicke Rauchbelastung führt zudem zu massiven Gesundheitsproblemen und verschlechterter Luftqualität in weiten Teilen des Landes.

Nachbarländer noch schlimmer betroffen

Ein Blick über die Grenze zeigt: Thailand ist nicht allein. In Kambodscha wurden am 1. Februar 1.916 Hotspots registriert – ein wahrer Flächenbrand. Auch Myanmar (bis zu 753) und Laos (bis zu 359) kämpfen mit hunderten Feuern.

Diese grenzüberschreitende Rauchschwade wird zu einem regionalen Umweltproblem. Die Luftqualität in Nordthailand sinkt dadurch regelmäßig auf gefährliche Werte.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Was tun gegen die Feuer-Invasion?

Die Behörden sind alarmiert. Das Umweltministerium erhöht die Überwachung und appelliert an die Landwirte, auf das Abbrennen zu verzichten. Doch ohne praktikable Alternativen und strengere Strafen wird sich an der Praxis wohl wenig ändern. Die Gesundheitskosten durch den Feinstaub sind immens.

Für die Bevölkerung bedeutet das: Noch mehr Tage mit Atemmasken und eingeschränkter Sicht. Der Kampf gegen die Brände ist noch lange nicht gewonnen.

Thai Enquirer Facebook

🔥 Brennt sich Thailand in die nächste Smog-Krise?

Innerhalb weniger Tage werden Hunderte Brandherde registriert – viele davon in Landwirtschafts- und Waldgebieten. Experten warnen, dass solche Feuer die Luftqualität massiv verschlechtern können.
Braucht es strengere Strafen gegen illegales Abbrennen – oder fehlen schlicht wirksame Kontrollen?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thai Enquirer Facebook

5 Kommentare zu „Fast 600 Feuerstellen Thailandweit – Neue Smog-Welle droht

  1. Ich habe mich immer gefragt warum es möglich war, wegen CoVid, ganz Thailand in 3 Tagen stillzulegen, es aber unmöglich ist, daß Brennen in den Griff zu bekommen. Es liegt an der gesellschaftlichen Akzeptanz. Wenn meine Nachbarn ihren Müll tagtäglich verbrennen denken Sie sich nichts dabei. Das ist so normal wie auf’s Klo zu gehen, selbst für die Polizei und den Ortsvorsteher. Hier muß Thialand ein ganz dickes Brett bohren. Und das mit Kreng Jai und all den anderen gesellschaftlichen Zwängen. Es wird lange dauern. 1 – 2 Generationen.

  2. Es fehlen schlicht Kontrollen, die Regierung und Polizei unternimmt nichts. Alles nur bla bla und nichts passiert.
    Die Thai sind auch absolut lernresistent.
    Das ist auch im Strassenverkehr, ohne Roadtax ohne Führerschein kein Helm nichts passiert.
    Die Strafen müssen so richtig weh tun, sonst lernen es die Thai nie. Gefordert ist die Polizei dies auch umzusetzen.

    1. Jeder Polizist oder Dorfvorsteher ist involviert. Hat Familie, die ihre Reis- oder Zuckerrohrfelder abbrennen. Man geht nicht gegen seine eigenen Leute vor. Das geht wirklich nur über Aufklärung…und das wiederum kann dauern.

  3. Zitat aus dem Bericht : „Diese kontrollierten Brände geraten oft außer Kontrolle.“
    Das stimmt leider. Ein „kontrolliertes“ Feuer hat letztes Jahr einen Grossteil der Baumplantage meiner Frau verbrannt. Ist natuerlich keiner gewesen, Khun Thai macht ja niochts falsch, der Schaden blieb bei uns haengen.
    Weiteres Zitat : „Das Umweltministerium erhöht die Überwachung und appelliert an die Landwirte, auf das Abbrennen zu verzichten.“ NICHT ueberwachen – HANDELN. Von den Satellitenbildern weiss man genau wo die Brandherde sind. Warum werden da nicht Leute hingeschickt um die Verursacher – Eigentuemer der Felder – zu sanktionieren. Appelle perlen an den sturen – oder lernresistenten Landwirte – ab wie Wasser an einer Ente.
    Die sagen : Das Abbrennen wird seit tauenden Jahren gemacht – und in tausenden Jahren wird es immer noch so sein.
    Im Uebrigen schliesse ich mich den Meinungen der anderen Kommentatoren vollstaendig an.

  4. In Nord Deutschland haben wir auch unsere Tradition. Silvester das knallen. Ostern das Osterfeuer. Also viel besser sind wir auch nicht.

Schreibe einen Kommentar zu Peter D. Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert