BANGKOK – Ein erstickender Feinstaub-Teppich legt sich über das Land. Die Behörden warnen vor einer sich verschärfenden Luftverschmutzung bis zum 25. Januar. In Bangkok kämpfen bereits 15 Bezirke mit gesundheitsgefährdenden Werten.
Smog-Alarmstufe Orange in ganz Bangkok
Die Lage ist kritisch. Bezirke wie Ratchathewi, Pathumwan und Sathon melden Luftqualität der Stufe Orange – gesundheitsschädlich für alle.
Die Prognosen der Behörden sind düster: Bis mindestens Samstag sollen die PM2.5-Werte landesweit weiter ansteigen. Besonders betroffen sind Bangkok, die Zentralregion, der Norden und Nordosten.
Nur der Süden des Landes atmet vorerst noch relativ saubere Luft. Für alle anderen Regionen gilt: Gefahr im Anzug.
Nordost-Thailand ist Spitzenreiter der Verschmutzung
Die schlimmsten Werte werden aktuell im Nordosten gemessen. In einigen Gebieten kletterte die Konzentration des ultrafeinen Staubs auf 66 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Zum Vergleich: Der thailändische Grenzwert liegt bei 50 µg/m³, die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt maximal 15 µg/m³. Die Belastung ist also viermal höher als empfohlen.
Auch die Zentralebene und der Norden überschreiten die Grenzwerte flächendeckend. Eine Besserung ist nicht in Sicht.
Bevölkerung leidet massiv unter Umweltproblemen
Eine neue Umfrage des Thailand Environment Institute (TEI) bestätigt das Gefühl der Bevölkerung. Über 88% der Befragten geben an, mittlere bis schwere Auswirkungen durch Umweltprobleme zu spüren.
An der Spitze der Sorgen steht mit 42% klar die Luftverschmutzung. Danach folgen der Klimawandel (22%) und das Müllproblem (15%).
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„Die Menschen spüren die Krise jeden Tag in ihrer Lunge“, kommentiert ein Experte die eindeutigen Zahlen.
Forderung nach einem „Clean Air Act“ wird lauter
Angesichts der anhaltenden Krise wird der Ruf nach einem spezielen Reinluft-Gesetz immer lauter. Die TEI wird den Vorschlag für einen „Clean Air Act“ der nächsten Regierung vorlegen.
Weitere zentrale Forderungen der Bürger sind ein integriertes Wassermanagement und Zero-Waste-Systeme. Die Umweltpolitik wird zum Wahlkampfthema.
Der TEI-Direktor Wijarn Simachaya betont, dass die Menschen konkrete Lösungen von der Politik erwarten. Leere Versprechen reichen nicht mehr aus.
Was Sie jetzt tun müssen
Die Behörden raten vor allem Risikogruppen wie Kindern, Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen, anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
Das Tragen einer ordentlichen FFP2-Maske draußen wird dringend empfohlen. Luftreiniger in den eigenen vier Wänden können die Belastung reduzieren.
Halten Sie die Fenster geschlossen, wenn die Außenluft schlecht ist. Verzichten Sie, wenn möglich, auf das Auto und nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel.
Krise mit Ansage
Die jährliche Smog-Saison ist keine Überraschung mehr. Sie ist eine wiederkehrende Katastrophe, die jedes Jahr tausende Menschen ins Krankenhaus bringt.
Bis tiefgreifende politische Maßnahmen greifen, bleibt den Bürgern nur die eigene Vorsorge. Die Luft zum Atmen wird in Thailand zum knappen Gut.
Der Countdown bis zum 25. Januar läuft – und mit ihm die Sorge um die Gesundheit einer ganzen Nation.
🗣 Wenn die Luft krank macht
Thailand diskutiert über Wirtschaft, Wahlen und Wachstum – doch Millionen Menschen können nicht einmal frei atmen. Feinstaub ist kein Naturereignis, sondern ein politisches Versagen auf Raten.
Solange saubere Luft kein Grundrecht ist, bleibt jede Smog-Warnung nur ein weiteres Symptom eines Problems, das längst chronisch geworden ist.




Wenn man bedenkt, dass der Feinstaub nur einer von vielen Schadstoffen ist die wir alle tagtäglich in Luft blasen. Und wenn dann die um diese Jahreszeit üblichen Inversionswetterlagen den Dreck auch noch in den bodennahen Luftschichten hält, dann wird das auch im schlechtesten Sinne unmittelbar erlebbar. Dann ist das jammern und klagen groß. Pseudo- und Scheinmaßnahmen auf die Schnelle verkünden und es ändert sich dementsprechend rein gar nichts. Es sind ja auch immer nur die anderen und selber kann man ja angeblich eh nichts dagegen machen. Zugegeben es ist schwierig in einer Gesellschaft, die auf Harmonie gründet und in der man möglichst niemanden auf die Zehen treten darf, Maßnahmen zu treffen die wirklich helfen könnten. Dazu dann gleich noch eine von Korruption durchdrungene Hierarchie welche sämtliche Effizienz im Keim zu ersticken scheint.
Und so bleibt alles wie es immer schon war. Naja, vielleicht ändert sich doch noch was. Es könnte ja noch schlimmer werden. Und so beobachtet man wie sich die verkrusteten Strukturen im Land sich mehr und mehr selber blockieren. Bis einem dann irgendwann wirklich die Luft zum atmen völlig fehlt.
Was bleibt ist eigentlich nur sein höchsteigenes Verhalten zu hinterfragen und entsprechende Schlüsse zu ziehen. Das mag aktuell zwar nicht wirklich irgendwas verbessern, aber man kriegt wenigsten mit gutem Gewissen keine Luft mehr. Ist ja auch was, oder?
Wahre Worte. Gebetsmuehlenartig werden immer wieder Artikel veroeffentlicht wie schlimm doch die Luftverschmutzung ist. Es wird appelliert und geraten – aber effektive Handlungen bleiben aus.
Kurzfristig anberaumte Massnahmen haben bestenfalls eine Alibifunktion und verpuffen wirkungslos. So ist und bleibt die Umwelt- und Luftverschnutzung eine „never ending Story“.