KANCHANABURI – Eine routinemäßige Verkehrskontrolle am Highway endete mit einem spektakulären Fund. In einem geschlossenen Pick-up entdeckten Beamte einen flüchtigen 20-Jährigen – gesucht in acht Betrugsverfahren!
Verkehrskontrolle wird zur Verbrecherjagd
Auf Befehl der Chefs der Verbrechensbekämpfungs- und der Highway-Polizei führte eine Streife am 1. Januar 2026 eine Kontrolle auf der Highway 346 in Tha Maka durch.
Ein geschlossener Pick-up wurde angehalten. Der Fahrer, ein Herr Weerawat, gab an, private Gegenstände zu transportieren. Doch die Beamten wurden misstrauisch.
Bei der Durchsuchung des Laderaums fanden sie nicht nur Gepäck, sondern zwei versteckte Personen. Eine davon: der 20-jährige Siriwanchai, landesweit gesucht.
Acht Haftbefehle und Millionen-Schaden
Eine sofortige Überprüfung ergab: Drei laufende Haftbefehle lagen gegen den jungen Mann vor. Insgesamt sind es sogar acht.
Fünf Fälle sind bereits vor Gericht, drei waren neu. Der aktuelle Haftbefehl des Jugendgerichts Surat Thani datiert vom 14. März 2025.
Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Betrug an der Öffentlichkeit und das Einspielen falscher Computerdaten, die dem Publikum schaden.
Die Masche: Bankkonto für 300 Baht vermietet
Die Karriere des mutmaßlichen Betrügers begann früh. Bereits 2021, als er minderjährig war, soll ein älterer Bekannter aus seinem Heimatdorf in Pathum Thani ihn angesprochen haben.
Das Angebot: 300 Baht (ca. 7,50 Euro) für die Eröffnung eines Bankkontos. Siriwanchai willigte ein, der Bekannte verschwand.
Später stellte sich heraus: Das Konto und weitere in seinem Namen wurden von organisierten Betrüger-Netzwerken für Online-Betrug im Millionenwert genutzt.
Fünf Mal schon auf Kaution frei gekommen
Nachdem er zu Verwandten nach Nakhon Pathom gezogen war, wurde er mehrfach festgenommen. Fünf der acht Fälle sind bereits in der gerichtlichen Bearbeitung.
Jedes Mal kam er gegen Kaution wieder frei. Diesmal sollte die Flucht in einem abgeschlossenen Laderaum helfen – doch das Manöver scheiterte kläglich.
„Bei der Befragung gestand er alle Anklagepunkte“, so die Polizei. Er wurde umgehend an das Jugendgericht in Surat Thani überstellt.
Jagd auf die Hintermänner läuft weiter
Die Polizei betont, dass die Ermittlungen längst nicht abgeschlossen sind. Im Fokus steht nun die Zerschlagung des gesamten Netzwerks.
Es geht darum, die Drahtzieher zu finden und weitere Opfer des Betrugsrings zu identifizieren. Die Schadenssumme geht in die Millionen Baht.
Dieser Fall zeigt das perfide System der Banden: Sie ködern oft junge, finanzschwache Menschen, um an „saubere“ Konten für ihre krummen Geschäfte zu kommen.
Warnung an Jugendliche und Eltern
Die Behörden nutzen den Fall für eine eindringliche Warnung. Die Weitergabe von Bankkonten oder SIM-Karten ist kein Kavaliersdelikt, sondern schwere Beihilfe.
Jugendliche sollten niemals auf solche „schnellen Geld“-Angebote hereinfallen. Die strafrechtlichen Konsequenzen können das Leben nachhaltig ruinieren.
Eltern sind aufgefordert, ihre Kinder über diese Gefahren aufzuklären. Der 20-Jährige aus Kanchanaburi ist ein trauriges Beispiel dafür, wie eine dumme Entscheidung die Zukunft zerstören kann.
🗣 Wie leicht wird man Teil eines Verbrechens?
300 Baht für ein Konto – und plötzlich läuft ein ganzes Betrugsnetz über deinen Namen.
Reicht Unwissen als Ausrede, wenn Millionen verschwinden?
Oder zeigt der Fall, wie gefährlich leichtfertige Entscheidungen im digitalen Zeitalter werden können?
Was müsste sich ändern, damit solche Strukturen früher gestoppt werden?



