TRANG – Ein dreister Diebstahl erschüttert das Vertrauen in eine kommunale Einrichtung. Ein Mitarbeiter des städtischen Pfandhauses in Trang hat systematisch Gold seiner eigenen Kunden gestohlen. Der Schaden soll bei über fünf Millionen Baht liegen.
Safe war unversehrt – Täter hatte den Schlüssel
Die Ermittlungen begannen, nachdem am 6. Januar über 200 Goldschmuckstücke aus einem Safe verschwunden waren. Bei einer Routineüberprüfung stellten Mitarbeiter den massiven Verlust fest.
Das Entscheidende: Es gab keine Spuren eines Einbruchs. Der Safe war völlig unversehrt. Nur zwei autorisierte Mitarbeiter hatten Zugang zu den Schlüsseln.
Die letzte Inventur im Dezember hatte noch keinerlei Unregelmäßigkeiten ergeben. Der Diebstahl muss sich danach ereignet haben.
Täter gesteht ausgeklügeltes System
Die Spur führte schnell zu einem der Schlüssel-Inhaber: Nitiphon Lensin. Bei der Vernehmung gestand der Pfandhaus-Angestellte den Diebstahl.
Seine Methode war ausgeklügelt: Er entnahm Goldstücke aus dem Safe und verpfändete sie in anderen Pfandhäusern der Umgebung.
Dabei wählte er gezielt Schmuckstücke aus, deren eigentliche Besitzer sie voraussichtlich nicht schnell auslösen würden.
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So versuchte er, entdeckt zu werden
Bevor die Frist für die ursprünglichen Besitzer ablief, löste Nitiphon die gestohlenen Stücke selbst wieder aus. Er brachte sie zurück in das städtische Pfandhaus, um Spuren zu verwischen.
Anschließend stahl er neue Stücke und wiederholte den Vorgang. Ein teuflischer Kreislauf, der ihm über einen gewissen Zeitraum unentdeckt bleiben ließ.
In seinem Geständnis sprach er von nur etwa 30 gestohlenen Teilen im Wert von einer Million Baht (ca. 25.000 Euro).
Polizei glaubt dem Täter nicht
Die Ermittler zeigen sich von dieser Version äußerst skeptisch. Die Anzahl der vermissten Gegenstände und der geschätzte Gesamtschaden sind weitaus höher.
Die Behörden gehen von einem Schaden von über fünf Millionen Baht (ca. 125.000 Euro) aus. Das Pfandhaus musste vorübergehend geschlossen werden.
„Wir untersuchen, ob es weitere Mittäter gab und wie groß der Diebstahl wirklich war“, so ein Polizeisprecher.
Kundin in Sorge – Pfandhaus verspricht Aufklärung
Die Nachricht vom Diebstahl sorgt bei Kunden für große Verunsicherung. Viele fürchten um ihre hinterlegten Wertgegenstände.
Die Leitung der Einrichtung versucht zu beruhigen und verspricht eine lückenlose Aufklärung. Das Pfandhaus bleibt bis mindestens 12. Januar geschlossen.
„Die Bürger sollen sich keine Sorgen machen. Wir ermitteln genau und werden den vollen Umfang klären“, heißt es von offizieller Seite.
Systematischer Vertrauensmissbrauch
Der Fall zeigt ein massives Sicherheitsversagen. Ein Mitarbeiter nutzte sein internes Wissen und seine Zugangsberechtigung für kriminelle Machenschaften aus.
Es handelt sich um einen klaren Vertrauensbruch gegenüber der Kommune und vor allem gegenüber den Kunden, die in Notlagen ihr Eigentum anvertrauten.
Die Polizei prüft nun auch die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollmechanismen in der Einrichtung, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.
🗣 Wenn der Hüter zum Täter wird
Kein Einbruch. Kein Gewaltakt. Nur ein Schlüssel – und jemand, dem man vertraut hat.
Was passiert, wenn genau jene, die Vermögen schützen sollen, selbst zugreifen?
Ist das ein Einzelfall – oder nur das, was endlich aufgeflogen ist?
Und wie sicher sind eigentlich die Werte, die Bürger staatlichen Stellen anvertrauen?
Sag offen: Würdest du nach so einem Fall noch ruhig schlafen, wenn dein Gold dort läge?



