Mega-Flut in Südthailand (Video)

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Khaosod

HAT YAI, THAILAND – Historische Regenfälle haben im tiefen Süden Thailands weite Landstriche überflutet und zehntausende Menschen in Not gebracht. Die seit Mitte November anhaltenden Monsunregen verwandelten vor allem die Stadt Hat Yai in eine großflächige Überschwemmungszone, mehrere Provinzen wurden zu Katastrophengebieten erklärt.

Heftigster Niederschlag seit über 300 Jahren

Nach Angaben von Meteorologen löste eine ungewöhnlich starke Monsun-Tiefdruckrinne den heftigsten Regen in der Region seit über 300 Jahren aus. Seit etwa dem 19. November 2025 verschärfte sich die Lage täglich.

Die Behörden warnten, dass die Starkregen mindestens bis zum 25. November anhalten sollten. Damit steigt das Risiko weiterer Sturzfluten und Überflutungen von bereits stark angeschwollenen Flüssen in den betroffenen Provinzen.

Historische Überschwemmungen im Süden Thailands
The Pattaya News

Hat Yai als Rotzone – ganze Dörfer evakuiert

Im Zentrum der Krise steht die Provinz Songkhla. Die Handelsmetropole Hat Yai wurde zur Rotzone erklärt, offiziell als Katastrophengebiet mit höchster Warnstufe. Aus 103 Dörfern ordneten die Behörden dringende Evakuierungen an.

In der Nacht zum 22. November drangen die Fluten bis in das Stadtzentrum vor. Die wichtige Petchkasem Road vor dem Gebäude der Provinzpolizei stand unter Wasser, Anwohner und Touristen saßen in kniehohen Wassermassen fest. Augenzeugen berichteten von Familien, die durch trübes Wasser wateten, um Habseligkeiten zu retten, während Fahrzeuge in den Fluten zurückgelassen wurden.

Mehrere Provinzen betroffen – Gefahr von Erdrutschen

Das Hochwasser beschränkte sich nicht auf Hat Yai. In der Nachbarprovinz Trang kämpften acht Bezirke mit über die Ufer getretenen Flüssen. Viele Bewohner brachten Wertgegenstände in höher gelegene Häuser und Gebäude in Sicherheit.

In Phatthalung wurden fünf Bezirke offiziell zu Katastrophengebieten erklärt, mit Warnungen vor lang anhaltenden Überschwemmungen in tief liegenden Gemeinden. Weiter südlich standen auch die Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat, Nakhon Si Thammarat und Satun unter Druck.

Sturzfluten in engen Tälern und Flussläufen
Erdrutsche in Hanglagen
Überflutungen entlang der Küste des Golfs von Thailand durch isolierte, sehr starke Regenfälle

Historische Überschwemmungen im Süden Thailands
The Pattaya News

Ursachen: Kombination seltener Wetterfaktoren

Die thailändische Behörde für Bewässerung (Royal Irrigation Department) führte die Flutlage auf ein Zusammenspiel mehrerer seltener Faktoren zurück. Ein anhaltendes Tiefdruckgebiet verstärkte den Nordostmonsun, gleichzeitig strömten Wassermassen aus den Grenzregionen Malaysias in die Flusssysteme im Süden.

Dadurch wurden Entwässerungssysteme überlastet, die ursprünglich für deutlich schwächere Ereignisse ausgelegt waren. In Hat Yai wurde am 21. November der höchste Tagesniederschlag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen, mehrere wichtige Wasserläufe traten über die Ufer.

Regierung reagiert mit Großaufgebot

Die Regierung in Bangkok setzte auf einen kombinierten Ansatz aus Soforthilfe und längerfristigen Maßnahmen. Premierminister Anutin Charnvirakul reiste am 23. November persönlich nach Hat Yai, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Er verteilte Hilfspakete an vom Hochwasser betroffene Familien und ließ überflutete Viertel per Boot inspizieren. „Der Süden hat unsere volle Unterstützung, wir werden unsere Bevölkerung nicht alleinlassen“, sagte Anutin. Er ordnete eine beschleunigte Wasserableitung, verpflichtende Evakuierungen in Hochrisikogebieten sowie schnelle finanzielle Hilfszahlungen an betroffene Haushalte an.

Provinzbehörden und Gesundheitsministerium im Dauereinsatz

Auf Provinzebene berief Songkhla-Gouverneur Rattasart Chidchoo eine Dringlichkeitssitzung des Disaster Command Centre ein. Dort wurden der Einsatz von über 500 Einsatzkräften für Rettungsoperationen und die Verstärkung von Schutzdämmen mit schwerem Gerät beschlossen.

Das Gesundheitsministerium aktivierte unter Leitung seines Ministers Notfallpläne, nachdem Flutwasser in das Hat Yai Hospital eingedrungen war. Patienten wurden verlegt, außerdem verteilte das Ministerium Wasserreinigungstabletten, um Krankheiten durch verunreinigtes Wasser vorzubeugen.

PRD

Nationale Koordination und Warnsysteme

Landesweit lief eine enge Koordination aller beteiligten Stellen. Die Royal Irrigation Department pumpte Wasser aus Kanälen und Stauseen mit maximaler Kapazität ab.

Das National Water Resources Office gab Echtzeit-Warnungen für besonders gefährdete Regionen wie Nakhon Si Thammarat und Pattani heraus. Dort rechneten Experten weiter mit starken Regenfällen und lokal begrenzten, aber gefährlichen Überflutungen.

Die Lage im tiefen Süden Thailands blieb damit hochkritisch, weitere Entwicklungen hingen wesentlich vom Verlauf des anhaltenden Monsuns ab.

🗣 Naturgewalt oder Staatsversagen?

Ist dies nur ein extremes Wetterereignis – oder zeigt die Flut, wie schlecht Thailand vorbereitet ist? Brauchen wir bessere Warnsysteme, stärkere Infrastruktur oder ganz neue Strategien? Was meint ihr?

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Quelle: The Pattaya News