Internationale Fahndung endet in Bangkoker Villa

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The Nation

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Einwanderungsbehörde hat zwei international gesuchte Betrugsverdächtige festnehmen lassen und geht auf der Ferieninsel Koh Phangan gegen mutmaßlich illegale Geschäftsstrukturen bei Luxusvillen vor.

Polizei präsentiert Ermittlungserfolge

Der Kommissar des Immigration Bureau, Pol Lt Gen Panumas Boonyalug, gab am Donnerstag, 8. Januar, in Bangkok den Stand mehrerer großer Verfahren bekannt. Im Fokus stehen die Festnahme zweier ausländischer Staatsbürger, die in ihren Heimatländern wegen Betrugs gesucht wurden, sowie eine laufende Operation gegen angebliche Nominee-Strukturen.

Nach Angaben des Immigration Bureau hatten die Ermittlungen in allen Fällen eine enge Zusammenarbeit mit ausländischen Vertretungen und anderen thailändischen Sicherheitsbehörden umfasst.

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Chinesischer Betrugsverdächtiger in Luxuswohnanlage gestellt

In einem Fall erhielten Spezialermittler einen Hinweis auf einen chinesischen Staatsbürger, der sich unauffällig in einer Luxuswohnanlage im Bangkoker Stadtteil Krungthep Kreetha aufhielt und ein teures Fahrzeug nutzte. In Abstimmung mit der Botschaft der Volksrepublik China identifizierten die Beamten den Mann als Zeng (34), der in China wegen gemeinschaftlichen Betrugs gesucht wurde.

Laut Ermittlern soll der Verdächtige eine Scheinfirma gegründet haben, um Opfer mit angeblichen Investmentangeboten zu ködern. Der bislang gemeldete Schaden liege bei rund 1.100.000 Yuan. Als Operationsbasis sei ein Gebäude in der Stadt „Mansiu“ in Myanmar genutzt worden, bevor Zeng nach Thailand geflohen sei.

Visum widerrufen

Das Immigration Bureau widerrief nach eigenen Angaben das Visum, erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss und nahm Zeng in dem Haus fest. Die Beamten gehen davon aus, dass er Teile der angeblichen Betrugsgewinne nach Thailand transferierte, um Vermögenswerte zu erwerben.

Sichergestellt wurden ein Toyota Alphard mit sogenanntem Spezialkennzeichen im Wert von rund 3 Millionen Baht, registriert auf den Namen des Verdächtigen. Zudem prüfen die Ermittler die Eigentumsverhältnisse des durchsuchten Hauses im geschätzten Wert von 20 Millionen Baht, um mögliche Vermögensspuren zu klären.

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Japaner wegen Online-FX-Betrug in Thong Lo verhaftet

In einem weiteren Fall gingen Ermittler Hinweisen auf eine Gruppe japanischer Staatsbürger nach, die in einem Condominium im Bangkoker Viertel Thong Lo für Unruhe gesorgt haben soll. Dabei identifizierten sie einen Mann als Sakamoto (39) und bestätigten seine Identität in Kooperation mit der Botschaft Japans.

Behördenangaben zufolge wird Sakamoto aufgrund eines japanischen Haftbefehls wegen gemeinschaftlichen Betrugs gesucht. Er soll in ein System verwickelt sein, bei dem Opfer durch eine Person, die sich als Vertreter eines Investmentunternehmens ausgab, zum Handel mit Online-Devisen über eine Anwendung namens „FX First“ im Jahr 2023 verleitet wurden.

Laut Immigration Bureau gebe es mehrere Geschädigte, üblicherweise mit Verlusten von etwa 500.000 bis 1.000.000 Yen pro Person. Das Visum des Verdächtigen sei widerrufen worden; er wurde an die Investigation Division, Sub-Division 3, überstellt und dort in Haft genommen, bis eine Abschiebung zur Strafverfolgung in Japan erfolgt.

Koh Phangan: Vorgehen gegen mutmaßliche Nominee-Firmen

Parallel dazu gehen Royal Thai Police und Immigration Bureau nach eigenen Angaben verstärkt gegen Fälle vor, in denen Ausländer mutmaßlich illegale Geschäftsstrukturen mit thailändischen Strohleuten nutzen. Ziel sei es, verdeckte wirtschaftliche Eigentümer offenzulegen.

Auf Koh Phangan identifizierten Ermittler drei registrierte Unternehmen, die im Verdacht stehen, gegen einschlägige Vorschriften zu verstoßen. Die Firmen sollen Luxusvillen zur Tages- und Monatsmiete angeboten haben und teilweise den Verkauf einzelner Villen zu Preisen von etwa 15 Millionen Baht beworben haben.

7 thailändische Staatsbürger angeklagt

Inserierte Mietraten beliefen sich demnach auf rund 10.000 Baht pro Tag oder 80.000 Baht pro Monat, mit einem Angebot, das sich offenbar gezielt an bestimmte ausländische Kundengruppen richtete. Gegen die beteiligten Personen seien bereits Strafanzeigen gestellt worden, die Ermittlungen dauerten an.

Bisher haben die Behörden 7 thailändische Staatsbürger angeklagt, denen vorgeworfen wird, als Nominees fungiert und Anteile nur pro forma gehalten zu haben. Zudem gelten 4 ausländische Staatsbürger als mutmaßliche tatsächliche Eigentümer der Unternehmen.

Verschärfte Kontrollen und Hinweise aus der Bevölkerung

Die Ermittler sammeln nach eigenen Angaben weiter Beweise, bevor die Akten an vorgesetzte Stellen zur weiteren Entscheidung gehen. Parallel dazu kündigte das Immigration Bureau an, die Kontrollen und Durchsetzung von Einreisebestimmungen weiter zu verschärfen.

Im Fokus stehen dabei insbesondere:

Personen mit bestehenden Haftbefehlen

Strengere Überwachung von Ein- und Ausreisen

Die Behörde betonte, Hinweise aus der Bevölkerung seien willkommen. Informationen könnten an das Immigration Bureau oder die lokalen Einwanderungsbüros gemeldet werden. Zudem verwies sie auf die offizielle Webseite www.immigration.go.th.

Luxusvillen, teure Vans, ruhige Wohnanlagen – und mittendrin Männer, die in anderen Ländern gesucht werden.
Ist Thailand zu attraktiv für internationale Betrüger?

Und reicht es, Täter festzunehmen – oder müsste viel härter gegen Vermögensflucht, Strohmänner und Briefkastenfirmen vorgegangen werden?

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Quelle: The Nation

Ein Kommentar zu „Internationale Fahndung endet in Bangkoker Villa

  1. Nein. Vor allen Dingen darf diesen Leuten, nachdem sie erwischt wurden und bestraft wurden, nicht ein einziger Euro, $ oder Thb mehr übrig bleiben. Da muss alles bis auf den letzten Satang weg sein.

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