HUA HIN, THAILAND – Ein flüchtiger Ire ist wegen Delikten rund um einen gefälschten Pass zu 218 Monaten Haft verurteilt worden. Er soll dafür jahrelang eine Identität eines bereits verstorbenen Mannes genutzt haben – und steht zudem im Fokus australischer Ermittler.
Hinweis aus dem Ausland bringt Ermittler auf Spur
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Tipp, der bei Beamten in Surat Thani einging und sich auf Berichte aus ausländischen Medien sowie auf eine irische Community-Gruppe auf Koh Phangan stützte.
Der Hinweis betraf einen Mann, der einem in Australien gesuchten mutmaßlichen Großverdächtigen aus dem Drogenmilieu ähneln soll.
Identifizierung per Fingerabdruck und AFP-Kontakt
Nach Angaben der Immigration Police koordinierten die Ermittler den Abgleich mit der Australian Federal Police (AFP) und ließen Fingerabdrücke über ein biometrisches System prüfen.
So sei der Verdächtige als Paul Noel Casey, irischer Staatsbürger, identifiziert worden.
Tote Identität und 28 Ein- und Ausreisen
Laut Polizei soll Casey die Identität von Alan Murray benutzt haben, der 2016 starb, um an einen Pass zu gelangen, der 2014 von einer Botschaft ausgestellt worden sei – mit Caseys eigenem Foto.
Erstmals sei Casey 2015 nach Thailand eingereist und habe sich vor allem auf Koh Phangan aufgehalten, wobei er mit der falschen Identität 28 Mal in das Land ein- und ausgereist sein soll.
Festnahme im Hotel und Vorwurf des Überziehens
Ermittelt wurde demnach zunächst auf Koh Phangan, bevor Casey schließlich am 11. August 2024 in einem Hotel in Hua Hin in der Provinz Prachuap Khiri Khan festgenommen wurde.
Die Polizei erklärte, der Mann habe 446 Tage überzogen und zudem einem Beamten falsche Angaben gemacht, während über die AFP übermittelte Fingerabdruckdaten mit Einträgen in einer Kriminaldatenbank übereingestimmt hätten.
Urteil nach fast zwei Jahren und Blick nach Australien
Nach fast zwei Jahren Verfahrensdauer fällte das Provinzgericht Hua Hin am 13. Januar 2026 das Urteil und verhängte wegen der Passfälschungsdelikte 218 Monate Haft, wie Beamte am 3. März mitteilten.
Nach Verbüßung der Strafe werde Australien voraussichtlich die Auslieferung koordinieren, um dort ein mutmaßliches Verfahren zu Drogen- und Geldwäschevorwürfen weiterzuverfolgen, die laut von der Polizei zitierten australischen Unterlagen auf 2013 zurückgehen und bei denen Casey später nicht vor Gericht erschienen sein soll.
Weitere Festnahmen bei gefälschten Pässen
Unabhängig davon meldeten Behörden die Festnahme von zwei syrischen Männern, die versucht haben sollen, mit gefälschten Pässen nach Thailand einzureisen.
Offiziellen Angaben zufolge wiesen die Dokumente zahlreiche Auffälligkeiten auf, die rasch Verdacht erregten.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: