Justiz-Skandal in Thailand: PM Anutin schämt sich für 8 Milliarden Baht-Debakel

Milliardenzahlungen an Unschuldige sind kein Erfolg, sondern eine Schande! Premier Anutin rügt Thailands Justizsystem scharf. Doch wie der Regierungschef das tiefgreifende Versagen jetzt radikal bekämpfen will, ...

Justiz-Skandal in Thailand: PM Anutin schämt sich für 8 Milliarden Baht-Debakel
Government House

THAILAND – Premierminister Anutin Charnvirakul hat das Justizsystem scharf kritisiert und Milliarden-Auszahlungen an unschuldige Menschen als Schande bezeichnet. Bei einer nationalen Veranstaltung sprach er von anhaltenden Mängeln und warnte vor weiteren Justizirrtümern. Zugleich verknüpfte er die Reform mit Thailands Ziel, sich international stärker zu positionieren.

Schwere Worte zum Start der Veranstaltung

Anutin Charnvirakul eröffnete am Mittwoch eine nationale Veranstaltung mit dem Titel „24 Jahre schnelle, inklusive und faire Hilfe für unschuldige Opfer – Verzögerte Gerechtigkeit ist Ungerechtigkeit“. Der Premierminister und Innenminister machte klar, dass er die Lage im Justizsystem nicht schönreden will.

Die Milliarden Baht, die zur Entschädigung unschuldiger Menschen gezahlt wurden, sollten nicht als Erfolg gelten. Er sprach von einer „Schande“ und betonte, dass die Regierung eine Schlüsselrolle beim Schutz unschuldiger Menschen übernehmen müsse.

Opfer, Schäden und harte Vorwürfe

Anutin sagte, jedes Land, das Stabilität und Einheit anstrebt, müsse auf Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit bauen. Dazu gehörten wirksame Schutzmaßnahmen für Menschen, die in Gerichtsverfahren zu Opfern werden, besonders für Unschuldige.

Er schilderte, dass fälschlich in Strafsachen verwickelte Menschen ihre Rechte, ihren Ruf, ihre Freiheit und teils sogar ihr Leben verlieren könnten. Solche Fälle dürften nicht übersehen werden, sagte er.

Die Zahlen hinter dem Problem

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Entschädigung von Opfern und Angeklagten in Strafsachen im Jahr 2001 erhielten mehr als 145.000 Menschen Hilfe in Höhe von über 8 Milliarden Baht. Mehr als 1.000 ausländische Staatsangehörige wurden ebenfalls entschädigt und bekamen rund 47 Millionen Baht.

Für Anutin zeigen diese Zahlen kein Ruhmesblatt, sondern ein systemisches Problem. Unschuldige Menschen müssten Fälle bekämpfen und Härten ertragen, obwohl sie nichts falsch gemacht hätten, sagte er.

Rechtsstaat und OECD-Kurs

Der Premier erinnerte sich an seine Studienzeit in den Vereinigten Staaten und an das Versprechen „Gerechtigkeit für alle“. Dieses Prinzip müsse für alle gleich gelten, unabhängig vom Status, sagte er.

Zugleich verband er die Justizreform mit Thailands Bestreben, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beizutreten. Strengere Rechtsstandards sollen das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken und die internationale Glaubwürdigkeit des Landes verbessern.

Regierung verspricht bessere Hilfe

Anutin bekräftigte das Versprechen der Regierung, unschuldige Bürger zu schützen und die Hilfsmechanismen zu verbessern. Die Rechtsstaatlichkeit müsse gewahrt bleiben, um weitere Justizirrtümer zu verhindern. Wer Gerechtigkeit nicht liefere, solle streng bestraft werden, sagte er. Die Regierung sei bemüht, das System so zu verbessern, dass zeitnahe, faire und inklusive Gerechtigkeit nach internationalen Standards möglich werde.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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