K-Pop-Star sorgt für Touristenboom

K-Pop-Star sorgt für Touristenboom
TAT Udon Thani

UDON THANI, THAILAND – Ein Promoauftritt von K‑Pop-Star Lalisa „Lisa“ Manobal hat den Lotussee Thale Bua Daeng in der Provinz Udon Thani in kurzer Zeit in einen internationalen Besuchermagneten verwandelt. Schon vor Sonnenaufgang bildeten sich lange Schlangen für Bootstickets, während die Behörden eilig zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einleiteten.

„Lisa-Effekt“ löst Besucheransturm aus

Seit dem frühen Samstagmorgen sind laut Behördenangaben kontinuierlich Ströme von thailändischen und ausländischen Gästen am Pier Ban Diam im Distrikt Kumphawapi eingetroffen.

Die Ticketschalter für die Boote öffneten bereits um 5 Uhr morgens, dennoch warteten viele Besucher deutlich früher, um rechtzeitig zu den rosa Seerosen auf den See hinausfahren zu können.

Auslöser war eine Kampagne der Tourism Authority of Thailand (TAT): Am Dienstag veröffentlichte die Behörde ein Promotionsposter, das Lisa Manobal vor der Kulisse des Sees zeigt. Tausende Fans und Reisende wollten daraufhin diese Szenerie mit eigenen Fotos nachstellen.

Ministerium ordnet strenge Sicherheitschecks an

Natreeya Taweewong, ständige Staatssekretärin im Ministerium für Tourismus und Sport, sprach von einem abrupten Anstieg der Besucherzahlen durch die weltweite Popularität der Amazing Thailand Ambassador. Das habe sofortiges Handeln erfordert.

„Der plötzliche Anstieg der Besucherzahlen machte umgehende Maßnahmen nötig, um Sicherheit und Servicestandard zu gewährleisten“, sagte sie laut Naewna Online. Sie erklärte, die Behörden hätten Anweisung erhalten,
• den Betrieb der Boote engmaschig zu überwachen,
Sicherheitsausrüstung und Schiffsstandards zu kontrollieren,
• das Verkehrsmanagement rund um den See zu verbessern,
lange Warteschlangen zu vermeiden und
faire Behandlung sowie transparente Preise sicherzustellen.

Touristenpolizei, Inspektionen und Beschwerdestelle

Die dem Ministerium unterstellten Stellen sollen vor Ort eng kooperieren. Die Tourismusbehörde wurde beauftragt, die Betreiber zu prüfen und überhöhte Preise zu unterbinden. Das Tourist Police Bureau soll verstärkte Sicherheitskontrollen durchführen und die Einsatzbereitschaft für Notfälle erhöhen.

Zudem ist das Tourist Assistance Centre dafür zuständig, Unterstützung und Informationen zu bieten sowie Beschwerden von Besucherinnen und Besuchern entgegenzunehmen.

Chance für weniger bekannte Zielorte

Natreeya betonte, der sogenannte „Lisa-Effekt“ sei eine wertvolle Gelegenheit, um Natur, Kulturerbe und lokale Gemeinschaften in bislang weniger bekannten Sekundärstädten hervorzuheben.

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Die Strategie des Ministeriums sei es, diese Dynamik zu nutzen, um eine positive Kommunikation mit stabilen Service‑, Sicherheits- und Fairnessstandards zu verbinden.

50.000 Gäste seit Dezember – Boote im Dauereinsatz

Nach Angaben von TAT-Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool gaben viele Touristinnen und Touristen an, sie seien gezielt wegen der Kampagne Amazing Thailand x Lisa nach Thale Bua Daeng gereist.

„Einige sagten, sie kannten die Attraktion vorher nicht, buchten dann aber einen Flug nach Udon Thani und mieteten einen Van oder ein Boot, um die Fotos der Sängerin nachzustellen“, sagte Thapanee Thairath Online.

Über 100 Fahrten pro Tag

Seit Beginn der Blühsaison im Dezember seien rund 50.000 Besucher an den See gekommen, die Mehrheit davon aus dem Ausland. Besonders auffällig sei der Zuwachs an Wochentagen, an denen es sonst deutlich ruhiger gewesen sei.

Die Bootsbetreiber absolvierten inzwischen über 100 Fahrten pro Tag, so Thapanee. Gruppenbuchungen für Februar seien stark, viele verlangten explizit nach demselben Stil von hölzernem Boot, wie es auf dem Lisa-Poster zu sehen ist.

Blüte bis März – zwei Hauptzonen auf dem See

Thapanee erklärte, die rosa Seerosen würden in einem Hauptgebiet von 25.000 Rai voraussichtlich bis Mitte Februar in voller Blüte stehen.

„Im zweiten Gebiet mit 5.000 Rai bei Koh Don Luang blühen sie von Mitte Februar bis Mitte März, sodass Besucher die Szenerie noch vor Beginn der heißen Jahreszeit genießen können“, sagte sie.

Damit bleibt Thale Bua Daeng trotz des starken Andrangs zunächst ein kontinuierlich attraktives Ziel – unter verschärfter Aufsicht der Tourismusbehörden.

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Quelle: Bangkok Post

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