Korruptionsindex Schock für Bangkok

Korruptionsindex Schock für Bangkok
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Thailand ist im aktuellen Corruption Perceptions Index (CPI) 2025 von Transparency International weiter zurückgefallen und erreicht mit 33 von 100 Punkten seinen schlechtesten Wert seit 19 Jahren. Experten sehen darin ein deutliches Signal für wachsende Sorgen über Korruption, mangelnde Transparenz und Schwächen im Justizsystem.

Thailands Absturz im globalen Ranking

Die Seite KRAC Corruption der Chulalongkorn-Universität teilte am 10.02.2026 die neuen CPI-Daten, nach denen Thailand mit 33/100 Punkten nur noch auf Rang 116 von 182 Ländern liegt und damit klar unter dem weltweiten Durchschnitt von 42 Punkten bleibt.

Gegenüber 2024 hat sich Thailands Position laut Transparency International weiter verschlechtert, da das Land damals noch 34 Punkte erzielte und einen Platz höher lag.

Vergleich mit Spitzenreitern und Region

An der Spitze des Index steht Dänemark mit 89 Punkten, gefolgt von Finnland mit 88 Punkten, während Singapur mit 84 Punkten weltweit Rang drei belegt und zugleich klarer Spitzenreiter in ASEAN bleibt.

Weitere Länder mit sehr niedriger Korruptionswahrnehmung sind Neuseeland und Norwegen mit jeweils 81 Punkten, Schweden und Schweiz mit 80, Luxemburg und Niederlande mit 78 sowie Deutschland und Island mit 77 Punkten.

Langfristiger Negativtrend und Ursachen

In seiner Analyse ordnet Transparency International Thailand mit 33 Punkten zusammen mit Mongolei (31 Punkte) als weiterhin niedrig bewertete Länder ein, die seit 2012 einen stetigen Abwärtstrend verzeichnen.

Für die Mongolei macht die Organisation einen schwächeren Rechtsstaat, mangelnde Rechenschaftspflicht und zunehmende Einschränkungen des zivilgesellschaftlichen Raums als wesentliche Gründe aus, während Thailands Rückgang vor allem relativ zu anderen Ländern als Verschlechterung gewertet wird.

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Wirtschaftssicht verschlechtert, Institutionen leicht stabiler

Besonders deutlich fallen laut den zugrunde liegenden Indikatoren die Einbußen in Bewertungen auf, die auf Einschätzungen von Investoren und Privatwirtschaft beruhen, insbesondere beim Wettbewerbsindikator des IMD World Competitiveness Yearbook.

Demgegenüber haben sich Bewertungen im Bereich der politischen und rechtlichen Strukturen in mehreren Aspekten verbessert, was auf gewisse Fortschritte bei formalen Institutionen hindeutet.

Rückfall in ASEAN und Empfehlungen von TI

Innerhalb von ASEAN ist Thailand vom fünften auf den siebten Platz zurückgefallen und liegt nun hinter Singapur (84), Brunei (63), Malaysia (52), Vietnam (41), Indonesien (34) und Laos (34).

Transparency International nennt für 2026 vier zentrale Prioritäten: eine unabhängige, transparente und zugängliche Justiz, den Kampf gegen unzulässigen Einfluss auf politische Entscheidungen, besseren Zugang von Korruptionsopfern zur Justiz sowie den Schutz von zivilgesellschaftlichem Raum und Hinweisgebern.

Kritik an Politik und wachsender Handlungsdruck

Die Empfehlungen der Organisation zielen vor allem darauf, die Beteiligung der Öffentlichkeit an Justizprozessen zu stärken und mehr politische Transparenz zu schaffen, um den Einfluss einflussreicher Akteure außerhalb der formellen Politik zu begrenzen.

Zugleich betont der Bericht, der CPI sei ein Wahrnehmungsindex und bilde nicht das gesamte Ausmaß von Korruption ab, liefere aber einen wichtigen Frühindikator dafür, dass Anti-Korruptionsmaßnahmen weiterhin dringend nötig seien.

Experten warnen vor demokratischer Erosion

Der Direktor der Anti-Corruption Organization of Thailand (ACT), Kittidej Chantangkul, verweist darauf, dass der globale Durchschnitt bei 42 Punkten liege, während Länder mit der Einstufung flawed democracies im Mittel 47 Punkte erreichen, und ordnet Thailand mit seinen 33 Punkten nahe bei nichtdemokratischen Systemen ein, die im Schnitt 32 Punkte erzielen.

Dies spiegele, so Kittidej, den demokratischen Zustand des Landes durch die Linse des CPI wider und zeige, wie sehr sich Thailand von den Werten gefestigter Demokratien entferne.

Schärfste Kritik: Schlechtester Wert seit 19 Jahren

Am späten Nachmittag des 10.02.2026 nannte Dr. Mana Nimitmongkol, Vorsitzender der Anti-Corruption Organization of Thailand (ACT), das Ergebnis „sehr schlecht“ für Thailand und betonte, dass 33 Punkte der niedrigste Wert seit 19 Jahren und die schlechteste Platzierung seit Beginn des Indexes für das Land seien.

Er erklärte, er habe in den vergangenen gut zwei Jahren und unter drei Regierungen keine klaren Anti-Korruptionspolitiken oder -maßnahmen erkennen können, was aus seiner Sicht direkt zum Absturz beigetragen habe.

Strukturelle Defizite und spektakuläre Fälle

Dr. Mana warnte, mangelnder politischer Wille ermutige korrupte Beamte wie auch private Akteure, und bezeichnete Korruption in Thailand nicht als Randphänomen, sondern als strukturelles Problem mit Defiziten bei Good Governance, Offenlegung und Transparenz in der Verwaltung sowie Schwächen in Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten und unabhängigen Behörden.

Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen des Einsturzes des Gebäudes des State Audit Office Anfang 2025 sagte er, der Vorfall habe die Schwächen der Korruptionsprävention und die Verletzlichkeit unabhängiger Kontrolle offengelegt, während Berichte über Geldwäsche-Netzwerke von Betrügerbanden nach dem Bewertungszeitraum eingegangen seien und das vergangene Jahr von zahlreichen schweren Skandalen mit nur begrenzter Rechenschaft geprägt gewesen sei, die sich bis in Klerus und Politik erstreckten.

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Nur 33 von 100 Punkten und deutlich unter dem Weltdurchschnitt: Experten sprechen von einem historischen Tief und sehen strukturelle Probleme im Staatsapparat.
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Quelle: The Nation

Ein Kommentar zu „Korruptionsindex Schock für Bangkok

  1. Bei korruption sollten beide Seiten bestraft werden und sogar sehr streng dass muss endlich aufhören so bringt man ein Land nicht weiter

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