Lärm-Streit: Expats fordern 2026 hartes Durchgreifen

Lärm-Streit: Expats fordern 2026 hartes Durchgreifen
The Pattaya News

PATTAYA, THAILAND – Anwohner und langjährige ausländische Bewohner haben den Druck auf die Behörden deutlich erhöht, konsequenter gegen extrem laute Motorräder in Wohngebieten vorzugehen.

Wachsende Unruhe nach Januar-Bericht

Auslöser war ein Bericht vom 8. Januar 2026, in dem über Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen lärmende Motorräder in Pattaya berichtet worden war. In den Tagen danach gingen bei einer lokalen Nachrichtenseite zahlreiche Briefe, E-Mails und Nachrichten in sozialen Medien ein.

Viele der Absender bezeichneten sich als langjährige ausländische Residents, die die Behörden aufforderten, Lärmbelästigung durch getunte Motorräder zu einer der wichtigsten Prioritäten der Polizei im Jahr 2026 zu machen. Was für manche wie ein Bagatelldelikt wirke, stehe für andere sinnbildlich für größere Probleme mit Regelverstößen und öffentlicher Ordnung in der Stadt.

Lärm-Hotspots: South Pattaya, Jomtien, Pratumnak

Im Fokus der Kritik standen insbesondere nächtliches Aufheulen von Motoren und übermäßiger Auspufflärm von Maschinen mit übergroßen oder manipulierten Auspuffanlagen. Betroffen seien vor allem Bereiche wie South Pattaya, Jomtien und Wohnstraßen im Gebiet Pratumnak Hill.

Zwar habe die Polizei in Pattaya vereinzelt Aktionen durchgeführt – etwa Fahrzeugbeschlagnahmungen in Ferienzeiten oder Kontrollen gegen Straßenrennen –, doch viele Bewohner beschrieben diese Einsätze als sporadisch und nicht ausreichend, um im Alltag für Ruhe zu sorgen.

Ein Brite schrieb in einer E-Mail: „Da fahren Leute ohne Helm und ohne ordentlichen Auspuff vorbei, machen einen Höllenlärm, und jeder kann es sehen. Wenn die Behörden so etwas Offensichtliches nicht in den Griff bekommen, wie sollen wir ihnen dann bei größeren Themen vertrauen?“

Symbol für laxen Umgang mit Gesetzen

Mehrere Zuschriften verwiesen darauf, dass der Lärm im Vergleich zu Diebstahl, Korruption, groß angelegten Betrugsfällen, Drogenhandel oder Gewaltverbrechen zwar gering erscheinen möge. Gleichzeitig werde der offene Bruch von Lärmvorschriften als sichtbares Symbol für Gesetzlosigkeit empfunden.

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Ein deutscher Rentner kommentierte: „Wir sehen Aktionen an Stränden oder auf großen Straßen bei Festivals, aber Wohngebiete, besonders am Pratumnak, werden ignoriert. 2026 sollte das ganz oben auf der Liste stehen – es geht nicht nur um Schlaf, sondern darum zu zeigen, dass Gesetze für alle gelten.“

Dieses Meinungsbild knüpft an Diskussionen über das Konzept der ‚Broken-Windows‘-Theorie in der Stadt an: Wer kleine Verstöße konsequent ahndet, soll größere Probleme verhindern können – ein wichtiges Thema für eine Destination, die ihr Nachtleben mit lebenswerten Wohnvierteln in Einklang bringen will.

Frust über fehlende Reaktionen der Behörden

Ein weiterer Leser schilderte, er habe sich nahezu täglich an verschiedene Sicherheitsbehörden und Stadtstellen gewandt – von der Kommune über die Touristenpolizei bis hin zur regulären Polizei und dem Rathaus. Nach seinen Angaben habe er nie eine Antwort erhalten, nicht einmal eine Eingangsbestätigung seiner Beschwerden.

Ein Australier berichtete über soziale Medien: „Auf dem Papier ist es eine Kleinigkeit, aber wenn man jede Nacht um 2 Uhr geweckt wird, fühlt es sich groß an. Einige Maschinen sind so laut, dass sie über weite Teile der Stadt zu hören sind und meine Fenster praktisch vibrieren lassen.“ Expats würden Pattaya wegen Stränden, kontrollierter Musik in Lokalen und Kultur wählen, nicht wegen ständiger Störungen von der Straße.

Forderungen: Höhere Strafen und Kontrollen

Mit Beginn des Jahres 2026 hoffen viele Beschwerdeführer auf konkrete Schritte der Behörden. Genannt wurden unter anderem:

höhere Geldbußen für überlaute Motorräder

verpflichtende Auspuffkontrollen

spezialisierte Lärmpatrouillen in Wohngebieten

Besonders im Fokus stehen nach den Zuschriften Rollervermietungen und Werkstätten, die illegale Auspuffanlagen montieren oder Fahrzeuge an Personen ohne korrekte Dokumente vermieten sollen. Mehrere Nachrichten sprachen sich zudem für alternative Lösungen aus, etwa ausgewiesene Rennareale mit Sicherheitsmaßnahmen außerhalb von Wohnzonen, ähnlich dem BIRA-Rundkurs außerhalb Pattayas.

Vertrauen und Standortimage auf dem Prüfstand

Während Pattaya seinen Anspruch als führende Urlaubsdestination festigen will, sehen viele Bewohner im Kampf gegen den Motorradlärm einen Prüfstein. Konsequente Lärmbekämpfung könne aus Sicht der Kritiker entscheidend dazu beitragen, Vertrauen in die staatlichen Institutionen zurückzugewinnen und ein harmonisches Miteinander von Anwohnern und Besuchern zu sichern.

Was hier explodiert, ist nicht nur der Geräuschpegel – es ist das Vertrauen.

Die Reaktionen zeigen deutlich: Für viele Anwohner sind dröhnende Auspuffe längst kein Ärgernis mehr, sondern ein täglicher Beweis dafür, dass Regeln in der Praxis optional geworden sind. Jede schlaflose Nacht, jedes Aufheulen um drei Uhr morgens, jede folgenlose Fahrt ohne Helm oder mit illegalem Auspuff frisst ein weiteres Stück Glaubwürdigkeit weg.

Es geht nicht um empfindliche Ohren.
Es geht um sichtbare Durchsetzung.
Und um die Frage, ob eine Stadt ihre einfachsten Regeln schützen kann.

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Denn wer offensichtliche Verstöße duldet, sendet eine klare Botschaft: Wenn selbst das keiner stoppt – was dann?

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Quelle: The Pattaya News

9 Kommentare zu „Lärm-Streit: Expats fordern 2026 hartes Durchgreifen

  1. Was wir fordern interessiert in Thailand wohl niemanden….555.
    Die Motorräder sind absichtlich auf laut getunt, und das im ganzen Land! Nur laut ist in bei jungen Rasern! Vermutlich korreliert das Selbstwertgefühl mit der Lautstärke des Motorrads. Deswegen wird das nichts… Hat doch auch Vorteile der Krach, wenn man Auto fährt bekommt man es sofort mit, ob man rechts, links, unten oder oben überholt wird!

  2. Der Artikel ist ein Spiegelbild dessen, was man Sinnlos nennt!
    Denn all das müsste, könnte, sollte ist nichts anderes als als die Botschaft, so weiter zu machen wie bisher. Alles bla bla!!
    Und es bleibt so, dass kein Führerschein, keine Versicherung, umgebaute Fahrzeuge, blanke Reifen und fehlende Bremsen, total überladene Fahrzeuge und komplett fehlende Einsicht die Normalität bleiben werden.
    Dazu inkompetente Polizisten ohne jegliche spezielle Ausbildung die der ganzen Misere hilflos gegenüber stehen!

  3. Es wäre ein einfaches ohne viel Vor Ort Aufwand für die Ansässige Polizei… Anhand des für mich zumindest tollen Video Überwachungssystems, könnte man sehr viele Raser identifizieren und zur Verantwortung ziehen….

  4. Wenn euch der Lärm derart auf den Keks geht, dann verlasst doch Thailand.

    Ich habe diesen Schritt getan, lebe in Laos. Hier ist es ruhig, die max. Lautstärke ist Vogelgezwitscher.

    Ist wirklich mal ausnahmsweise ein Bike zu laut ist der Auspuff durch- oder weggerostet, der Laote versucht so vorsichtig wie möglich zu fahren, entschuldigt sich bei jedem der sich umdreht und läßt das Motorrad sofort reparieren.

    Nachbarländer aber eine völlig andere Mentalität.

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