Maßnahmen gegen Nipah-Virus verstärkt

Maßnahmen gegen Nipah-Virus verstärkt
Suvarnabhumi airport management
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BANGKOK, THAILAND – Das Gesundheitsministerium hat die Vorsorge- und Überwachungsmaßnahmen gegen das seltene, aber hochgefährliche Nipah-Virus deutlich ausgeweitet, betont jedoch, dass das Infektionsrisiko im Land weiterhin als sehr gering eingestuft wird. Auslöser der verschärften Wachsamkeit sind aktuelle Fallmeldungen aus dem indischen Bundesstaat Westbengalen, auf die die Behörden mit verstärkter Kontrolle im Gesundheits- und Verkehrssektor reagieren.

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Regierung verschärft Überwachung

Das Gesundheitsministerium hat alle zuständigen Stellen angewiesen, die Krankheitsüberwachung zu intensivieren, Behandlungsprotokolle zu überprüfen und ausreichende Bestände an medizinischem Material und Schutzausrüstung sicherzustellen.

Parallel dazu wurden für Reisende aus betroffenen Regionen Hinweise und Gesundheitsauflagen erlassen, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und Ketten zu unterbrechen.

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Kliniken sehen sich gut vorbereitet

Der Generaldirektor der Department of Medical Services, Dr Nattapong Wongwiwat, erklärte nach einer Inspektionsreise im Rajavithi Hospital** in Bangkok, das Gesundheitssystem sei gut gerüstet, um mögliche Fälle zu managen.

Er verwies darauf, dass Investitionen während der Covid-19-Pandemie – etwa erweiterte Intensivstationen, zusätzliche Stationen für Schwerkranke und moderne Luftreinigungssysteme – funktionsfähig geblieben seien und sofort einsatzbereit zur Verfügung stünden.

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Testlauf für die Krisenpläne

Laut Dr Nattapong würden medizinische Dienstleistungen nicht beeinträchtigt, da Krankenhäuser über Notfall- und Business-Continuity-Pläne sowie Reservestrukturen für einen möglichen Anstieg von Patienten verfügen.

Diese Situation sei ein wichtiger Test für die eigene Einsatzbereitschaft, sagte er, und betonte zugleich, es gebe derzeit keinen Anlass zur Sorge, da bislang kein bestätigter Nipah-Fall im Land nachgewiesen worden sei.

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Einreisebestimmungen für Risikogebiete

Für Passagiere aus betroffenen Regionen gelten nun Reisewarnungen, und Einreisende aus Ländern mit erhöhtem Risiko müssen Gesundheitserklärungen ausfüllen.

Reisende, die nach einem Aufenthalt in Risikogebieten Fieber entwickeln, benötigen vor dem Abflug ein ärztliches „fit-to-fly“-Attest, während Patientinnen und Patienten aus betroffenen Gebieten für eine Behandlung im Land ein PCR-Testergebnis auf Nipah vorlegen müssen.

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Seltenes Virus mit hoher Sterblichkeit

Das Nipah-Virus gilt als seltene, aber hoch letale Zoonose, die schwere Atemwegserkrankungen und Enzephalitis auslösen kann.

Nach Angaben der Department of Disease Control wurden zwischen 1998 und 2024 weltweit 754 bestätigte Fälle mit 435 Todesfällen registriert, was einer Fallsterblichkeit von 58 Prozent entspricht, mit besonders hohen Raten in Indien und Bangladesch.

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Ansteckungsrate geringer als bei Corona

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Virus in der Umwelt bis zu drei Tage überleben kann, jedoch durch Seife, Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel wie Natriumhypochlorit leicht inaktiviert wird.

Zugleich liegt die geschätzte Reproduktionszahl des Erregers mit durchschnittlich 0,48 deutlich unter den Werten von Sars, Mers, Sars-CoV-2 und Masern, was eine vergleichsweise geringere Ausbreitungsdynamik nahelegt.

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Situation im Land bleibt ruhig

Zwischen 2015 und 2025 wurden im Land 478 Patientinnen und Patienten mit Enzephalitis auf Nipah untersucht, ohne dass ein einziger positiver Befund festgestellt wurde.

Dr Nattapong hob hervor, dass einfache Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Tragen von Masken weiterhin die wirksamsten Mittel zur Vorbeugung seien.

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Experten mahnen zu gezieltem Testeinsatz

Der Präsident der Influenza Foundation of Thailand, Dr Tawee Chotpitayasunondh, warnte vor unnötigen Laboruntersuchungen und verwies auf begrenzte PCR-Reagenzien, die derzeit für rund 200 Fälle** ausreichen.

Er betonte, Tests sollten sich strikt an die Richtlinien der Department of Medical Services halten und auf Patientinnen und Patienten unter Abklärung beschränkt bleiben, um Ressourcen für den Ernstfall zu sichern.

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Forschungsstand zu möglichen Therapien

Bislang gilt, dass kein antivirales Medikament seine Wirksamkeit gegen eine Nipah-Infektion abschließend unter Beweis gestellt hat, auch wenn Studien nahelegen, dass Ribavirin bei akuter Nipah-Enzephalitis die Sterblichkeit um bis zu 36 Prozent senken und neurologische Verläufe verbessern könnte.

Weitere Untersuchungen bescheinigen Favipiravir einen schützenden Effekt in Tiermodellen, während Remdesivir bei Grünmeerkatzen einen teilweisen Schutz vor tödlichen Infektionen gezeigt hat.

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Flugverkehr nach Indien läuft weiter

Die Fluggesellschaft Thai Airways International teilte mit, dass die Nipah-Meldungen keine Auswirkungen auf ihre Indien-Verbindungen haben und der geplante Expansionskurs mit einem Wachstum von rund 10 Prozent weiter verfolgt werde.

Kittiphong Sansomboon, Chief Commercial Officer der Airline, erklärte, der Ausbruch sei auf begrenzte Gebiete wie die Stadt Kozhikode und umliegende Orte beschränkt und liege weit entfernt von den großen indischen Metropolen, die von der Fluglinie angeflogen werden.

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Airlines und Flughäfen ziehen nach

Trotz bislang unveränderter Nachfrage hat Thai Airways zusätzliche Screening- und Hygienemaßnahmen gemäß den Vorgaben des Gesundheitsministeriums umgesetzt und plant im kommenden Sommerflugplan 91 wöchentliche Flüge nach Indien über sieben Städte.

Parallel dazu meldete Airports of Thailand (AOT), dass an den Flughäfen Suvarnabhumi, Don Mueang und Phuket proaktive Kontrollen mit getrennten Gates, intensiver Ankunftsscreening und schnellen Desinfektionsabläufen bereits mehrere Tage vor breiter Medienberichterstattung eingeführt worden seien.

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🦠 Vorbereitung oder übertriebene Vorsicht – wie viel Alarm ist sinnvoll?

Ein Virus mit hoher Sterblichkeit sorgt weltweit für Aufmerksamkeit – doch gleichzeitig betonen Experten, dass aktuell kein Grund zur Sorge besteht. Der Balanceakt zwischen Wachsamkeit und Panikvermeidung wird damit erneut zur Herausforderung für Behörden.

Sind verschärfte Kontrollen der richtige Weg, auch ohne bestätigte Fälle?
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Diskutiere mit: Wie viel Prävention ist angemessen, bevor eine echte Gefahr entsteht?

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Quelle: Bangkok Post

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