Meerwasser flutet Bangkoks Küstenbezirk

🌊 Bangkok kämpft plötzlich gegen das Meer: Küstenstraßen stehen unter Wasser, Sandsäcke werden in Eile gestapelt, Behörden schlagen Alarm. Experten warnen, dass dies erst der Anfang sein könnte. Droht der Hauptstadt eine neue Ära der Überflutungen?

Meerwasser flutet Bangkoks Küstenbezirk
Bangkok Post

BANGKOK – Drei Tage lang drang salziges Meerwasser in Bang Khun Thian ein. Jetzt hat Gouverneur Chadchart Sittipunt persönlich den Kriseneinsatz geleitet. Doch Experten warnen: Das ist nur der Vorgeschmack auf eine nasse Zukunft.

Sandsäcke gegen die Sturmflut

Der Bezirk Bang Khun Thian erlebt ein ungewöhnliches Drama. Ungewöhnlich hohe Gezeiten überwanden einen beschädigten Deich.

Das Salzwasser ergoss sich über Wohngebiete, Fischteiche und die Bang Khun Thian–Chai Talay Straße. Besonders betroffen war der Bereich um Khlong Sam.

Mit einem Notdamm aus 1.000 Sandsäcken stemmten sich Arbeiter der Stadtverwaltung gegen die Flut. Der Wall ist 30 Meter lang und 30 Zentimeter hoch.

Gouverneur gibt Entwarnung – vorerst

Gouverneur Chadchart beruhigte die Hauptstädter nach seiner Inspektion. „Die Situation ist unter Kontrolle. Die Auswirkungen sind auf Küstengebiete beschränkt“, sagte er.

Bewohner im inneren Bangkok müssten sich keine Sorgen machen. Aktuell seien die Niederschläge und die Wassermenge aus den Flüssen niedrig.

Er forderte die Behörden auf, alle gefährdeten Deiche zu überprüfen. Bürger können Gefahrenstellen über die App Traffy Fondue melden.

Experten-Warnung: „Das wird schlimmer“

Umwelt-Experte Sonthi Kotchawat sieht den Vorfall als Warnschuss. Solche Überschwemmungen werden durch den Klimawandel häufiger und heftiger.

Der Anstieg des Meeresspiegels schreitet voran. Verantwortlich sind die Erwärmung der Ozeane und das Abschmelzen der Gletscher.

Bereits bis 2030 könnte Bangkok mit viel schlimmeren Sturmfluten konfrontiert sein. Die Prognosen sind alarmierend.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Horrorszenario für das Jahr 2100

Die Langzeitprognose des Experten ist ein Albtraum für Zentral-Thailand. Bis zum Jahr 2100 könnten tief liegende Gebiete dauerhaft überflutet sein.

Städte wie Lop Buri, Saraburi oder Uthai Thani, die heute noch im Inland liegen, könnten dann Küstenstädte werden.

Eine Verschiebung der Küstenlinie von Dutzenden Kilometern wäre die Folge. Das würde Millionen Menschen betreffen.

Was jetzt getan werden muss

Sonthi Kotchawat fordert sofortiges Handeln. Notwendig sind küstennahe Barrieren, die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern und Feuchtgebieten.

In extrem gefährdeten Gebieten müsse sogar über eine Umsiedlung von Gemeinden nachgedacht werden.

Diese Maßnahmen erfordern dringende politische Entscheidungen und langfristige, hohe Investitionen. Die Zeit drängt.

Ein Kampf gegen die Zeit

Der Einsatz in Bang Khun Thian zeigt, dass die Behörden kurzfristig reagieren können. Doch die langfristige Herausforderung ist von anderer Größenordnung.

Bangkok, eine Metropole, die teilweise nur knapp über dem Meeresspiegel liegt, muss sich auf einen Generationenkampf einstellen.

Die Sandsäcke von heute sind nur ein Pflaster. Die wirkliche Abwehr gegen das Meer muss noch gebaut werden.

🗣 Wenn das Meer anklopft – sind wir vorbereitet?

Noch sind es Küstenstraßen und Fischteiche. Doch Experten warnen: Das hier ist kein Ausnahmefall mehr, sondern ein Vorgeschmack.

Wie lange lassen sich Millionenstädte mit Sandsäcken verteidigen, wenn der Meeresspiegel jedes Jahr steigt?

Braucht Bangkok gigantische Schutzbauten – oder endlich unbequeme Entscheidungen über Rückzug, Umbau und neue Lebensräume?

Ist das hier noch ein lokales Problem – oder längst eine nationale Überlebensfrage?

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.