NARATHIWAT, THAILAND – Der mutmaßliche Anführer einer Gruppe, die für das Attentat auf einen thailändischen Abgeordneten verantwortlich gemacht wird, ist an der Grenze zu Myanmar festgenommen worden. Hauptmann Viroj Ketumanee, frühere Marine, wurde von einer burmesischen Miliz an die thailändischen Behörden übergeben.
Festnahme an der Grenze in Kanchanaburi
Die Übergabe erfolgte am Mittwoch an einem Grenzübergang in der Provinz Kanchanaburi. Unmittelbar nach dem Zugriff transportierten Beamte den Beschuldigten per Hubschrauber in die Provinz Narathiwat, wo die Ermittlungen ihren Ausgangspunkt haben.
Polizisten verhören Ketumanee seither intensiv. Im Fokus der Befragung steht die Frage, wer den Auftrag für den Anschlag erteilt hat und welche weiteren Personen in das Netzwerk eingebunden sind.
Anschlag auf Konvoi im März 2025
Der Anschlag ereignete sich am 20. März des Vorjahres im Bezirk Bacho. Bewaffnete griffen den Konvoi des Abgeordneten Kamolsak Leewama in der Nähe von dessen Wohnsitz an. Der Politiker blieb unversehrt; sein Fahrer und ein Polizist erlitten bei dem Vorfall schwere Verletzungen.
Alle fünf Verdächtigen sind mittlerweile gefasst und haben Aussagen gemacht. Die Ermittler stellen jedoch Widersprüche zwischen den Aussagen fest. Die Auswertung forensischer Beweise soll die Hintergründe klären.
Militärfahrzeug in den Anschlag verwickelt
Recherchen der Ermittler förderten einen weiteren Aspekt des Falls zutage: Die Täter benutzten nach dem Anschlag ein Fahrzeug des thailändischen Militärgeheimdienstes zur Flucht. Das Fahrzeug wurde später zerstört, um Spuren zu vernichten.
Die Armee bestätigte, dass das Fahrzeug offiziell von einem Offizier ausgeliehen worden war. Gegen diesen Mann läuft ein Disziplinarverfahren. Die Ermittler untersuchen, wie Unbefugte Zugang zu dem Behördenfahrzeug erhielten.
Premierminister gibt knappe Stellungnahme
Regierungschef Anutin Charnvirakul wurde unmittelbar über die Festnahme informiert. Bei einer anschließenden Pressekonferenz im Regierungshaus bestätigte er den Fahndungserfolg mit wenigen Sätzen. Fragen nach möglichen Hintermmännern beantwortete er nicht.
Der Abgeordnete Kamolsak hatte dem Regierungschef laut Medienberichten bereits vor dem Anschlag Informationen über ein weiteres Komplott zukommen lassen. Ob dieser Zusammenhang Teil der laufenden Ermittlungen ist, bestätigten die Behörden bislang nicht.
Hauptverdächtiger mit UN-Einsatz und Marinekarriere
Ketumanee diente zunächst bei der thailändischen Marine, bevor er rund 16 Jahre lang im Rahmen von UN-Missionen weltweit eingesetzt wurde. Sein militärischer Hintergrund gilt als relevanter Faktor bei der Tatplanung.
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Die Polizei setzt bei den weiteren Ermittlungen auf forensische Auswertungen und Zeugenaussagen. Unklar bleibt bislang, wer den Auftrag zum Anschlag gegeben hat und welche Motive dahinterstecken. Der Fall gilt als politisch brisant.



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