SRIRACHA, THAILAND – Ein 64-jähriger Motorradfahrer ist an einem Bahnübergang in Sriracha von einem Personenzug erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.
Schwerer Unfall an Bahnübergang
Der Unfall ereignete sich gestern Vormittag gegen 10.30 Uhr an einem Bahnübergang der 9-Kilometer-Bahnstrecke in Richtung Bezirk Sattahip in Moo 6. Nach ersten Angaben durchquerte der Mann den Übergang, obwohl die Schranken bereits geschlossen waren.
Rettungskräfte der Einheit Sawang Prateep Sriracha, ein Notfallteam des Queen Sirikit Naval Hospital (lokal als „Lantam“-Team bekannt), Beamte der Polizeistation Sriracha sowie Bahnmitarbeiter wurden nach einem Notruf zu einer Kollision zwischen Motorrad und Zug entsandt.
Einsatzkräfte versorgen Verletzten
Bei dem Verletzten handelt es sich um Somrot Darachan, 64 Jahre alt. Er erlitt nach Angaben der Rettungskräfte schwere Verletzungen und befand sich in kritischem Zustand.
Neben den Gleisen fanden die Einsatzkräfte auch sein umgestürztes orange-schwarzes Honda Click-Motorrad. Die Retter versorgten den Mann zunächst vor Ort und brachten ihn anschließend zur Notfallbehandlung ins Queen Sirikit Naval Hospital in Sriracha.
Medizinische Versorgung und Prognose
Das Krankenhauspersonal stufte den Zustand des Patienten als lebensbedrohlich ein. Die Ärzte leiteten umgehend eine intensivmedizinische Behandlung ein. Über den aktuellen Gesundheitszustand des 64-Jährigen liegen derzeit keine weiteren Informationen vor.
Das Queen Sirikit Naval Hospital gilt als eine der führenden medizinischen Einrichtungen in der Region und verfügt über eine spezialisierte Notaufnahme für Traumapatienten.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Zugfahrt von Bangkok nach Chuk Samet gestoppt
Der beteiligte Personenzug war auf der Strecke von Bangkok nach Chuk Samet im Bezirk Sattahip unterwegs. Nach der Kollision kam der Zug auf den Gleisen zum Stehen. Keiner der Fahrgäste wurde verletzt.
Bahnmitarbeiter hatten nach Zeugenaussagen die Schranken rechtzeitig geschlossen und zusätzlich mit Handzeichen vor dem herannahenden Zug gewarnt. Mehrere Fahrzeuge hielten demnach vorschriftsmäßig an.
Der Zugverkehr auf der Strecke wurde vorübergehend eingestellt, um die Unfallaufnahme zu ermöglichen. Nach etwa zwei Stunden konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Zeugen berichten von Missachtung der Schranke
Laut Augenzeugen soll Somrot Darachan die Warnungen ignoriert haben. Er sei von links an den wartenden Fahrzeugen vorbeigefahren und habe sich an der geschlossenen Schranke vorbeigedrängt. Anwesende riefen ihm zu, anzuhalten.
„Wir haben geschrien, dass der Zug kommt, und die Hupe des Zuges hat mehrmals laut gehupt, aber er ist trotzdem weitergefahren“, schilderten Zeugen gegenüber den Einsatzkräften.
Ein örtlicher Arbeiter, Akhom Pooldonphrai, hörte nach eigenen Angaben den lauten Aufprall und eilte sofort zur Unfallstelle. Er alarmierte umgehend die Rettungsteams.
Polizei sichert Spuren und prüft Ablauf
Die Polizei der Wache Sriracha dokumentierte den Unfallort, fertigte Fotos als Beweismittel an und leitete eine Untersuchung ein. Bahnvertreter wurden vorgeladen, um Aussagen zum Ablauf zu machen.
Die Beamten kündigten an, dass die rechtlichen Schritte nach den üblichen Verfahren erfolgen werden. Dabei soll der genaue Unfallhergang sowie ein mögliches Fehlverhalten geprüft werden.
Im Rahmen der Ermittlungen werden auch die Funktionsfähigkeit der Schrankenanlage, die Sichtverhältnisse am Bahnübergang sowie die Geschwindigkeit des Zuges untersucht. Die Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind.
Unfallstatistik an Bahnübergängen in Thailand
Unfälle an Bahnübergängen sind in Thailand keine Seltenheit. Laut Statistiken der thailändischen Eisenbahngesellschaft ereignen sich jährlich mehrere Dutzend Kollisionen zwischen Zügen und Fahrzeugen, wobei ein Großteil auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen ist.
Besonders gefährdet sind Motorradfahrer, die häufig versuchen, geschlossene Schranken zu umfahren, um Zeit zu sparen. Experten fordern seit Jahren eine Modernisierung der Sicherheitseinrichtungen und verstärkte Aufklärungskampagnen.
Hinweise zur Sicherheit an Bahnübergängen
Der Vorfall unterstreicht nach Einschätzung der Einsatzkräfte die hohe Gefahr an Bahnübergängen:
• Geschlossene Schranken und Warnsignale niemals umgehen
• Immer auf optische und akustische Hinweise der Bahnmitarbeiter achten
• Ausreichenden Abstand zu den Gleisen halten
• Besonders bei Zweirädern kein Durchschlängeln an wartenden Fahrzeugen
• Bei herannahenden Zügen niemals die Geschwindigkeit unterschätzen
• Im Zweifel lieber warten – der Zeitverlust ist minimal im Vergleich zum Risiko
Präventionsmaßnahmen und Appell an Verkehrsteilnehmer
Lokale Behörden planen nach diesem Vorfall verstärkte Kontrollen an neuralgischen Bahnübergängen. Zusätzlich sollen Informationskampagnen auf die Gefahren aufmerksam machen.
Verkehrsexperten betonen, dass die meisten Unfälle vermeidbar wären, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten würden. Ein Moment der Unachtsamkeit oder Ungeduld kann lebensbedrohliche Folgen haben.
🗣 Wenn Warnungen nichts mehr bedeuten
Schranke unten. Gesten der Bahnwärter. Rufe von Zeugen. Das Horn des Zuges.
Und trotzdem fährt jemand weiter.
Ist das pure Unachtsamkeit –
oder eine gefährliche Mischung aus Routine, Eile und Selbstüberschätzung?
Wie viele solcher Unfälle braucht es noch, bis Bahnübergänge ernst genommen werden?
Und reicht Technik allein – oder braucht es härtere Strafen und bessere Sicherung?
Schreib offen:
Was muss sich ändern, damit so etwas nicht immer wieder passiert?



