Nach Zug-Katastrophe: Bahn geht juristisch vor

Nach Zug-Katastrophe: Bahn geht juristisch vor
The Nation
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NAKHON RATCHASIMA – Nach dem verheerenden Kran-Unglück auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke schlägt der thailändische Staat zurück. Die staatliche Eisenbahn SRT hat sowohl Straf- als auch Zivilklage gegen den Baukonzern Italian-Thai Development (ITD) eingereicht.

Doppelklage: Strafe und Schadensersatz

Die Staatsbahn reagiert mit aller Härte auf die Katastrophe vom 14. Januar. Ein Kran war auf einen vorbeifahrenden Zug gestürzt und hatte Tote und Verletzte gefordert.

Nun folgen die Konsequenzen: Die SRT hat eine Strafanzeige wegen der Todesfälle und eine Zivilklage auf Schadensersatz eingereicht.

„Wir werden für den Schaden an Staatsvermögen, dem Ruf des Unternehmens und für die Opfer Rechenschaft fordern“, heißt es aus SRT-Kreisen.

Regierung setzt Untersuchungskommission ein

Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn ordnete umgehend eine unabhängige Untersuchungskommission an. Sie soll die Sicherheitsstandards auf der Baustelle überprüfen.

Das Gremium hat 15 Tage Zeit, den Vorfall vollständig aufzuklären und die genaue Ursache zu bestimmen. Der Druck auf ITD wächst damit stündlich.

Bereits jetzt ist klar: Der Kran hätte bei Zugdurchfahrt nie im Einsatz sein dürfen. Die Sicherheitsvorschriften wurden grob missachtet.

So viel Entschädigung bekommen die Opfer

Für die Hinterbliebenen der Toten sind 1,34 Millionen Baht (ca. 33.500 Euro) pro Person vorgesehen. Verletzte erhalten eine vollständige Kostenübernahme für ihre Behandlung.

Weitere Ansprüche für Sachschäden oder verlorenes Gepäck können separat geltend gemacht werden. Die Entschädigung wird gemeinsam von SRT und ITD getragen.

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Trotz der Zahlungen bleibt der Schock und das Misstrauen in die Sicherheit großer Infrastrukturprojekte riesig.

Reparatur dauert sieben Tage – Sicherheit wird überprüft

Der betroffene Zug wurde bereits von den Gleisen geborgen. Jetzt beginnt die Bergung des eingestürzten Krans.

Die Reparatur der beschädigten Schienen wird voraussichtlich sieben Tage in Anspruch nehmen. Der Zugverkehr ist in diesem Abschnitt weiterhin stark beeinträchtigt.

Die SRT kündigte an, landesweit bei allen Bauprojekten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Sensoren und CCTV-Überwachung einzuführen.

Ein Signal an die ganze Baubranche

Diese Klage ist mehr als nur eine Reaktion auf einen Einzelfall. Sie sendet ein deutliches Signal an alle Bauunternehmen im Land.

Sicherheitsvorschriften sind kein lästiges Anhängsel, sondern lebenswichtige Pflicht. Ihre Missachtung wird jetzt mit aller Härte des Gesetzes verfolgt.

Die thailändische Justiz muss nun beweisen, dass auch mächtige Konzerne nicht über dem Gesetz stehen. Ein Präzedenzfall mit Weitsicht.

🗣 Wenn Beton vor Gericht landet

Ein Kran fällt. Menschen sterben. Ein Zug wird zerstört. Jetzt beginnt nicht mehr die Rettung – sondern der Machtkampf um Schuld.
Reicht eine Klage, um ein System zu ändern? Oder werden auch diesmal nur Entschädigungen gezahlt, während Strukturen bleiben wie sie sind? Geht es hier um echte Verantwortung – oder um Schadensbegrenzung für Staat und Konzerne?
Schreib offen: Gerechtigkeit – oder nur ein weiteres Aktenzeichen?

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Quelle: The Nation

Ein Kommentar zu „Nach Zug-Katastrophe: Bahn geht juristisch vor

  1. Die ITD ist meines Erachtens ein Prototyp an Beispiel wie jahrzehntelang eingeübte Korruption und Protektionismus Menschenleben kostet. Es würde mich sehr wundern wenn sich das jetzt ändern würde.

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