BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung geht gegen mutmaßliche Öl-Hortung und illegale Umleitungen in der Lieferkette vor und hat Ermittlungen als Sonderfall eingestuft. Trotz auffälliger Fehlmengen – darunter 57 Millionen Liter auf See – soll die Versorgung über Songkran normal bleiben.
Regierung schlägt Alarm: Kampf gegen Hortung und Schmuggel
Am 3. April 2026 trat Premierminister Anutin Charnvirakul im Government House vor die Presse, nachdem Sicherheits- und Wirtschaftsbehörden zur Lage am Ölmarkt beraten hatten.
Ziel sei es, Versuche zu unterbinden, Treibstoff aus dem nationalen System abzuzweigen und illegal weiterzuverkaufen; dafür wurde ein staatliches Kontrollzentrum zur Überwachung und Rechtsdurchsetzung eingerichtet.
Drei Muster im Visier: Verzögerung, Lieferstopp, Umwege
Das Justizministerium, die Sonderermittlungsbehörde DSI und die maritime Sicherheitskoordination (Thai-MECC) meldeten Hinweise auf spekulative Praktiken entlang der Lieferkette.
Genannt wurden das absichtliche Verzögern von Seetransporten bis zu möglichen Preiserhöhungen, die Verweigerung von Auslieferungen aus großen Depots an Tankstellen sowie Transporte „außerhalb der Route“ zur mutmaßlichen Zwischenlagerung.
57 Millionen Liter „verschwunden“: Fall Surat Thani
Justizminister Pol. Lt. Gen. Ruttapol Neawarat berichtete von Auffälligkeiten in der Provinz Surat Thani: 96 Fahrten mit insgesamt 217 Millionen Litern hätten das Depot verlassen, angekommen seien jedoch nur 160 Millionen Liter.
Die Differenz von 57 Millionen Litern werde nach demselben Muster weiterverfolgt; die Behörden kündigten an, Verantwortliche strafrechtlich zu belangen.
Ungewöhnliche Schiffsbewegungen: 20 Fahrten auffällig
Konteradmiral Thadawut Thadphithakkun, Stabschef der Marine und Generalsekretär von Thai-MECC, sagte, im März seien in Surat Thani auffällige Verzögerungen festgestellt worden.
Demnach seien 20 Fahrten abnormal gewesen: 13 Fahrten mit 35 Millionen Litern sowie 7 Fahrten mit langen Liegezeiten mit 16 Millionen Litern – zusammen nahezu 50 Millionen Liter, die weiter geprüft würden.
Polizei-Kontrollen: Verdächtige Tankstellen und Exportfall Mae Sot
Die thailändische Polizei überprüfte stichprobenartig Tankstellen, die geschlossen hatten: Von 39 Fällen galten 6 als verdächtig, etwa weil Lagerbestände vorhanden gewesen seien, aber weniger ausgegeben wurde.
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Als Beispiel wurde ein Depot genannt, das 18 Millionen Liter vorrätig gehabt habe, im März jedoch nur 11 Millionen Liter abgegeben habe; zudem sei in Mae Sot ein mutmaßlicher illegaler Export von 45.000 Litern festgestellt worden.
Verbrauchssprung als Indiz: 67 auf 85 Millionen Liter pro Tag
Der Premier verwies auf Verbrauchsdaten seit dem 1. März: Thailand habe im Schnitt 67 Millionen Liter pro Tag genutzt, zeitweise sei der Wert jedoch auf 85 Millionen Liter pro Tag gestiegen.
Da dieser Mehrbedarf nicht durch Industrie- oder Wirtschaftsaktivitäten erklärbar erscheine, sieht die Regierung darin ein Indiz für Abzweigungen, Schmuggel oder Hortung und kündigte verschärfte Ermittlungen an.
DSI macht Sonderfall daraus – „War Room“ und Fokus auf Beweise
DSI-Chef Pol. Maj. Gen. Yutthana Phraekham erklärte, der Nachweis von „Ölverlusten“ auf See brauche Zeit, klar erkennbar seien jedoch bereits Hortung und Transportverzögerungen mit schwerwiegendem Muster.
Ruttapol kündigte einen „War Room“ bei der DSI an und betonte zugleich: Nach Aktenlage seien Raffinerien nicht an der Hortung beteiligt; in einzelnen Punkten fehlten zwar abrufbare Daten, ein Fehlverhalten sei dort aber nicht festgestellt worden.
Songkran: Regierung verspricht normale Versorgung und warnt vor Panikkäufen
Der Premier versicherte, während des Songkran-Festes werde Treibstoff regulär verfügbar sein, und rief die Bevölkerung ausdrücklich dazu auf, nicht zu hamstern.
Zudem seien Betreiber angewiesen worden, zusätzliche Tankwagen bereitzuhalten, um Engpässe zu vermeiden und die Sorge in der Bevölkerung zu reduzieren.
Razzien in Surat Thani: Sechs Standorte überprüft, weiteres Verfahren abhängig von Anzeige
In einem weiteren Update vom 3. April hieß es, dass am 1. April ein gemeinsames Team aus Justizministerium, DSI, Verteidigungsressort und Polizei in Surat Thani Depots großer Händler überprüft habe.
Kontrolliert wurden sechs Standorte von Händlern nach den relevanten Bestimmungen des Fuel Trade Act (B.E. 2543/2000); in einem genannten Fall mit mutmaßlich 2 Millionen Litern Bestand und nur 400.000 Litern Abgabe im März müsse für die Einstufung als Sonderfall zunächst eine Anzeige der Provinz-Handelsbehörde vorliegen.
Deine Meinung
Wie bewertest du die Maßnahmen der Regierung: konsequentes Durchgreifen gegen Schmuggel und Spekulation – oder kommt die Reaktion zu spät, um Preis- und Versorgungsdruck zu verhindern?
Sollten Kontrollen bei Depots, Tankstellen und Seetransporten dauerhaft verschärft werden, auch wenn das mehr Bürokratie bedeutet? Schreib uns deine Einschätzung in die Kommentare.



in Thailand ist doch alles möglich.
Die Verantworlichen müssen doch alle Fäden in der Hand haben und in höchsten Stellen sitzen. Was aus den „Ermtllungen“ wird ist, wie man sich denken kann, der übliche Weg bei solchen Dimensionen.
Der Sprit ist weg, die Moneten haben ihren Weg längst gefunden.
Wie vermutlich dieser Kommentar so kurz vor Songkran….
das da gleich wieder boesartige unterstellungen gemacht werden finde ich inakzeptabel.
niemand hatte die absicht sich daran zu bereichern , thailand und seine vorschriften sind sehr gut , einen diebstahl halte ich fuer ausgeschlossen.
was passiert wenn man den einfuelldeckel der sich oben befindet versehentlich vergessen hat zu schliessen , ja ihr von der kommission , ihr wisst nicht das der treibstoff verfliegt !!
gut das ich hier bin, jetzt wisst ihr wo die mio. von liter hin sind !!
da soll noch einer sagen ich spinne !!??
vor ganz vielen monden hat man in phattalung 500kg ganja hochgenommen , ein riesen fund , die presse ueberschlug sich.
die polizei hat alles gewogen und bei sich in die asservatenkammer eingelagert.
nach ein paar monaten kam es zur verhandlung und der wiegevorgang wurde wiederholt , es fehlten 100kg !!
der aufschrei war gross, ganz phattalung stand kopf !
boese zungen haben alles moegliche erzaehlt wo die kilos hin sind , ich fand das furchtbar solche unterstellungen zu machen.
auf draengen von weiteren behoerden wurde eine tatortbegehung von forensikern veranlasst , diese haben mit der lupe in der hand maeusekot entdeckt ,und kamen zu dem schluss das sich die maeuse ueber monate daran gelabt haben. so schnell kann sich alles aufklaeren ,ich fuehlte mich nach dieser nachricht auch sichtlich wohler.
das war die zeit wo man annahm das unter maeuse eine krankheit ausgebrochen sein muss, etliche maeuse liefen in zick zack ueber die strasse , waren desorientiert und anderweitig im denken und handeln eingeschraenkt.
mit dem fund von dem maeusekot klaerte sich auch das auf und alle atmeten auf , ich auch !!
ich glaube an das gute im menschen 🙏