Pass gezeigt, Karte weg – BTS sorgt für Aufruhr

Pass gezeigt, Karte weg – BTS sorgt für Aufruhr
Facebook: Zaw Htun Lat

BANGKOK, THAILAND – Ein Pendler aus Myanmar hat der Betreibergesellschaft des BTS-Skytrain eine diskriminierende Praxis vorgeworfen, nachdem seine elektronische Fahrkarte Rabbit Card nach einer Passkontrolle eingezogen worden war.

Streit um eingezogene Rabbit Card

Der Myanmar-Staatsbürger Zaw Htun Lat schilderte, ihm sei seine Rabbit Card an einer BTS-Station in Bangkok abgenommen worden, nachdem das Personal seinen Pass gesehen habe. Der Vorfall ereignete sich nach seinen Angaben am 30. Dezember, obwohl er die Karte bereits seit Jahren für den täglichen Arbeitsweg nutzte.

Er berichtete, das Stationspersonal habe ihm mitgeteilt, seine Karte werde gemäß geänderter Nutzungsbedingungen gesperrt und eingezogen. Das verbleibende Guthaben solle ihm innerhalb einer Woche zurückerstattet werden.

Stattdessen sei ihm empfohlen worden, künftig Einzelfahrscheine zu kaufen. Dies nehme dem Angebot aus seiner Sicht jedoch den Hauptvorteil der schnellen und bequemen Nutzung.

Vorwurf: Regel nur für „Hochrisiko-Länder“?

Nach Gesprächen mit anderen Betroffenen erklärte Zaw, dass mehrere Bürger aus Myanmar ähnliche Erfahrungen gemacht hätten. Er verwies dabei auf Berichte, wonach die Regelung gezielt Ausländer aus sogenannten Hochrisiko-Ländern betreffe.

Demnach sollen neben Menschen aus Myanmar auch Personen aus Nordkorea und Iran sowie Politiker aus den Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat von der Nutzung der Rabbit Card ausgeschlossen sein. Diese Gruppen könnten jedoch weiterhin Einzel- oder Tageskarten für den BTS-Skytrain erwerben.

Zaw bezeichnete diese Konstellation als nicht nachvollziehbar. „Wenn es wirklich um Sicherheit ginge, wäre kaum erklärbar, warum Menschen aus Hochrisiko-Ländern zwar keine Rabbit Card, aber weiterhin normale Tickets nutzen dürfen“, schrieb er sinngemäß. Die Änderung führe lediglich zu zusätzlicher Unannehmlichkeit für diese Fahrgäste.

BTS verweist auf Finanzregeln und KYC-Pflicht

Die Betreibergesellschaft des BTS Skytrain reagierte mit einer öffentlichen Stellungnahme. Darin betonte sie, die Rabbit Card sei rechtlich eine Form von elektronischem Geld, für deren Nutzung eine Identitätsprüfung nach dem sogenannten KYC-Prinzip (Know Your Customer) vorgeschrieben sei.

Die Vorgaben ergäben sich aus einschlägigen Finanz- und Geldwäschevorschriften, hieß es. Die Pflicht zur Identitätsbestätigung und Aktualisierung der Daten gelte für alle Nutzer, unabhängig von Nationalität oder Herkunft. Man weise den Vorwurf der Diskriminierung zurück.

Nach Unternehmensangaben können sowohl thailändische als auch ausländische Fahrgäste ihre KYC-Daten an den Fahrscheinschaltern aller BTS-Stationen überprüfen und aktualisieren lassen.

Paralleldebatte um Bewaffnung von Polizisten im BTS

Parallel dazu ist die Sicherheit im BTS-System auch aus einem anderen Grund in die Diskussion geraten. Thailändische Polizeibeamte äußerten Bedenken, nachdem sie beim Nutzen des Skytrain keine Schusswaffen mitführen dürfen.

Öffentlich wurde das Thema, nachdem der in den USA lebende Thailänder Worraphop „Mark“ Yunkiat die Regelung in den sozialen Medien thematisiert hatte. Die Diskussion dreht sich um die Frage, wie sich das Waffenverbot für Polizisten auf die Sicherheitslage im Nahverkehrssystem auswirkt.

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Quelle: The Thaiger

3 Kommentare zu „Pass gezeigt, Karte weg – BTS sorgt für Aufruhr

  1. Kopfschütteln ohne Ende. Für eine BTS Karte ein KYC Verfahren. Lächerlich…
    Ganz sicher betreiben die Genannten Geldwäsche durch den Kauf eines Tickets. Und wenn sie lange genug BTS fahren werden sie Millionäre…555

    1. Sehr richtig Freddy, wollen sie mit solchen Massnahmen noch mehr Leute verärgern? Das schaffen sie täglich sehr gut.
      Für solche Massnahmen gibt es eine Daumen hoch. (Ironie Off)

  2. Unsere Karte wurde blockiert wegen KYC. Pink Id Karte wurde nicht akzeptiert. Mussten retour ins Hotel Original Pass holen, dann durften / konnten wir die baht 300 raufladen. Schöne Geldwäscherei. Damit werden Karteninhaber nur verärgert und hat mit Geldwäscherei absolut nichts zu tun.

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