PATTAYA, THAILAND – Die Polizei hat in einer nächtlichen Razzia 16 ausländische Straßenprostituierte festgenommen und leitet Abschiebungen ein. Die Aktion soll kurz vor Songkran Ordnung schaffen und das Tourismus-Image der Stadt schützen.
Razzia am Strand: 16 Festnahmen in der Nacht
Die Pattaya-Polizei nahm am späten Abend des 9. April bei einer koordinierten Operation 16 ausländische Frauen fest. Die Einsätze konzentrierten sich auf Pattaya Beach sowie angrenzende Straßen.
Im Fokus standen Beach Road und Pattaya Second Road im Gebiet Nong Prue, also zentrale Zonen des Tourismus. Die Behörden setzten damit sichtbar auf Kontrollen direkt im öffentlichen Raum.
Gemeinsamer Einsatz von Touristenpolizei, Immigration und Sozialbehörde
Angeordnet wurde die Operation laut Bericht von Pol. Lt. Col. Prabda Suksuntree vom Tourist Police Bureau. Daraufhin wurde eine Ermittlungseinheit der Tourist Police Station 4 eingesetzt.
Parallel koordinierten die Beamten mit dem Chonburi Provincial Social Development and Human Security Office sowie dem Chonburi Immigration Office. Gemeinsam wurden stark frequentierte Touristengebiete überprüft.
Anklage nach Prostitutionsgesetz: Öffentliche Anbahnung im Visier
Die Festgenommenen stammen den Angaben zufolge überwiegend aus Usbekistan, Kirgisistan und Uganda. Ihnen wird ein Verstoß gegen Section 5 des Prevention and Suppression of Prostitution Act von 1996 vorgeworfen.
Der Tatbestand umfasst das Ansprechen oder Kontaktieren von Personen zur Prostitution in der Öffentlichkeit sowie das Heranführen oder Belästigen zu diesem Zweck. Damit richtet sich die Maßnahme ausdrücklich gegen sichtbare Straßenanbahnung.
Geldstrafen, Visastreichung und Abschiebehaft
Nach der Festnahme wurden die Verdächtigen schrittweise abgearbeitet: Zunächst erhielten 12 Frauen von Sozialbeamten eine Geldstrafe von jeweils 1.000 Baht. Anschließend wurde durch die Immigration ihre Aufenthaltserlaubnis widerrufen.
Die Betroffenen werden nun bis zur Abschiebung festgehalten. Eine Person soll ihr Visum überzogen haben und wurde deshalb zur Pattaya City Police Station für weitere rechtliche Schritte überstellt.
Drei Fälle noch in Bearbeitung – Ziel bleibt die Abschiebung
Bei drei weiteren Verdächtigen laufen laut Behörden noch administrative Verfahren. Ihre Visa würden derzeit widerrufen, danach sollen auch sie in Gewahrsam genommen und zur Rückführung vorbereitet werden.
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Offiziell wurde bestätigt, dass am Ende alle 16 Personen abgeschoben werden sollen. In jedem Fall gehen die Einwanderungsmaßnahmen mit den prostitutionbezogenen Vorwürfen einher.
Songkran als Auslöser: Behörden wollen Ordnung und Tourismus-Image sichern
Die Razzia ist Teil breiterer Sicherheitsmaßnahmen in Pattaya rund um das Songkran-Festival. Die Behörden begründen das Vorgehen mit dem Ziel, Ordnung zu wahren und das Image der Stadt als Reiseziel zu schützen.
Da Songkran traditionell viele Besucher anzieht, wurde die Präsenz in Schlüsselbereichen verstärkt. Entsprechend kündigten die Verantwortlichen an, Kontrollen und gemeinsame Einsätze während der Feiertage fortzusetzen.
Fortsetzung einer Serie: Bangkok und frühere Aktionen in Pattaya
Die Aktion folgt auf ähnliche Maßnahmen in Thailand: In Pattaya wurden erst in der Vorwoche 31 transgender Straßenarbeiter festgehalten, befragt und anschließend wieder freigelassen. Statt Anklagen gab es dem Bericht zufolge formelle Verwarnungen, die Überwachung der Bereiche lief jedoch weiter.
Bereits am 20. März wurden in Bangkok bei einer koordinierten Razzia 15 afrikanische Prostituierte festgenommen und nach Einwanderungsverfahren abgeschoben. Zusammengenommen zeigen die Fälle ein Muster gezielter Durchsetzung gegen ausländische Straßenprostitution.
Mehr Patrouillen wegen Kriminalitätsberichten und wirtschaftlichem Druck
Parallel verweisen Behörden auf wiederkehrende Vorfälle in Touristenzonen, darunter Straßenschlägereien, Raub und Betrugsmaschen. Besonders entlang wichtiger Straßen sollen Betrüger immer wieder Touristen ins Visier genommen haben, weshalb sichtbare Patrouillen ausgebaut wurden.
Tourismusbetriebe meldeten zudem rückläufige Buchungen, die laut Angaben teilweise mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten in Verbindung gebracht werden. Trotz wirtschaftlichem Druck bleibt Pattaya ein zentrales Reiseziel, weshalb die Behörden auf „sichtbare“ Ordnungspolitik setzen.
Kontrollen bis nach Songkran: Sofortmaßnahmen bei Verstößen angekündigt
Die Polizei erklärte, Inspektionen würden während der gesamten Songkran-Periode fortgesetzt, die Zusammenarbeit zwischen Touristenpolizei, Immigration und Sozialbehörden bleibe bestehen. Bei Verstößen seien umgehende Maßnahmen vorgesehen.
Genannt wurden Geldstrafen, Visawiderruf, Inhaftierung und Abschiebung. Namen der Festgenommenen wurden nicht veröffentlicht, weitere Festnahmen wurden zunächst nicht bestätigt, Einsatzteams blieben jedoch in Zentral-Pattaya aktiv.
Rückblick: Songkran-Unruhen und Fokus auf private Sicherheitskräfte
Im Vorjahr kam es in Pattaya während Songkran laut Bericht zu vermehrten Straßenschlägereien und Störungen, etwa durch Streit über unerwünschtes Wasserspritzen. Zudem wurden Vorfälle mit ruppigem Vorgehen von Bar-Personal in Teilen des Rotlichtmilieus erwähnt.
Das habe die Polizei zusätzlich veranlasst, auch private Sicherheitskräfte stärker zu kontrollieren, insbesondere im Bereich der Walking Street. Der aktuelle Einsatz reiht sich damit in eine breitere Linie ein, die öffentliche Ordnung in Hotspots strenger zu überwachen.
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