Schweizer Franken – Wahnsinn in Bangkok

Schweizer Expats in Thailand behandeln Geld wie Konfetti – während Deutsche jeden Baht dreimal umdrehen. Eine satirische Reise durch Portemonnaies, Preisvorstellungen und Pasta-Diskussionen am Mekong.

Schweizer Franken – Wahnsinn in Bangkok
KI-generierte Illustration, erstellt von Google Gemini

Was kostet die Welt? – Wenn Schweizer Franken plötzlich wie Monopoly-Geld wirken

Es ist ein gewöhnlicher Dienstagabend in einer Bar in Bangkok. Die Sonne ist gerade untergegangen, die Klimaanlage kämpft heroisch gegen 35 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit, und an der Bar entspinnt sich eine Diskussion, die kulturelle Gräben aufdeckt, tiefer als der Marianengraben.

Die große Geld-Verwirrung: Wenn 100 Baht plötzlich „günstig“ sind

Also ich find‘ 120 Baht für ein Bier völlig okay„, sagt Hans-Peter aus Zug und nuckelt entspannt an seinem Chang. Nebenan würgt Klaus aus Düsseldorf fast an seinem günstigeren Leo-Bier. „120 Baht? Das sind ja über drei Euro zwanzig! Für ein BIER! In THAILAND!

Hans-Peter zuckt mit den Schultern, als hätte Klaus gerade beklagt, dass Wasser nass sei. „Na ja, in Zürich zahl ich fünf Franken für ein Bier. Da sind drei Euro schon fast geschenkt.

Es ist dieser Moment, in dem zwei Welten aufeinanderprallen: Die eine kennt Bierpreise, bei denen man eine kleine Hypothek aufnehmen müsste, die andere ist noch immer schockiert, wenn das Abendbrot mehr als fünf Euro kostet. Willkommen in der faszinierenden Welt der Schweizer Expats in Thailand – Menschen, für die ein 500-Baht-Dinner nicht etwa eine Wochenend-Extravaganz ist, sondern „eigentlich ganz schön günstig“.

Das Phänomen der relativen Armut: Wenn Millionäre über Geld jammern

Die Schweizer haben eine ganz besondere Beziehung zum Geld entwickelt. Es ist nicht so, dass sie verschwenderisch wären – oh nein, das wäre viel zu einfach. Sie haben vielmehr ein komplett anderes Koordinatensystem entwickelt, in dem 40 Franken für ein Mittagessen „normal“ sind und 15 Franken für ein Sandwich „eigentlich sogar günstig„.

Dieses Phänomen lässt sich besonders gut bei Schweizer Expat-Treffen beobachten. Während sich Deutsche und Österreicher über die steigenden Preise in Thailand beklagen („Früher hat die Pad Thai 40 Baht gekostet, jetzt sind es 80!„), nicken die Schweizer verständnisvoll und bestellen entspannt ihre dritte Runde Cocktails für je 300 Baht.

Ich versteh‘ das Gejammer nicht„, erklärt Ursula aus Basel, während sie einen Signature-Drink schlürft, der mehr kostet als ein durchschnittliches thailändisches Tagesgehalt. „In Zürich zahl ich für einen Cappuccino gut sieben Franken. Hier kostet der nur 200 Baht – das sind keine fünf Franken! Das ist ja praktisch umsonst!

Es ist diese Art von Mathematik, die andere Nationalitäten zur Verzweiflung treibt. Während ein Deutscher rechnet: „200 Baht sind ja schon fast sechs Euro für einen KAFFEE!„, denkt der Schweizer: „Wow, 30% Rabatt!

Kulturschock im Supermarkt: Wenn Käse zum Luxusgut wird

Der wahre Test für jeden Expat kommt im Supermarkt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, hier zeigt sich, wer wirklich bereit ist, für die Heimat zu leiden – finanziell gesehen.

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Ein durchschnittlicher Schweizer Expat steht vor dem Käseregal im Gourmet Market und macht das, was Schweizer am besten können: Er rechnet. Nicht etwa, ob er sich den Gruyère für 800 Baht leisten kann, sondern ob der Preis „vernünftig“ ist. „In der Schweiz würde der gleiche Käse 25 Franken kosten„, murmelt er vor sich hin, „hier sind es nur 20. Das ist ja ein Schnäppchen!

Zwei Regale weiter steht Manfred aus München und starrt entsetzt auf ein Glas Nutella für 280 Baht. „Über acht Euro für Nutella! Das ist ja Wahnsinn!“ Der Schweizer nebenan nickt verständnisvoll: „Ja, teuer. In Zürich kostet das gleiche Glas aber auch fast sechs Franken. Hier ist es eigentlich ähnlich.

Es ist diese entspannte Haltung zu Preisen, die andere Expats gleichzeitig fasziniert und frustriert. Während Deutsche Excel-Tabellen erstellen, um die günstigsten Einkaufszeiten zu ermitteln, und Österreicher stundenlang über die Preisunterschiede zwischen Lotus und Big C philosophieren, gehen Schweizer einfach einkaufen. Ohne Drama. Ohne Diskussion. Ohne dreimaliges Umrechnen in die Heimatwährung.

Die stille Macht des Schweizer Geldbeutels: Luxus ohne Aufhebens

Das wirklich Faszinierende an Schweizer Expats ist nicht, dass sie Geld haben – das ist nur die halbe Wahrheit. Das Faszinierende ist, wie unauffällig sie es ausgeben. Während andere Nationalitäten entweder geizig sind oder protzig, haben die Schweizer eine Art entwickelt, Geld auszugeben, die man als „aggressive Bescheidenheit“ bezeichnen könnte.

Beispiel Restaurant-Besuche: Ein deutscher Tourist studiert die Speisekarte wie ein Archäologe ein wichtiges Artefakt, rechnet um, vergleicht, diskutiert mit der Gruppe („Also das Pad Thai für 180 Baht ist aber schon ganz schön teuer…„). Der Schweizer? Bestellt einfach. Und zwar nicht das Günstigste, aber auch nicht das Teuerste. Irgendwas Mittleres. Für 350 Baht. Mit Vorspeise. Und einem Glas Wein. Ach, und Dessert auch noch.

Ist doch nicht so teuer„, sagt er dann, wenn die anderen erstaunt gucken. „Das ganze Menü kostet weniger als ein einfaches Abendessen in Bern.“

Diese Art der Relativierung macht andere wahnsinnig. Aber sie ist auch genial. Denn während alle anderen diskutieren, ob 200 Baht für ein Hauptgericht „zu viel“ sind, genießt der Schweizer bereits sein Essen. Und bestellt auch noch einen zweiten Wein.

Das Geheimnis der Schweizer Sparsamkeit: Reich werden durch Nichts-Sagen

Hier kommen wir zum größten Mythos über Schweizer Expats: Sie seien verschwenderisch. Das stimmt nicht. Sie sind nur konsequent. Während andere ständig über Geld reden (Deutsche), oder ständig klagen (Österreicher), reden Schweizer einfach nicht darüber. Punkt.

Wie viel verdienst du denn?„, fragt Klaus aus Hamburg neugierig. Hans-Peter aus Winterthur nimmt einen Schluck Bier und antwortet: „Genug.“ Ende der Diskussion. Keine Details. Keine Prahlerei. Keine falsche Bescheidenheit. Einfach: Genug.

Diese Kunst des Nichts-Sagens ist wahrhaft beeindruckend. Während in deutschen Expat-Gruppen ausführlich über Gehälter, Boni und Lebenshaltungskosten diskutiert wird, schweigen die Schweizer. Sie lächeln. Sie nicken. Und zahlen dann diskret die Rechnung für alle.

Ach komm, lass mal„, sagen sie dann, wenn die anderen protestieren. „Ist schon okay.“ Und schon wieder diese magische Phrase: „Ist nicht so teuer.“

Monopoly-Geld-Syndrom: Wenn echtes Geld unwirklich wird

Das eigentliche Problem – oder Privileg, je nach Sichtweise – der Schweizer Expats ist das „Monopoly-Geld-Syndrom„. Nach Jahren in einem Land, wo ein Big Mac locker neun Franken kostet und ein Kaffee sieben, entwickelt man eine ganz andere Beziehung zum Geld. Normale Preise erscheinen surreal günstig.

Ich hab gestern eine Massage bekommen„, erzählt Brigitte aus St. Gallen. „Eine Stunde, professionell, in einem schönen Spa. 500 Baht. Das sind 12 Franken! In Zürich bezahlst du das für zehn Minuten!

Und da ist es wieder: Diese Art der Rechnung, die andere zur Weißglut treibt. Während alle anderen denken „500 Baht für eine Massage ist aber schon ganz schön happig„, denkt der Schweizer: „Wow, 90% billiger als zu Hause!

Es ist wie ein Realitätsverlust, aber ein positiver. Schweizer Expats leben in einer Parallelwelt, in der Thailand ein riesiger Sale ist und alles „eigentlich ganz günstig“ ist. Das macht sie zu den entspanntesten Expats überhaupt – und gleichzeitig zu den geheimnisvollsten.

Die Kunst des dezenten Reichtums: Millionäre in Flip-Flops

Was Schweizer Expats von allen anderen unterscheidet, ist ihr Talent, reich zu sein, ohne es zu zeigen. Während russische Oligarchen in goldenen Lamborghinis herumfahren und deutsche Rentner ständig betonen, wie günstig alles ist, leben Schweizer ihren Wohlstand mit einem Understatement, das schon fast Kunst ist.

Sie wohnen in schönen Apartments, aber nicht in den protzigsten Penthäusern. Sie essen in guten Restaurants, aber machen kein Theater dabei. Sie fahren Taxi statt Bus, aber bestellen keinen Porsche. Sie leben komfortabel, aber nicht auffällig.

Ich bin eigentlich ganz sparsam„, sagt Werner aus Luzern, während er 2.000 Baht für ein Abendessen in einem schicken Restaurant hinblättert. „Ich achte schon auf die Preise.“ Und das meint er ernst. Für seine Verhältnisse IST er sparsam. Er hätte auch das 4.000-Baht-Menü nehmen können. Hat er aber nicht. Also: sparsam.

Diese Art von „Sparsamkeit“ ist für Normalverdiener schwer zu verstehen. Aber sie ist ehrlich gemeint. Schweizer haben einfach andere Maßstäbe. Und diese Maßstäbe machen Thailand zu einem riesigen Schnäppchen-Paradies.

Das große Finale: Wenn Welten aufeinanderprallen

Am Ende des Abends kommt die Rechnung. 8.500 Baht für fünf Leute. Die Deutschen rechnen panisch um: „Das sind über 250 Euro! Für ein Abendessen!“ Die Österreicher sind schockiert: „In Wien hätten wir für die Hälfte gegessen!“ Und der Schweizer? Zückt entspannt seine Kreditkarte: „War ein schöner Abend. Wirklich nicht teuer für so ein gutes Restaurant.

Und vielleicht liegt hier der Schlüssel zum Verständnis der Schweizer Expats in Thailand: Sie haben nicht mehr Geld als andere (okay, meistens schon), aber sie haben eine andere Einstellung dazu. Geld ist für sie ein Werkzeug, nicht ein Ziel. Ein Mittel zum Zweck, nicht der Zweck selbst.

Während andere rechnen, genießen sie. Während andere diskutieren, bestellen sie. Während andere klagen, leben sie. Und am Ende des Tages – oder des Abends – haben sie einfach mehr Spaß. Auch wenn es mehr kostet.

Vielleicht ist das der wahre Luxus: Nicht das Geld zu haben, sondern die Gelassenheit, es auszugeben. Die Schweizer haben diese Kunst perfektioniert. In Thailand fällt es nur besonders auf, weil hier alle anderen Nationalitäten ihre finanziellen Neurosen besonders deutlich ausleben.

So bleibt am Ende nur eine Erkenntnis: Schweizer Franken mögen wie Monopoly-Geld wirken – aber nur, wenn man genug davon hat. Und die Schweizer haben genug. Meistens jedenfalls. Sie sagen nur nichts dazu. Das ist sehr schweizerisch. Und sehr irritierend. Und irgendwie auch sehr beneidenswert.

„Ist halt nicht so teuer“, würde Hans-Peter sagen. Und damit wäre für ihn das Thema erledigt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine satirische Betrachtung und dient der Unterhaltung. Die beschriebenen Ereignisse beruhen auf persönlichen Erlebnissen oder typischen Einzelfällen. Sie stellen keine allgemein gültige Aussage über Personen oder Kulturen dar.

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21 Kommentare zu „Schweizer Franken – Wahnsinn in Bangkok

  1. Wer dauerhaft in Thailand lebt, sollte die Preise nicht mit denen im Heimatland vergleichen. Sonst rechnet man einfach falsch! Für Touristen mag es ja Sinn machen, jedoch nicht für Expats. Das Budget für Residenten sollte den Preisen in Thailand angepasst werden. Sonst ist irgendwann Ebbe in der Kasse!

  2. Die lieben Schweizer haben noch ein anderes Argument. Die meisten haben eine sehr genügende Altersversorgung, was ich jedem gönne. Da kann man solche Sprüche schon mal in aller Lockerheit bringen.
    Ansonsten kommt mir ein Satz in dem Bericht etwas seltsam vor: „Während sich Deutsche, Österreicher und alle anderen DACH-Bewohner über steigende Preise in Thailand beklagen, nicken die Schwizer verständnisvoll…“
    Was bedeutet die Abkürzung DACH nochmal?

  3. Ich habe eine fast normale AHV (90%). Ich koche selber, wohne mietfrei, Pickup, Moped usw. Ich kaufe schon auch ein, auf Sachen die ich Lust habe und komme eigentlich gut, aber nicht üppig über die Runde. Aber ich weigere mich, wegen steigenden Preisen, mir die Laune verderben zu lassen. Ich lasse mir doch meinen Lebensabend nicht vermiesen. Mich würde das Ärgern, wenn ich mir selber die Laune verderben würde. Das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern, wo auch immer man lebt.

    1. Etwas vergass ich noch anzufügen. Wenn mir irgendwas zu teuer erscheint, dann lass ich es. Wenn das Bier in der Bar zu teuer dann nehme ich vielleicht 2 statt 3 oder mehr. Aber wenn ich in der Soi4 Sukhumvit in BKK im Hillary2 abhänge, geht es mir am Allerwertesten vorbei, wenn ein Bier 150 THB kostet. Ich habe tolle Live Musik, angenehme Stimmung und Spass. Wenn ich 2 Wochen vorher 140 sFr. für das Stones Konzert in Zürich bezahlt habe, ist das Bier in der Soi 4 wirklich billig. der Deutsch zahlt ja auf der Wiesn auch 15€ für eine Oktoberfestplörre, die statt einem Liter Bier nur 7 dl beinhaltet.

  4. Über Geld/Gold spricht man nicht,sondern man hat es!
    Bin kein Schweizer…
    Gibt es für den Wochenblitz nur PAD THAI,daß u.a.ein arme Leute Essen ist?

    1. richtig bemerkt, nicht prahlen, haben, undercover sein und sein nachtessen geniessen, und zwei bierchen dazu, mit dem „schweizer fränkli“ kein problem, mit der schweizer rente erst recht nicht 🇨🇭

  5. Kommt halt drauf an, wie viel Geld derjenige pro Monat zur freien Verfügung hat.
    Jeder normal Denkende gibt nicht mehr aus als er monatlich verdient bzw. als Rente hat .
    Ich als Neurentner muß bei meinen Ausgeben etwas mehr auf die Bremse treten als vor der Rente.
    Einen Kaffee für 500 Thb würde ich mir heute nicht mehr gönnen, dafür kann ich in anderen Lokalitäten sechs Kaffee pro Woche trinken.
    DACH-Ironie Ende.

  6.  Der Schlüssel zum Verständnis der Schweizer Expats in Thailand ist eigentlich ganz einfach. Die verdienen in der Heimat im Gegensatz zu Deutsche und Österreicher das doppelte oder gar das dreifache. Dazu kommt, dass die Schweiz sich konsequent gegen den Euro ausgesprochen hat und auf die eigene Währung gesetzt hat. Das hat der Schweiz einen unglaublichen Wohlstand beschert. Der Franke ist ein sicherer Hafen und deshalb legen viele Europäer Teile ihres Vermögens in Franken an. Das hat zwar die Preise in der Schweiz in die Höhe getrieben. Aber dafür sind die Schweizer im Ausland und insbesondere in Thailand die Könige und können sich vieles leisten was sich der Deutsche verkneifen muss. Der Euro wird immer mehr zur Weichwährung und ein Urlaub außerhalb der EU können immer weniger Deutsche bezahlen.

  7. Informiert euch das nächstemal besser über Schweizer Preise.

    Kaffepreis in der Schweiz 2025 durchschnittlich Sfr. 4.65 nicht 9 Euro
    1 Big Mac Sfr. 9.00 nicht 18 Euro
    Nutella 750g Glas Sfr 5.20 nicht 12 Euro

    1. Vielen Dank für Ihren aufmerksamen Hinweis – Sie haben völlig recht, dass die genannten Durchschnittspreise nicht der aktuellen Realität in der Schweiz entsprechen. Wir haben die betreffenden Stellen im Artikel entsprechend angepasst und dabei auf Preise zurückgegriffen, die für gehobene Stadtlagen wie Zürich realistisch sind.
      Wie am Ende des Beitrags ausdrücklich vermerkt, handelt es sich um eine satirische Kolumne, die typische Situationen und Wahrnehmungen mit einem Augenzwinkern überzeichnet – und nicht um einen Tatsachenbericht mit erhobenen Preisdaten. Dennoch ist Ihre Korrektur berechtigt und wir freuen uns immer, wenn unsere Leser so genau hinschauen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Die Wochenblitz-Redaktion

    2. Absolut richtig! Einem normalen Malocher in der Schweiz geht es garantiert nicht besser als einem normalen Malocher in Deutschland! Das liegt an den gewaltigen Preisen in der Schweiz. Man kann nicht nur die Arbeitseinkommen völlig isoliert von den Lebenshaltungskosten betrachten. Übrigens. Arbeitseinkommen stellt auch ein Preis dar, der wiederum in die Preise für Produkte und Dienstleistungen eingeht!
      Warum leben so viele Schweizer Rentner in Thailand, aber auch in Deutschland und anderen Ländern mit geringeren Lebenshaltungskosten, wo aber auch die Einkünfte entsprechend geringer sind? Weil sie so hohe Renten haben? Nein, sondern weil ihre Renten für ein vernünftiges Leben in der Schweiz zu knapp bemessen sind. Da zieht man lieber in andere Länder, wo man mit der Schweizer Rente besser leben kann.
      Die Aussage, Schweizer würden gegenüber Deutschen und Österreichern das Doppelte oder gar Dreifache verdienen, ist Augenwischerei. Ich habe 2008-2009 in der Schweiz gearbeitet und mein Einkommen war damals nominell (aber nicht real!) etwa 25 % höher als das Einkommen für einen vergleichbaren Job in Deutschland. Das allerdings bei einem Währungskurs von 1 : 0,65 (CHF : €). Heute ist dieser Kurs bei 1 : 1,06. Dadurch ist der Außenwert des Franken gegenüber dem Euro gewaltig gestiegen, aber der Binnenwert, als die Kaufkraft in der Schweiz ist es nicht. Was in der Schweiz 1 CHF kostet, kostet eben 1 CHF. Absolut wurscht, wie der Wechselkurs aussieht, so lange man in der Schweiz bleibt. Und die Preise für z.B. Wohnungen sind dort gewaltig und ebenso müssen Familien sehr viel Geld für Krankenversicherungen (die auch noch massive Selbstbeteiligungen und keine Zahnversicherung enthalten) bezahlen, denn der Arbeitgeber zahlt nichts dazu und von den Krankenversicherungen werden Kopfprämien verlangt, d.h. jede einzelne Person in einer Familie muss separat abgesichert werden. Es ist nicht wie in Deutschland in der GKV, wo die Gutverdienenden für die Schlechtverdienenden mitbezahlen und deren Familienangehörige auch noch beitragsfrei mitversichert sind. Was dagegen in der Schweiz gut ist, ist die Altersabsicherung. Wir in Deutschland quälen uns mit der krüppligen Riesterrente ab und in der Schweiz hat man Pensionskassen, in die auch die Arbeitgeber für die Arbeitnehmer einzahlen und somit im Alter neben der staatlichen Rente (AHV) noch eine zusätzliche Rente einbringt. Aber dieses Geld muss auch erst einmal von den Unternehmen verdient werden und zwar im Inland und auch durch Exportgeschäfte. Deutsche Unternehmen jammern immer über die zu hohen Kosten und es soll immer zuerst bei den Arbeitnehmern gespart werden, weil man sonst die Waren nicht ins Ausland verkaufen könnte. Was sollen da erst die Schweizer Unternehmen sagen?

  8. In Hua Hin gibt es viele Schweizer. Viele leben in mondänen Villas und viele Preise sind im Gegensatz zu ihrer Heimat extrem günstig.
    Aber sie prahlen nicht und sind angenehme Mitbürger. Es gibt auch viele reiche Deutsche dort. [entfernt]. Spielte zuletzt Golf mit einem ca.70 Jahre alten Ehepaar. Jede Minute eine Qual. Drei Häuser in Thailand und zwei in Deutschland, aber so viel Stress, und der Golfplatz elend schlecht und die Greenkeeper gehörten „eigentlich erschossen“, dies nur, weil sie ihr Par nicht spielten. Immer auf Leistung aus….

    Hinweis: Ein verallgemeinerndes Urteil wurde durch die Redaktion entfernt.

  9. Ich finde diesen Beitrag als Schweizer über Schweizer in Thailand schon sehr deplaziert, diskriminierend und realitätsfremd gerade aus der Sicht von Deutschen. Die Kaufkraft des Schweizer Frankens resultiert aus den verschiedensten weltpolitischen Gründen, nicht zuletzt aus der schwachen Deutschen Wirtschaft. Das Auswanderungsland Nr. 1 für die Deutschen ist die Schweiz. Warum wohl? Weil sie mehr verdienen für diesselbe Tätigigkeit im Heimatland. Die grösste Anzahl der Einwanderer in der Schweiz sind Deutsche. Was sie dabei völlig ausser Acht lassen, sind die extrem hohen Lebenshaltungskosten (Miete, Krankenversicherungsbeiträge etc.) in allen Bereichen des Lebens in der CH, die dem Mittelstand der Bevölkerung grosse Sorgen bereitet wie auch die masslose Einwanderung in ein solch kleines Land. Für den Grossteil der Bevölkerung ist es definitv kein Land, wo Milch und Honig fliessen, absolut nicht! Der Mittelstand sinkt immer weiter ab, die Schere zwischen Arm und Reich ist enorm. Dass sich dann wenige im Ausland so verhalten wie oben beschrieben ist ein anderes Thema, teilweise aber verständlich. Auch ich bin in Thailand sehr kostenbewusst unterwegs und sowohl in CHF als auch in EUR, und vermeide überteuerte Thai-Preise.

    1. „Die grösste Anzahl der Einwanderer in der Schweiz sind Deutsche“ = diese Aussage ist definitiv falsch. Du solltest mal die offiziellen Schweizer Statistiken zu den ausländischen Bewohnern in der Schweiz anschauen. Die größte Anzahl der Ausländer in der Schweiz stellen die Italiener dar. Leider kann ich hier keinen Link einfügen, aber schaue einfach mal nach der Anzahl der Ausländer in der Schweiz beim Bundesamt für Statistik der Schweiz nach. 2024: Deutsche = 329,9 Tsd., Italiener = 342,4 Tsd.
      Richtig ist, wie von mir schon oben dargelegt, dass die Lebenshaltungskosten in der Schweiz extrem sind und unter dem Strich die Schweizer im Inland auch nicht besser dastehen als die Deutschen in Deutschland. Wer als Deutscher in der Schweiz arbeitet und gut verdient, der wird eher geneigt sein, seine Überschüsse nach Deutschland zu überweisen. Aber Durchschnittsverdiener werden eher keine Überschüsse erzielen können, den er wird zwar ein höheres Gehalt haben als für einen vergleichbaren Job in Deutschland, aber dieses höhere Gehalt wird durch die höheren Preise wieder aufgefressen! Nicht ohne Grund fahren viele Schweizer aus dem Grenzgebiet zum Einkauf ins nahe Deutschland (Kaufland in Lörrach, Marktkauf in Weil am Rhein). Kamen der deutschen Fleischpreise sogar aus Zürich nach Lörrach zum Kaufland!

      Für mich ist es grundsätzlich nicht nachvollziehbar, weshalb jemand trotz eines guten Einkommens, mit der Kohle um sich schmeißen sollte. Das ist meines Erachtens eine Frage der Einstellung, der Erziehung, des individuellen Niveaus, ob man das tut oder nicht, aber nicht der Höhe des Einkommens. Mir ging es zeitweise finanziell sehr gut (IT-ler), habe aber trotzdem die Kohle zusammengehalten. Dafür kann ich mir es heute erlauben, auch vor der Rentenzeit einen Gemütlichen zu machen.

      1. Übrigens, nur zu deiner Info: Anzahl der Grenzgänger im 4. Quartal 2025 laut Schweizer Bundesamt für Statistik:

        Frankreich: 239.431
        Italien: 91.247
        Deutschland: 67.552

        Interessant wären mal die Zahlen der ausländischen Aufenthalter in Thailand. Welche Gruppe da die größte wäre und mit welchem finanziellen Background, d.h. deren Beitrag zum thailändischen BIP durch Verbrauch der in Thailand erzeugten Waren und Dienstleistungen.
        Vielleicht kann der WB da mal ein paar Zahlen liefern, sofern es diese nicht irgendwo im Archiv schon geben sollte.

        1. Re: „Die grösste Anzahl der Einwanderer in der Schweiz sind Deutsche“…so habe ich es nicht geschrieben….Aus Sicht der Deutschen, nicht der Schweizer Statistiken!!

      2. Übrigens, laut auswandernschweiz dot ch: Ich zitiere nachfolgend!
        Deutschland – Die Nummer Eins unter Schweizer Auswanderern:
        Deutschland ist das mit Abstand beliebteste Zielland für Schweizer Auswanderer. Die geografische Nähe, die gemeinsame Sprache und die guten wirtschaftlichen Bedingungen machen Deutschland zu einer attraktiven Wahl.
        Vorteile:
        – Geringere Lebenshaltungskosten als in der Schweiz
        – Keine Sprachbarriere für Deutschschweizer
        – Starke wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen zur Schweiz
        – Gute Karrieremöglichkeiten in deutschen Großstädten wie München, Berlin oder Frankfurt
        Nachteile:
        – Höhere Steuerbelastung im Vergleich zur Schweiz
        – Bürokratische Hürden für Selbstständige und Unternehmer

  10. Ein kleiner Tipp für Auslandschweizer, die es noch nicht wissen: re „Where do you come from??“… Wenn ihr euch als Schweizer zu erkennen gibt, bedeutet das i.d.R. höhere Preise…also besser als Deutscher oder Österreicher auftreten;))

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