BANGKOK, THAILAND – Thailand verschärft die Regeln für Cannabis und will den Markt deutlich auf medizinische Nutzung beschränken, doch auf Bangkoks Khaosan Road läuft der Verkauf offenbar weiter wie bisher. Obwohl seit dem 30. April neue Vorschriften mit Rezeptpflicht, Registrierung und Dokumentationspflicht gelten und ein Cannabis‑Gesetz noch bis Ende dieses Monats öffentlich konsultiert wird, klagen Ladenangestellte und Aktivisten über mangelnde Durchsetzung. Das Ergebnis: Papierregeln treffen auf einen boomenden Touristenmarkt und unsichere Praxis.
Was die neuen Regeln vorschreiben
Die aktuellen Vorschriften verlangen, dass Käufer erst eine Diagnose erhalten, sich bei einer Klinik für thailändische traditionelle Medizin registrieren und ein Rezept vorlegen müssen. Händler müssen Transaktionen dokumentieren und Unterlagen zur Überprüfung bereithalten; die Regeln traten am 30. April in Kraft.
Neuere Lizenzbewerber müssen einen Bezug zum Gesundheitswesen nachweisen, etwa als Klinik, Hersteller von Kräuterprodukten, Pharmafirma oder lizenzierter traditioneller Heiler. Außerdem sind strengere Inspektionen und digitale Meldesysteme eingeführt worden.
Khaosan Road: Touristenmeile bleibt offen
Entlang der etwa 400 Meter langen Khaosan Road befinden sich mehr als zehn Cannabis‑Apotheken in fußläufiger Entfernung, viele davon bleiben offen und bedienen Kunden. An einem jüngeren Nachmittag waren mehrere Läden geöffnet, Kunden stöberten und konsumierten vor Ort.
Die Beobachtung zeigt eine Branche, die in touristischen Hotspots weiterhin aktiv ist und in der sich die Praxis langsamer ändert als die Vorschriften es verlangen. Betreiber und Mitarbeiter berichten von Unsicherheit im Alltag.
Wie Läden mit der Rechtslage umgehen
Viele Geschäfte erstellen Dokumentationen nachträglich oder arbeiten mit Ärzten zusammen, die Rezepte in größerer Zahl ausstellen, teilweise über Telemedizin mit begrenzter Aufsicht. Aktivisten stellen fest: „Niemand folgt wirklich dem offiziellen Weg, einen legalen Kauf zu tätigen.“
Ein Angestellter sagte, sein Laden habe einen Arzt angestellt, der mehrmals pro Woche vorbeikommt, und nannte die zusätzlichen Kosten: „Den Arzt zu beschäftigen ist ein zusätzlicher Kostenfaktor, was bedeutet, dass alles teurer gemacht wurde.“
Polizei, Touristen und unterschiedliche Praxis
Die Durchsetzung durch die Polizei erscheint uneinheitlich: Mitarbeiter haben beobachtet, dass Touristen bei Kontrollen oft milder behandelt werden und in vielen Fällen nur eine Verwarnung erhalten. Das Verhalten hänge stark vom Laden und vom Kunden ab: „Es hängt sehr vom Laden und vom Kunden ab.“
Die Rezepthürde schreckt einige Käufer ab, weil sie persönliche Daten preisgeben müssten: „Um ein Rezept zu bekommen, müssen sie alle ihre Daten angeben, und das wollen sie nicht, weil sie befürchten, Ärger zu bekommen.“
Fristen, Lizenzen und staatliche Maßnahmen
Das Gesundheitsministerium kündigte Anfang April eine dreijährige Übergangsfrist an, in der bestehende Unternehmen sich in medizinische Kliniken umwandeln können – passend zu den Lizenzlaufzeiten. Etwa 12.000 Vertriebslizenzen wurden landesweit für den Zeitraum 2026 bis 2028 ausgestellt, rund die Hälfte läuft dieses Jahr aus.
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Beamte betonen, dass die Reformen auf Sorgen über Freizeitkonsum, Jugendschutz und steigende gesundheitliche Zwischenfälle reagieren und dass Händler künftig eher wie medizinische Einrichtungen arbeiten sollen. Die Behörden haben zudem strengere Inspektionen und digitale Meldewege eingeführt.
Folgen für Kunden und Branche – und die offene Frage der Aufklärung
Für viele Läden bedeutet die neue Realität, Compliance und Profitabilität ausbalancieren zu müssen; einige fordern Rezepte, beschäftigen Ärzte und berichten von weniger Kundschaft, andere verkaufen weiter teilweise ohne formale Rezepte. Kritiker mahnen, dass allein Regulieren nicht reicht: „Welche Regel man auch aufstellt, wenn sie nicht durchgesetzt wird, wird nichts passieren.“
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