Kindesmissbrauch: Deutscher Interpol-Gesuchter in Buri Ram gefasst

Fünf Jahre soll ein 74-jähriger Deutscher seinen minderjährigen Stiefsohn missbraucht haben – dann floh er nach Thailand. Jetzt hat die Immigration Bureau ihn in Buri Ram aufgespürt.

Kindesmissbrauch: Deutscher Interpol-Gesuchter in Buri Ram gefasst
Bangkok Post

BURI RAM – Die thailändische Einwanderungspolizei hat einen 74 Jahre alten Deutschen festgenommen, der von Interpol wegen eines schweren Verbrechens gesucht wurde. Die Beamten spürten ihn auf einem abgeschotteten Anwesen mitten in den Reisfeldern der Provinz Buri Ram auf – und machten damit eine internationale Fahndung zur Chefsache.

Festnahme auf abgelegenem Anwesen

Polizei und Ermittler umstellten das eingezäunte Grundstück am Samstag. Der Gesuchte lebte dort zurückgezogen, verließ das Haus kaum. Dennoch zögerten die Beamten nicht: Sie nahmen den Deutschen noch am selben Tag fest. Der Mann weigerte sich zunächst, seinen Namen zu nennen.

Die Beamten hatten das Gelände bereits länger observiert. Der Gesuchte wusste nach Erkenntnissen der Polizei, dass die thailändischen Behörden hinter ihm her waren. Er zeigte sich extrem vorsichtig und hielt sich fast nur im Haus auf. Die Fahnder warteten ab – bis der Moment für den Zugriff günstig war.

Interpol-Fahndung führte nach Thailand

Gegen den Deutschen lag ein Haftbefehl der deutschen Justiz vor. Er war nach einer Anklage untergetaucht, bevor das Verfahren abgeschlossen werden konnte. Die deutschen Behörden schalteten Interpol ein – eine sogenannte Red Notice wurde ausgestellt.

Die thailändische Einwanderungspolizei (Immigration Bureau Division 4) übernahm die örtliche Fahndung. Kommandeur Pol Maj Gen Phairat Phukcharoen bestätigte die Festnahme und erklärte, der Gesuchte werde nach Deutschland überstellt.

Abgeschottetes Versteck in Buri Ram

Die Ermittler erhielten einen Hinweis, dass sich der Gesuchte im Nordosten Thailands aufhalte. Sie konzentrierten die Suche auf die Provinz Buri Ram. Schließlich orteten sie ihn in einem Haus im Bezirk Muang, direkt in der Ortschaft Lak Khet.

Das Gebäude stand einsam zwischen Reisfeldern. Ein meterhoher Zaun aus Wellblech schirmte das Grundstück von der Umgebung ab. Der Deutsche hielt sich nach Angaben der Polizei stets wachsam und ging kaum vor die Tür – dennoch konnten ihn die Fahnder stellen.

Schwere Vorwürfe aus Deutschland

Nach Angaben der Ermittler soll der Mann die ihm zur Last gelegte Tat begangen haben, während seine Ehefrau nicht zu Hause war. Die Anklage in Deutschland stützt sich auf diese Vorwürfe. Der Beschuldigte floh jedoch nach Thailand, bevor es zu einer Verurteilung kommen konnte.

Die thailändischen Behörden handelten umgehend, nachdem die internationale Ausschreibung bei ihnen einging. Interpol hatte die Red Notice weltweit verbreitet. Das Team der Einwanderungspolizei wertete die Hinweise aus und grenzte das Suchgebiet immer weiter ein – bis zum endgültigen Zugriff.

Visum widerrufen – Abschiebung eingeleitet

Nach der Festnahme entzog die Einwanderungspolizei dem Deutschen das Aufenthaltsrecht. Sein Visum wurde umgehend widerrufen, sein Name auf die schwarze Liste der thailändischen Einwanderungsbehörde gesetzt. Eine Wiedereinreise ist damit dauerhaft ausgeschlossen.

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Parallel leiteten die Behörden das Abschiebeverfahren ein. Der Gesuchte bleibt bis zur rechtsgültigen Überstellung nach Deutschland in Thailand in Untersuchungshaft. Pol Maj Gen Phairat machte deutlich: Der Mann wird den deutschen Behörden übergeben – für das laufende Verfahren in der Heimat.

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