PHAYAO – Der Fahndungsdruck im Fall der in Australien inhaftierten Flugbegleiterin zeigt Wirkung. Wenige Tage nach Bekanntwerden der brisanten Details um geschmuggelte Elefanten-Taschen nahm die Polizei in der nordthailändischen Provinz Phayao einen entscheidenden Kurier fest. Der 41-Jährige ist ein enger Verwandter jener mysteriösen Schlüsselfigur, die das Netzwerk steuern soll.
Zugriff im Norden Thailands
Ermittler des Narcotics Suppression Bureau schlugen am Donnerstagabend zu. Sie nahmen Ekkawit Yongnichakul, in der Szene nur unter dem Spitznamen „Rin Rin“ bekannt, im Bezirk Chiang Kham fest.
Der 41-Jährige steht im dringenden Verdacht, das in Tragetaschen mit Elefantenmuster versteckte Heroin angeliefert zu haben. Er selbst gab an, als landwirtschaftlicher Saisonarbeiter tätig zu sein und für jede Lieferung rund 100.000 Baht kassiert zu haben. Er behauptete zudem, das Heroin sei in Laos verpackt worden; die Ermittler konnten dies jedoch nicht bestätigen.
100.000 Baht für eine Lieferung
Der Ablauf folgte laut Polizei einem strikten Drehbuch. Der Auftraggeber, ein Chat-Konto namens „RoseRose“, wies Ekkawit an, die Taschen in Chiang Mai zu besorgen und an versteckten Sammelpunkten abzustellen.
Kurze Zeit später brachten Komplizen die mit 1,8 Kilogramm Heroin präparierten Taschen samt Bargeld zurück. Ekkawit schleuste die Ware dann an den nächsten Verdächtigen, Uthai Kunaphiwat, weiter – für 60.000 Baht per Bareinzahlungsautomat.
Der Mann, der die Fäden zieht
Die Ermittlungen bringen jetzt Licht in die Struktur der Bande. Polizeigeneralleutnant Achayon Kraithong, Kommissar des NSB, bestätigte, dass Ekkawit nicht selbst der Besitzer des entscheidenden Chat-Kontos ist.
Er gilt jedoch als naher Verwandter der Person hinter dem Profil „RoseRose“. Die Polizei wertet Fotos aus, die beide gemeinsam auf Reisen zeigen. „RoseRose“ spielt nach Überzeugung der Beamten eine Rolle, die der eines Hauptorganisators sehr nahe kommt.
Verbindungsmann Uthai unter Druck
Die Aufmerksamkeit der Fahnder richtet sich stark auf Uthai Kunaphiwat. Er räumte bereits ein, an fünf oder sechs Lieferungen beteiligt gewesen zu sein.
Nach der Übernahme reiste der Verdächtige per Bus von Nordthailand in die Provinz Ayutthaya. Von dort aus lieferte er die Taschen in einem gemieteten schwarzen Wagen zu Meenas Wohnung im Bangkoker Bezirk Bang Na und zu einer weiteren Adresse in der Soi Suea Yai Uthit. Dass er zudem mehr als fünf Monate lang eine Unterkunft in Ayutthaya anmietete, deutet für die Polizei auf eine deutlich größere Rolle in dem Schmuggel hin.
Weitere Haftbefehle und ein Schlag gegen den Nachschub
Parallel weitet das Department of Special Investigation den Druck massiv aus. Die Sonderermittler erwirkten Haftbefehle gegen vier weitere Personen, drei Laoten und einen Thailänder.
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Der thailändische Verdächtige mit dem Namen Khlaeo sitzt bereits in Haft. Die Gruppe soll Heroin von Laos über die Grenze nach Thailand gebracht haben. Die Behörden sind sicher, dass bei beiden Operationssträngen das identische Verfahren mit den auffälligen Elefanten-Taschen zur Tarnung genutzt wurde.
Jagd auf Hintermänner läuft weiter
Das Narcotics Suppression Bureau ließ parallel einen Haftbefehl für das Phantom „RoseRose“ ausstellen. Die Fahnder gehen davon aus, dass hinter dem Account noch ranghöhere Figuren stecken, die bisher unerkannt blieben.
Die Polizei betrachtet Uthai als das entscheidende Bindeglied zwischen dem Fall der Flugbegleiterin in Melbourne und dem weit verzweigten Schmuggelnetzwerk. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die noch flüchtigen Drahtzieher zu identifizieren.



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