Phuket am Limit: Insel schlägt Alarm für 2026

Phuket am Limit: Insel schlägt Alarm für 2026
PR Phuket

PHUKET, THAILAND – Überlastete Infrastruktur, Müllkrise und Sicherheitsrisiken haben sich 2025 zu den zentralen Problemen auf Phuket entwickelt und bestimmen die Agenda für das Jahr 2026. Führende Vertreter aus Tourismus, Wirtschaft und Politik sehen die Zukunft der Insel nur gesichert, wenn grundlegende Reformen zügig umgesetzt werden.

Flughafen und Kapazitätsengpässe

Der Präsident der Phuket Tourist Association, Thaneth Tantipiriyakij, machte deutlich, dass viele interne Probleme seit Jahren auf unzureichende Infrastruktur zurückgehen.

Besonders der Phuket International Airport sei an seiner Belastungsgrenze: Die Anlage verfüge nur über eine Start- und Landebahn und könne dadurch etwa 20 Flüge pro Stunde abfertigen, müsse aber jährlich rund 18 Millionen Passagiere bewältigen – bei einer ursprünglichen Auslegung auf 12 Millionen.

Straßenverkehr und Nahverkehrsmangel

Auch an Land sei die Lage angespannt. Thaneth verwies auf chronische Staus und fehlenden öffentlichen Nahverkehr. Das führe zu Taxi-Preisen auf dem Niveau von Metropolen und zwinge Einwohner wie Besucher in private Autos und Mietwagen.

Als dringendstes Problem nannte er inzwischen den Verkehr. Er forderte strikteres Parkraummanagement, Testphasen mit gesperrten Ampelkreuzungen, zusätzliche U-Turn-Punkte, mehr Verbindungsstraßen und eine schnellere Umsetzung verschobener Projekte. „Das Leben der Einheimischen muss zuerst gut sein“, sagte er.

Müllkapazitäten am Limit

Zudem sei die Aufnahmekapazität der Insel bei Müll, Abwasser und Trinkwasserversorgung zunehmend überschritten. Die Wasserversorgung gerate immer stärker aus dem Gleichgewicht, während der Verbrauch steige.

Die Bautätigkeit verstärke den Druck zusätzlich: Im vergangenen Jahr seien fast 20.000 neue Wohneinheiten entstanden, dazu mehr als 5.400 nicht lizenzierte Unterkünfte bei lediglich rund 900 bis 1.000 genehmigten Hotels. „Dieses Wachstum erhöht den Druck auf Versorgungsnetze, Verkehr und öffentliche Dienste massiv“, betonte Thaneth.

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Abfallmanagement und Verkehrsentlastung

Phukets Gouverneur Nirat Pongsittithaworn stellte die Abfallentsorgung als eine der dringendsten Aufgaben heraus. Derzeit fielen rund 1.200 Tonnen Müll pro Tag an, während die Müllverbrennungsanlage höchstens 500 Tonnen verarbeiten könne.

Als Sofortmaßnahme wies er alle Kommunen und Tambon-Verwaltungen an, organische, „nasse“ Abfälle vor Ort zu behandeln. Rund 60 Prozent des täglichen Müllaufkommens seien organisch. Eine lokale Behandlung könne den Deponiedruck deutlich mindern und bis zu 360 Müllwagenfahrten pro Tag einsparen – was zugleich den Verkehr entlaste.

Eigenverantwortung der Unternehmen

Nirat forderte außerdem stärkere Eigenverantwortung von Unternehmen, insbesondere von Hotels, Restaurants und Schulen, bei der Abfallbehandlung. „Meine Aufgabe ist es, das, was klar ist, schnell voranzubringen“, sagte er.

Ziel sei, Phuket lebenswert und zugleich gastfreundlich zu halten: „Das ist der einzige Weg nach vorn – ein echtes Win-win.“

Sicherheitsrisiken und Kriminalität

Der Präsident der Phuket Chamber of Commerce, Kongsak Khoopongsakorn, sieht die größte Bedrohung in der persönlichen Sicherheit. Er verwies auf eine Bombendrohung im vergangenen Jahr in der Andaman-Region, die auch Phuket, Phang Nga und Krabi betroffen habe.

Phuket stehe zudem vor wachsenden Herausforderungen durch eine sehr heterogene Bevölkerung und begrenztes Personal, was Kleinkriminalität begünstige und es bestimmten Ausländern erlaube, illegal zu arbeiten oder Betrugsmaschen zu betreiben.

Polizeieinsätze und K-9-Einheiten

Die Polizei sei zwar in der Lage, schwere Vorfälle innerhalb von 15 bis 20 Minuten unter Kontrolle zu bringen und Täter festzunehmen, leide aber an Ausstattungsmängeln. Besonders kritisch sei das Fehlen von K-9-Sprengstoffspürhunden gewesen.

Inzwischen werde mit Grenzpolizei und Provinzpolizei an der dauerhaften Stationierung von fünf bis sechs K-9-Einheiten auf Phuket gearbeitet, um die Sicherheit langfristig zu erhöhen.

Gesundheitsvorsorge und Kontrollen

Kongsak forderte striktere Kontrollen am Kontrollpunkt Tha Chatchai, dem zentralen Zugang zur Insel, und den Aufbau einer umfassenden Einheit zur Krankheitsprävention.

Ein weiteres Problem sei die Unterfinanzierung der Insel. Eine realistische Anpassung der Budgets an die tatsächliche Bevölkerungszahl könnte bis 2026 zusätzliche 2 bis 3 Milliarden Baht einbringen, um Projekte wie zusätzliche Einfahrtsspuren und KI-Überwachungssysteme zu finanzieren.

Politische Kritik an Tourismuspolitik

Der Abgeordnete Chalermpong Saengdee von der People’s Party kritisierte die nationale Tourismuspolitik und beschrieb eine tiefe Unzufriedenheit unter Einheimischen. „Seit vielen Jahren fühlen sich die Menschen auf Phuket wie Bürger zweiter Klasse“, sagte er.

Besonders kritisierte er die visafreie Einreise. Sie habe Gruppen von Ausländern mit schlechten Absichten angezogen. „Die Gratis-Visa-Politik hat die Tür für Menschen geöffnet, die handeln, als stünden sie über dem Gesetz“, so der Politiker.

Cannabis-Politik und Einfluss ausländischer Netzwerke

Ohne klare Zonen oder wirksame Kontrollen habe die Liberalisierung des Cannabis das Bild Phukets verändert. „Ohne eindeutige Regulierung lässt Cannabis Phuket in den Augen der internationalen Gemeinschaft unsicher erscheinen“, erklärte Chalermpong.

Solche Rahmenbedingungen lockten verantwortungslose Besucher an und führten zu einflussreichen Netzwerken. Chalermpong sieht in strukturellen Reformen die einzige langfristige Lösung.

Patong als Brennpunkt

Die Bürgermeisterin von Patong, Lalita Maneesri, schilderte ihre Gemeinde als Brennpunkt vieler Inselprobleme. „Das derzeit größte Problem ist der Müll“, sagte sie.

Je nach Saison schwanke die Menge zwischen 120 Tonnen pro Tag in der Nebensaison und über 200 Tonnen täglich in der Hochsaison. Patong plant, von Einjahres- auf Dreijahresverträge bei der Müllentsorgung umzustellen, um leistungsfähige Unternehmen zu gewinnen.

Visafreie Einreise in Patong problematisch

Organische Abfälle seien wegen der Dichte an Hotels und Restaurants besonders problematisch. Lalita: „Wir haben Maschinen angeschafft, um organischen Müll in Dünger zu verwandeln“, erklärte sie.

Gleichzeitig gebe es Probleme mit bestimmten visa­freien Touristen. Sie verursachten rücksichtsloses Verhalten, Trunkenheit und Schlägereien. Lalita plädierte für Strategien, die zahlungskräftigere und rücksichtsvollere Besucher anziehen.

Verkehrsprobleme in Patong

Der Verkehr bleibt eine tägliche Belastung. Vor allem auf dem Patong Hill kommt es in der Hochsaison den ganzen Tag über zu Staus.

Langfristige Entlastung sollen das Patong-Tunnel-Projekt und die neue Verbindung Chalong–Patong bringen. Kurzfristig setzt Patong auf Fußgängerlenkung, strengere Taxiregeln und das geplante „Patong Hill Safe“-CCTV-Projekt.

18 Millionen Passagiere. 1.200 Tonnen Müll am Tag. Dauerstau. Wasserknappheit.
Phuket lebt vom Erfolg – und droht genau an diesem Erfolg zu zerbrechen.

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Quelle: The Phuket News

Ein Kommentar zu „Phuket am Limit: Insel schlägt Alarm für 2026

  1. Und immer wieder kann man lesen, der Tourismus boomt bis zum geht nicht mehr, Phuket Nummer 1 als Urlaubsdestination. Ja, da wollen doch alle mal hin, kann man nachvollziehen. Und jeder Berghang ist inzwischen bebaut, mit Luxusvillen und 5***** Ressorts natürlich. Die Insel ist schon lange über ihre Grenzen hinweg, ob in Bezug auf Müll, Wasser und vor allem den Verkehr. Da jetzt gegen steuern zu wollen wird sich als sehr schwer bis nicht mehr machbar erweisen.

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