PHUKET, THAILAND – Die Polizei auf Phuket geht im Rahmen einer landesweiten Kampagne gegen sogenannte „Nominee“-Firmen vor, die illegale ausländische Eigentümerstrukturen verschleiern sollen. Bei Razzien an acht Standorten wurden Unterlagen geprüft und weitere Ermittlungen angekündigt.
Großrazzia auf der Insel
Die Provinzpolizei Phuket hat eine groß angelegte Operation gegen „Nominee“-Geschäfte gestartet und dabei acht gezielte Orte auf der Insel durchsucht. Die Aktion ist Teil einer landesweiten Initiative zur Eindämmung illegaler ausländischer Unternehmensbeteiligungen.
Im Fokus standen mehrere Bezirke und Orte, darunter Patong, Chalong, Cherng Talay, Karon, Kamala und Sakhu. Die Behörden kündigten an, die Ermittlungen bei Bedarf auszuweiten.
Pressebriefing durch den Polizeichef
Pol. Maj. Gen. Sinlert Sukhum, Kommandeur der Provinzpolizei Phuket, stellte die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz vor. Anwesend waren Provinzvertreter, Polizeichefs der Stationen und Medien.
Die Durchsuchungen erfolgten nach Vorgaben der Regierung und der Royal Thai Police. Ziel war es, mutmaßliche Umgehungskonstruktionen bei Unternehmensbeteiligungen aufzudecken.
Welche Branchen im Visier stehen
Die Ermittler konzentrierten sich auf Mietwagenfirmen, Immobilienunternehmen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese Betriebe wurden in mehreren touristisch geprägten Gebieten kontrolliert.
Die Auswahl der Branchen deutet darauf hin, dass besonders Bereiche mit hoher Nachfrage und potenziell lukrativen Einnahmen überprüft werden. Dabei geht es um den Verdacht, dass ausländische Investoren über Strohmänner Einfluss oder Eigentum sichern.
So prüfen die Behörden „Nominee“-Strukturen
Die Einsatzkräfte untersuchten Unternehmensregistrierungen, Geschäftslizenzen, Gesellschafterstrukturen, eingetragenes Kapital und Finanzunterlagen. Damit soll festgestellt werden, ob thailändische Staatsangehörige als Treuhänder oder Proxy-Aktionäre für Ausländer auftreten.
Gesammelte Beweise sollen für rechtliche Schritte genutzt werden. Gleichzeitig dienen die Erkenntnisse dazu, weitere Ermittlungsansätze zu identifizieren und mögliche Netzwerke aufzudecken.
Konsequenzen: Verfahren ohne Ausnahme
Maj. Gen. Sinlert erklärte, dass nachgewiesene Nominee-Konstruktionen konsequent verfolgt werden. Betroffen wären demnach thailändische Anteilseigner, die beteiligten Firmen sowie ausländische Nutznießer.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Laut Polizei wurden bereits sieben ähnliche Fälle vor Gericht gebracht. Einige endeten mit Verurteilungen, andere befinden sich noch in der gerichtlichen Prüfung.
Strafen nach dem Foreign Business Act (1999)
Die Behörden warnten ausdrücklich davor, Angebote anzunehmen, als Proxy-Gesellschafter zu fungieren. Nach dem thailändischen Foreign Business Act von 1999 drohen bis zu drei Jahre Haft, Geldstrafen von 100.000 bis 1.000.000 Baht oder beides.
Zusätzlich können tägliche Strafzahlungen von 10.000 bis 50.000 Baht bei fortgesetzten Verstößen verhängt werden. Gerichte können zudem die Einstellung des Geschäftsbetriebs anordnen, Registrierungen entziehen oder unzulässige Beteiligungsstrukturen auflösen lassen.
Hinweise aus der Bevölkerung erwünscht
Bürgerinnen und Bürger werden aufgerufen, verdächtige Aktivitäten bei lokalen Polizeistationen zu melden. Alternativ steht die Notrufnummer 191 rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Polizei setzt damit auch auf Hinweise aus der Öffentlichkeit, um mutmaßliche Umgehungskonstruktionen schneller zu erkennen. Ziel ist es, illegale Eigentümerstrukturen zu unterbinden und weitere Fälle zu identifizieren.
Deine Meinung
Wie bewertest du die Razzien gegen „Nominee“-Firmen auf Phuket: notwendiger Schritt für fairen Wettbewerb oder riskieren die Behörden, seriöse Unternehmen zu verunsichern?
Sollte Thailand aus deiner Sicht die Kontrollen in Touristenhochburgen noch stärker ausweiten, oder braucht es vor allem klarere Regeln und schnellere Gerichtsverfahren? Schreib deine Meinung in die Kommentare.



Protektionismus ist ein integraler Bestandteil thailändischer Wirtschaftspolitik. Schon sehr lange und insbesondere auch unter der Anutin-Regierung. Wer glaubt dieses System mit windigen Rechtskonstrukten unterlaufen zu können, macht m.E. einen großen Fehler. Egal ob man dieses System für richtig oder falsch hält.
Braucht es die Hinweise aus der Bevölkerung…
Sind keine elektronische Daten vorhanden…. oder fehlt es am Wissen wie man eine Datenbank öffnet