BANGKOK – Der Traum vom günstigen Stromtanken platzt. Ein Geheimplan der Regierung könnte die Kosten für das Laden von E-Autos an öffentlichen Stationen dramatisch verteuern – und den Boom der Elektroautos in Thailand abrupt ausbremsen.
Der Plan: Subventionen fallen, Preise steigen
Das Energieministerium hat die Energie-Regulierungsbehörde (ERC) angewiesen, die Tarife zu überarbeiten. Der Grund: Der aktuelle Preis von 2,91 Baht pro Einheit sei „künstlich niedrig“.
Die Differenz zu den wahren Beschaffungs- und Netzkosten wurde bisher über den allgemeinen „Ft“-Kraftstoffanpassungsbeitrag querfinanziert. Das bedeutete: Alle Stromkunden subventionierten indirekt die E-Auto-Fahrer.
Jetzt sollen die vollen Kosten auf die Nutzer umgelegt werden. Experten rechnen mit einem Anstieg an der Ladesäule von heute 7,5–8,5 Baht auf 9,5 bis 11 Baht pro Einheit.
Die Folge: Der grüne Vorteil schmilzt dahin
Für Hunderttausende E-Auto-Besitzer wäre das eine Preisexplosion. Die wirtschaftliche Attraktivität der Elektromobilität stünde plötzlich auf dem Spiel. „Wenn die Kosten pro Kilometer mit denen von Verbrennungsmotoren gleichziehen, könnte der rasante Zulauf der letzten zwei Jahre zum Stillstand kommen“, warnen Branchenanalysten.
Der Kostenvorteil, einer der Hauptgründe für den Umstieg, wäre damit Geschichte. Die Umstellung auf Elektro würde für viele wieder zum Luxus.
Die Gefahr: Thailands große E-Auto-Ziele wackeln
Die Preis-Offensive gefährdet die nationalen Strategien. Thailands ehrgeizige „Net Zero“-Ziele und der Anspruch, Haupt-E-Auto-Produzent Südostasiens zu werden, stehen auf dem Spiel. Stagnierende Inlandsnachfrage würde nicht nur die Umweltpläne gefährden, sondern auch internationale Investoren abschrecken. Milliardeninvestitionen in Produktionsstätten wären in Gefahr.
Die Industrie warnt vor einem Dominoeffekt, der den gesamten sorgfältig aufgebauten Sektor ins Wanken bringen könnte.
Die Forderung: Industrie verlangt Rettungspaket
Die Privatwirtschaft appelliert an die Regierung, die harte Landung abzufedern. Sie fordert ein „Abmilderungspaket“, um den Übergang zu gestalten.
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Vorgeschlagen werden unter anderem Befreiungen von der Grund- und Gebäudesteuer für Betreiber von Ladestationen. Auch Anreize für die Integration erneuerbarer Energien, etwa Solaranlagen an Stationen, und direkte Übergangssubventionen stehen auf der Wunschliste.
Was kommt als Nächstes?
Der Nationale Energiepolitikrat (NEPC) wird die Ergebnisse der ERC-Studie in Kürze prüfen. Sollte die Regierung den neuen Tarifen grundsätzlich zustimmen, folgt eine Phase der öffentlichen Anhörung.
Erst danach könnte die Preiserhöhung an den „Zapfsäulen“ Realität werden. Für E-Auto-Pioniere und die gesamte Industrie beginnt eine Phase der Unsicherheit.
Die Entscheidung wird zeigen, wie ernst es Thailand mit seiner grünen Verkehrswende wirklich meint. Der Ausgang könnte über die Zukunft der Mobilität im Königreich entscheiden.
⚡ Strom teurer als gedacht – droht das Ende des E-Auto-Booms?
Wenn Laden plötzlich fast so viel kostet wie Tanken, könnte der wichtigste Kaufgrund für Elektroautos verschwinden. Experten warnen bereits vor einem möglichen Nachfrageeinbruch.
Ist der Preisanstieg wirtschaftlich notwendig – oder gefährdet er die Zukunft der Elektromobilität?
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Aus eigenen Erfahrungen habe ich bisher noch keine öffentliche Schnellladesäule mit einem höheren kwh-Preis als 7,5 Baht gefunden. Aber möglich ist ja grundsätzlich alles. Doch selbst wenn dieser nun auf bis zu 11 Baht steigen sollte, dann sollte man die Kirche doch lieber im Dorf lassen. Es dürfte nur für eine kleine Minderheit so sein, sich an solchen Schnellladestationen regelmäßig seine Energie zu besorgen. In aller Regel werden BEV’s Zuhause aufgeladen. Und das geschieht zu ortsüblichen Tarifen. Wer dafür keine Möglichkeit hat, der dürfte sich vermutlich auch nicht ernsthaft für einen BEV interessieren. Wer dazu noch eine Solaranlage auf dem Hausdach hat und damit mehr produziert als er im Haus verbrauchen kann, lädt sogar noch kostenlos. In der Praxis lade ich meinen BEV zu 99% Zuhause. Nur wenn ich mal längere Strecken zu fahren habe, muss ich an öffentlichen Schnellladestationen „nachtanken“. Das sind egal ob 7,5 oder 11 Baht sehr überschaubare Beträge. Jedenfalls immer noch sehr viel weniger als selbst die sparsamsten Stinker da verbrennen würden.
In den Großstädten, etwa auch in Pattaya, boomt der Verkauf von E-Autos. Auf den Parkplätzen vieler Condo-Wohnanlagen stehen inzwischen zahlreiche Elektrofahrzeuge. Zwar gibt es dort noch vergleichsweise wenige Ladepunkte, doch der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreitet sehr schnell voran. So verfügen viele PTT-Tankstellen in Pattaya bereits an zahlreichen Standorten über zehn oder mehr Ladestationen.
Ich muss mich selber berichtigen. Weil ich gerade nachgeschaut habe, habe ich Ladestationen gefunden die sogar jetzt schon 9 Baht für die kwh nehmen. Man muss aber auch aufpassen von was man schreibt. Es gibt die einfachen Ladestationen die mit Wechselstrom mit zwischen 7 – 22 kw laden. Praktisch wie Zuhause mit einem AC Typ 2 Stecker. Da steht das Fahrzeug für den Ladevorgang stundenlang. Und dann gibt es die technisch sehr viel aufwendigeren DC CCS Combo 2 Ladesäulen die mit 40 – 200 kw Gleichstrom laden. Das reduziert die Ladezeiten gewaltig. Kommt natürlich auf die Ladesäule und das Fahrzeug an wie lange es in der Praxis dauert. Bei meinem BYD Atto3 beispielsweise von 22% auf 100% waren es einmal bislang maximal 58 Minuten.
Am liebsten nutze ich die Infrastruktur der PTT. Das Handling ist einfach und die sind fast überall verfügbar. Zudem kann man bei denen Ladezeiten auch reservieren. Das macht Sinn an speziellen Peak-Tagen wie z.B. rund um Sylvester oder Songkran. Die übelsten Erfahrungen habe ich mit EleXA gemacht. Da hängt sich bei mir die App ziemlich regelmäßig zum Bezahlvorgang auf. Wenn man denn überhaupt soweit kommt.