HAT YAI – Ein halbes Jahr juristischer Albtraum ist vorbei! Der australische Journalist Murray Hunter hat sich im Streit mit Malaysias Kommunikationsbehörde MCMC geeinigt. Die Bedingungen sind hart: Er muss sich entschuldigen und seine kritischen Artikel löschen. Menschenrechtler schlagen Alarm!
Festnahme am Flughafen – der Albtraum beginnt
Es sollte ein normaler Urlaubsflug werden, doch für Murray Hunter endete er im Gefängnis. Am 29. September 2025 stoppten thailändische Beamten den 68-Jährigen am Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi.
Malaysische Behörden hatten einen Haftbefehl erlassen. Hunts Verbrechen? Er hatte kritisch über die MCMC berichtet. „Eine Nacht saß ich in einer kalten Zelle. Dann wurde ich gegen Kaution freigelassen“, erinnert sich Hunter.
Das warf Malaysia dem Journalisten vor
Die malaysische Kommunikationsbehörde warf Hunter Verleumdung vor. In vier Blog-Artikeln auf Substack hatte er die Behörde kritisiert.
Er warf ihr Machtmissbrauch, illegale Sperrung von Webseiten und die Untergrabung der Demokratie vor. Dafür sollte er zwei Jahre ins Gefängnis.
Das Gericht setzte die Kaution auf 20.000 Baht (ca. 500 Euro) fest. Sein Pass wurde eingezogen, Ausreiseverbot verhängt.
Zähe Verhandlungen vor Gericht
Der Fall zog sich monatelang hin. Zunächst sollte es im Dezember zur Beweisaufnahme kommen. Doch die Anwälte einigten sich auf ein Mediationsverfahren.
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Am 12. Januar traf man sich zur Aussprache. Am 16. Februar platzte dann der Prozess – weil eine Einigung erzielt wurde. „Ich konnte nicht auf Augenhöhe verhandeln“, klagt Hunter. „Mir drohte Gefängnis, meinen Gegnern nicht.“
So lautet der Deal
Die Einigung ist für Hunter schmerzhaft. Er muss sich offiziell bei der malaysischen Behörde entschuldigen. Zudem müssen die vier kritischen Artikel von seiner Plattform verschwinden. Nur so konnte er einer Verurteilung entgehen.
Der Anwalt von Thai Lawyers for Human Rights bestätigte die Bedingungen. Für Hunter ist der Spuk damit vorbei – aber um welchen Preis!
Menschenrechtler schlagen Alarm
Internationale Organisationen reagieren entsetzt. PEN International spricht von einem eindeutigen SLAPP-Fall – eine strategische Klage gegen kritische Bürger.
„Malaysia und Thailand haben koordiniert über Grenzen hinweg gegen einen Journalisten gekämpft“, kritisiert die Organisation.
Das Ziel: Kritische Stimmen mundtot zu machen. Die Nutzung von Kriminalisierung von Kritik sei ein gefährlicher Trend in der Region.
Hunter kämpft weiter – jetzt mit neuem Plan
Der Australier denkt nicht daran, aufzugeben – nur anders. Er will ein Buch über seinen Fall schreiben und über SLAPP-Klagen aufklären. Gemeinsam mit thailändischen Anwälten will er erreichen, dass Verleumdung kein Straftatbestand mehr ist.
„Ich will nicht, dass andere Journalisten in diese Falle tappen“, sagt Hunter kämpferisch. Sein Fall ist beendet, der Kampf für Pressefreiheit geht weiter.
Was dieser Fall für Thailand bedeutet
Thailand war in diesem Fall nur der Schauplatz, nicht der Akteur. Doch der Fall zeigt, wie leicht ausländische Justiz hier vollstreckt werden kann.
Die Nähe zu Malaysia und die Rechtshilfeabkommen machen Thailand zur Bühne für internationale Justizkonflikte. Kritiker fordern Reformen.
Die Botschaft an kritische Journalisten ist klar: Wer über mächtige Nachbarn schreibt, ist auch in Thailand nicht sicher. Ein alarmierendes Signal für die Pressefreiheit in der Region.
📰 Pressefreiheit oder Rufschutz – wo sollte die Grenze liegen?
Ein international beachteter Fall endet mit einer Entschuldigung und dem Rückzug der Klage. Doch Kritiker warnen vor einem gefährlichen Signal für Journalisten weltweit.
Sollten Verleumdungsgesetze entschärft werden – oder sind sie notwendig, um reputationsschädigende Berichte zu verhindern?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.



Kurzer Witz: Pressefreiheit in Thailand/Malaysia 😂