Koh Samui, Thailand – Die Tourismusbehörden haben auf Koh Samui vier Reisebüros die Lizenz entzogen, weil sie offenbar über thailändische Strohmänner betrieben wurden. Bei Kontrollen von zwölf verdächtigen Anbietern stellten Beamte Verstöße fest; sieben Direktoren wurden auf eine schwarze Liste gesetzt und dürfen für fünf Jahre keine Reisebüros in Thailand betreiben.
Kontrollen auf der Insel: Vier Büros geschlossen
Das Registrierungsbüro für Tourismusgeschäfte und Reiseleiter im Süden zog die Lizenzen der vier Reisebüros auf Koh Samui zurück. Die Maßnahme folgte auf Inspektionen, die die Touristenpolizei von Koh Samui und das Büro für Tourismus und Sport von Surat Thani gemeinsam durchführten.
Insgesamt wurden zwölf verdächtige Reisebüros überprüft; bei vier davon wurden illegale Geschäftsabläufe festgestellt. Bei drei der betroffenen Firmen fanden die Ermittler keine aktiven Geschäftsräume an den offiziellen Adressen.
Ausländische Direktoren offenbar im Hintergrund
Bei einem der vier gesperrten Unternehmen stellte sich heraus, dass ein israelischer Staatsbürger als alleiniger Direktor eingetragen war, was gegen die Vorschriften verstößt. Die Behörden entdeckten außerdem Verbindungen zu Personen aus Frankreich, Belgien und Italien, ohne die Nationalitäten einzelnen Firmen zuordnen zu wollen.
Die Ermittler stellten fest, dass drei Unternehmen ihre Direktorenlisten in einer Weise geändert hatten, die gegen thailändisches Recht verstößt. Details zu den individuellen Einträgen nannten die Behörden nicht.
Vier thailändische Nominees identifiziert
Die Prüfungen ergaben, dass vier thailändische Staatsbürger als Strohmänner fungiert hatten, um den Betrieb der Firmen zu ermöglichen. Die Identitäten dieser Nominees wurden von den Beamten nicht veröffentlicht.
Die Behörden betonten, dass sie Informationen über die Verdächtigen an das zuständige Handelsamt weitergeben. Konkrete Anzeigen oder strafrechtliche Schritte wurden in der Mitteilung als möglich, aber noch in Prüfung angegeben.
Sieben Direktoren auf schwarzer Liste – fünf Jahre Sperre
Nach Abschluss der Überprüfungen setzten die Behörden sieben Direktoren, darunter thailändische und ausländische Staatsangehörige, auf eine schwarze Liste. Den Betroffenen ist es für fünf Jahre verboten, Reisebüros in Thailand zu betreiben.
Weitere rechtliche Schritte und mögliche Strafen sollen vom Surat Thani Provincial Commerce Office geprüft werden. Das Registrierungsbüro verwies auf anstehende Untersuchungen wegen damit zusammenhängender Straftaten.
Gesetzliche Vorgabe: Zwei Drittel müssen Thais sein
Nach thailändischem Recht müssen mindestens zwei Drittel der Direktoren eines Reisebüros thailändische Staatsbürger sein. Die betroffenen Firmen hatten laut Ermittlern ihre Direktorennachweise in einer gesetzeswidrigen Weise geändert.
Das Registrierungsbüro betonte, Inspektionen dieser Art würden regelmäßig stattfinden und seien keine einmalige Kampagne. Auffällige Anträge und widerrufene Lizenzen werden zur weiteren Prüfung an das Provinzhandelsamt weitergeleitet.
Surat Thani zählt über 1.000 registrierte Reisebüros
Die Provinz Surat Thani verfügt laut Behördenangaben über 1.082 legal registrierte Reisebüros, davon 476 auf Koh Samui, 84 auf Koh Pha Ngan und 144 auf Koh Tao. Zudem wurden 1.009 Lizenzen für Reiseleiter ausgegeben.
Informationen zu Unternehmen, die Lizenzen beantragen oder deren Lizenzen entzogen wurden, werden an das Surat Thani Provincial Commerce Office übermittelt, das mögliche weitere Ermittlungen und Strafen prüft.



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