Sehr geehrte Redaktion,
mit großem Interesse verfolge ich die ständigen Diskussionen und die oft verwirrende Gerüchteküche rund um die Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigungen in Thailand, insbesondere wenn es um den leidigen Nachweis der finanziellen Mittel geht.
—
Als langjähriger Expat, der in der Region Pattaya lebt und somit auf die Dienststellen der Jomtien Immigration angewiesen ist, möchte ich meine jüngsten Beobachtungen und Erfahrungen teilen, die für viele Rentner und mit Thais verheiratete Ausländer von entscheidender Bedeutung sein dürften.
—
Es kursieren immer wieder Horrorgeschichten über abgewiesene Anträge und willkürliche Entscheidungen, doch mein jüngster Besuch und der Austausch mit anderen Betroffenen zeichnen ein differenzierteres und durchaus positives Bild, sofern man seine Hausaufgaben gemacht hat.
—
Das Kernthema ist nach wie vor das sogenannte „Income Certificate“ oder der Einkommensnachweis, der für die jährliche Verlängerung des Ruhestandsvisums, technisch korrekt als Erweiterung der Aufenthaltsgenehmigung auf Basis eines Non-Immigrant O Visums bezeichnet, notwendig ist. Jahrelang war dies ein einfaches Schreiben der eigenen Botschaft, doch seit viele diplomatische Vertretungen diesen Service eingestellt haben, herrschte große Unsicherheit.
—
Die Alternative, nämlich monatliche Überweisungen aus dem Ausland auf das thailändische Bankkonto nachzuweisen, schien der einzige Weg zu sein, doch auch hier gab es Fallstricke bezüglich der Codierung der Überweisungen durch die Banken. Nun berichten jedoch vermehrt Antragsteller in Jomtien, dass Einkommensbescheinigungen wieder oder weiterhin problemlos akzeptiert werden, vorausgesetzt, sie stammen von einer Botschaft, die diesen Service noch offiziell anbietet, und werden durch entsprechende Bankbelege untermauert.
—
Es ist in Jomtien offensichtlich so, dass die Beamten zwar streng, aber regelkonform arbeiten. Wer eine offizielle Bescheinigung seiner Botschaft vorlegen kann, die das monatliche Einkommen, beispielsweise die Rente, in der geforderten Höhe von mindestens 65.000 Baht bestätigt, hat gute Karten.
—
Entscheidend ist hierbei, dass dieses Dokument im Original vorliegt und nicht älter als sechs Monate ist, wobei manche Beamte sogar auf ein Alter von maximal einem Monat bestehen. Die Diskussionen in den Foren bestätigen, dass die pauschale Aussage, Jomtien würde keine Botschaftsschreiben mehr akzeptieren, schlichtweg falsch ist.
—
Es hängt primär von der Ausstellungsberechtigung der jeweiligen nationalen Vertretung ab. Wer allerdings aus einem Land kommt, dessen Botschaft keine Einkommensnachweise mehr ausstellt, muss zwingend den Weg über den Nachweis der monatlichen Zahlungseingänge auf dem thailändischen Bankkonto gehen.
—
Hierbei zeigt sich die Jomtien Immigration ebenfalls kooperativ, wenn die Dokumentation der Bank stimmt. Es reicht nicht aus, nur das Bankbuch vorzulegen. Vielmehr wird eine Bestätigung der Bank verlangt, ein sogenanntes Bank Credit Advice, das die Herkunft der Gelder aus dem Ausland explizit bestätigt.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
—
In den aktuellen Fällen zeigte sich, dass die Beamten in Jomtien die Kombination aus Bankbuch und diesem Bankbrief anstandslos akzeptierten, um die monatliche Rentenzahlung zu verifizieren. Die Sorge vieler Expats, dass man zwingend 800.000 Baht auf einem Festgeldkonto blockieren muss, ist also unbegründet, solange der monatliche Geldfluss lückenlos und formal korrekt nachgewiesen werden kann. Es ist eine Erleichterung zu sehen, dass die Behörde die existierenden Regeln anwendet und nicht willkürlich verschärft, was uns allen ein Stück mehr Planungssicherheit für den Lebensabend in Thailand gibt.
—
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Vorbereitung der Unterlagen. Die Beamten in Jomtien schätzen es, wenn Kopien sauber und leserlich sind und die Originale griffbereit vorliegen. Die Akzeptanz des Einkommensnachweises steht und fällt oft mit der Vollständigkeit der Akte.
—
Wer versucht, mit unklaren Kopien oder widersprüchlichen Angaben durchzukommen, wird scheitern und dies dann fälschlicherweise als Schikane der Behörde interpretieren. Meine Erfahrungen zeigen deutlich, dass Höflichkeit, Geduld und akkurate Papierarbeit der Schlüssel zum Erfolg sind. Es gibt keinen Grund zur Panik, solange man sich strikt an die Vorgaben hält, sei es nun durch das Botschaftsschreiben, sofern verfügbar, oder die lückenlose Dokumentation der Banktransfers.
—
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jomtien nach wie vor ein verlässlicher Ort für die Visumverlängerung ist, wenn man die Spielregeln kennt. Das „Income Certificate“ ist nicht tot, es hat nur seine Form je nach Nationalität verändert oder wurde durch das Bank-Zertifikat ersetzt.
—
Für uns Expats bedeutet das, wir müssen uns lediglich anpassen und sicherstellen, dass unsere Finanzströme transparent sind. Wer dies beachtet, wird auch in Zukunft seinen Aufenthalt im Land des Lächelns genießen können, ohne bei jedem Gang zur Immigration Bluthochdruck zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Frank M. Pattaya
Anmerkung der Redaktion:
Bitte beachten Sie, dass die Anforderungen der thailändischen Einwanderungsbehörde (Immigration Bureau) dem thailändischen Einwanderungsgesetz und den entsprechenden Polizeiverordnungen unterliegen. Die Umsetzung kann je nach Dienststelle und dem Ermessen des bearbeitenden Beamten variieren. Wir empfehlen, sich vor der Visumverlängerung immer über die aktuellsten Anforderungen direkt bei der zuständigen Behörde oder der eigenen Botschaft zu informieren. Insbesondere die Ausstellung von Einkommensnachweisen durch Botschaften (Affidavits) ist für Bürger vieler Staaten (z.B. UK, USA, Australien) nicht mehr möglich; hier gelten die Regeln für den Nachweis durch monatliche Auslandstransfers.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: