PATONG, THAILAND – In Phuket haben Behörden am 12. März ein Hotel in Patong durchsucht und einen russischen Staatsbürger festgenommen, der den Betrieb laut Ermittlern über thailändische Strohmänner gesteuert haben soll. 83 Zimmer, Online-Anzeigen und eine fehlende Hotellizenz machen den Fall zum nächsten Signal gegen illegale Ausländer-Geschäfte auf der Insel.
Razzia am Nachmittag – Einsatz auf der Phra Metta Road
Die Kontrolle begann gegen 16 Uhr im Patong Hotel an der Phra Metta Rd und wurde von einer Spezialeinheit der Phuket Provincial Administration durchgeführt.
Geleitet wurde der Einsatz vom Phuket Provincial Palad (Chief Administrative Officer) Rungruang Thimabut, begleitet von Ermittlern der Polizei und weiteren beteiligten Behörden.
Beschwerden lösten die Untersuchung aus
Auslöser waren Beschwerden, wonach eine ausländische Investorengruppe auf dem Gelände mutmaßlich ein Hotelgeschäft illegal betreibe.
Die Behörden rückten deshalb mit einem gemeinsamen Team an, um den Status des Betriebs und die Besitz- und Kontrollverhältnisse vor Ort zu prüfen.
Betrieb ohne Lizenz – zentrale Erstanklage
Bei der Inspektion stellten die Beamten nach eigenen Angaben fest, dass das Objekt als Hotel betrieben wurde, ohne die dafür notwendige Lizenz.
Der Betreiber wurde zunächst wegen Betriebs eines Hotels ohne Genehmigung angezeigt, weitere Vorwürfe hängen laut Behörden vom Ergebnis der laufenden Ermittlungen ab.
Ermittler sehen russische Kontrolle über Thai-Nominees
Nach Darstellung der Ermittler stand das Geschäft unter der Kontrolle eines Russen, der thailändische Nominees als Front genutzt haben soll, um Gebäude anzumieten und den Hotelbetrieb zu führen.
Genau dieses Konstrukt ist in Thailand in Bereichen, die thailändischen Staatsbürgern vorbehalten sind, verboten – und wird nun ausdrücklich als möglicher zusätzlicher Rechtsverstoß untersucht.
83 Zimmer und Vermarktung über Buchungsportale
Laut Behörden waren 83 Zimmer im Betrieb, zudem sei das Hotel über Online-Buchungsplattformen beworben worden, um ausländische Touristen anzuziehen.
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Die Online-Präsenz spielte für die Ermittler eine Rolle, weil sie den kommerziellen Hotelbetrieb dokumentiert und die Reichweite des Geschäfts verdeutlicht.
Behörden drohen mit harten Folgen – bis zur Firmenlöschung
Rungruang Thimabut erklärte, die Maßnahmen seien Teil der laufenden Strategie, die Existenz thailändischer Betreiber zu schützen und Phukets Tourismus-Image gegen illegale Ausländeraktivitäten zu verteidigen.
Sollten sich Nominee-Strukturen bestätigen, drohen neben straf- und verwaltungsrechtlichen Strafen auch Schritte wie die Verfolgung aller Beteiligten und im Extremfall die Aufhebung einer Firmenregistrierung bei nachgewiesenen Scheintransaktionen, heißt es im Behördenbericht.



„…die Existenz thailändischer Betreiber zu schützen und Phukets Tourismus-Image gegen illegale Ausländeraktivitäten zu verteidigen…“
Gesetz ist nun mal Gesetz. Es lebe der Protektionismus.
Ich verstehe Deinen Kommentar nicht. Soll man illegale Machenschaften durchgehen lassen? Und damit der Mafia Tür und Tor öffnen? Schon wegen dem d. Kapitän hast Du Dich abschätzig geäussert.
Ich halte den praktizierten Protektionismus für ein Grundübel in diesem Land. Dieser be- und verhindert eine gesunde Weiterentwicklung der Wirtschaft. Immer nur dafür sorgen, dass sich auch ja nichts ändert. Aber auch nicht besser wird. Nicht falsch verstehen, ich bin der Ansicht, dass man sich an hiesige Gesetze halten muss. Aber für falsch halten darf man sie doch schon, oder? Ich bin durchaus der Meinung, dass man diesen Protektionismus nicht von heute auf morgen abschaffen kann und sollte. Aber Schritt für Schritt reformieren. Aber was macht man? Kurz gesagt: Das Gegenteil.
Aber Firmen, die bestehende Gesetze „umgehen“, verteidigst du! Das ist das was ich nicht verstehe. Für ein Hotel braucht man eine Bewilligung, es müssen Bauvorschriften eingehalten werden! Es geht doch nicht darum nur Protektionismus zu betreiben. Das Geheul möchte ich nicht hören, wenn in Westeuropa ein Russe ein Hotel ohne Bewilligung eröffnen könnte. Natürlich geht es auch darum das einheimische Gewerbe zu schützen. Deswegen illegale Machenschaften zu verteidigen, finde ich eher abenteuerlich.
Das ist ein Irrtum. Ich verteidige keine Gesetzesbrecher. Wie ich schon mehrfach betonte, muss man sich in diesem Land auch an seine Gesetze halten. Ich halte allerdings das System des hier praktizierten Protektionismus für falsch. In erster Linie wird das praktiziert um sich der Konkurrenz zu entledigen. Das kann man so machen. Und wird auch so gemacht.
Das war übrigens nicht schon immer so. Ein Beispiel, vor rund 30 Jahren war ich als Dive Master für eine französisch geführte Tauchschule mal eine Saison lang auf Phuket tätig. Das war seinerzeit möglich, weil in Thailand kein entsprechendes Personal als Diver Master und/oder Instructor zu finden war. Die Kerle/Mädels haben wir ausgebildet und sie haben es gelernt und machen das jetzt selber. Heutzutage brauchst Du mit einer Geschäftsidee, vielleicht sogar wie man was anders oder besser machen könnte, nicht mehr nach Thailand kommen. Diesen Dogmatismus muss man eben akzeptieren wenn man in diesem Land leben will. Das hat der Russe oder der Deutsche nicht. Deswegen tue ich alles anders als diese Leute zu verteidigen. Nur das starre System des dogmatischen Protektionismus halte ich trotzdem für falsch.
Und trotzdem ist das System richtig! Es gibt geschützte Berufe, die nur von Thais ausgeführt werden dürfen. Es gibt Berufe, die für Alle offen sind. Um ein Geschäft zu betreiben braucht man eine Lizenz, wer die nicht vorweisen kann, tschüss.
Der Protektionismus hat schon seine Gründe, wie auch die Papierschwemme bei den Ämtern Sinn macht. Man muss für die eigenen Leute Arbeitsstellen schaffen. Wenn jetzt die Regierung das Bildungssystem endlich modernisiert und angepasst würde, müsste man auch weniger auf Ausländer zurückgreifen. Solange in privaten „Universitäten“ Lehrkräfte nach Anzahl Schüler entlöhnt werden und auch der faulste Dummkopf durch die Schule geschleust und anschliessend mit einem Zertifikat „belohnt“ wird, ändert sich nix. Und die Armen bleiben arm und die Reichen werden noch reicher. Ganz im Sinne der etablierten Kaste.