Schwiizer Tugende in Thailand: Was funktioniert – und was nöd

Pünktlich, sparsam, zverlässig – und denn Thailand. Wie sich Schwiizer Tugende im Land vom Lächele schlönd.

Schwiizer Tugende in Thailand: Was funktioniert – und was nöd
KI-generiertes Symbolbild

De Schwiizer isch en Spezi. Pünktlich, sparsam, zverlässig – die Tugende sind berühmt und berüchtigt. Und denn chunt Thailand. Es Land, wo d’Zit fliessend isch, wo „Ordnig“ e anderi Bedütig hät und wo en Termin eher en Vorschlag isch. Was passiert, wänn die Schwiizer Tugende uf s’Land vom Lächele träffe?

Dä Artikel zeigt, wo d’Schwiizer ihri stärchste Eigeschafte uf d’Prouf stelled – und wo si besser devo lached. Dänn au im Paradies chönnd Missverschtändnis passe. Aber genau die sind’s, wo s’Läbe i Thailand so rächt erfrisched mached.

Pünktlichkeit: D’Schwiizer Uhr landet im Thai-Chaos

En Schwiizer chunt pünktlich. Nöd fünf Minute z‘ spaat, nöd zwöi Minute z‘ früe – pünktlich. Wenn d’Bhüüsli um 8:30 ufmacht, denn isches um 8:30 offe, nöd um 8:31. Das händ d’Thai widerum anderst gleert. „Thai Time“ heisst: öppe so, öppe denn, Hauptsach, es wird no öppis drus. Dänn lauft me nöd em Termin näh, sondern em Läbe.

Für en frisch zugezogene Schwiizer isch das en Schock. Dä wartet um 9:00 Uhr morgens uf en Handwerker, wo versproche hät, er chäm „in öppe nüni“. Um 10:30 chunt en Aafruef: „Sorry, khaa nöd, morn viellicht.“ Jetzt cha me sech entscheide: entwedder usflippe (hilft nüd) oder akzeptiere, dass me jetz i Thailand isch. Die meischte Schwiizer wändlet sich mit de Zit a – aber es paar gfalled immer no is Muster vom „nervöse Mitteleuropäer“, wo am Schalter vom Immigrationsbüro uf d’Uhr lueget.

Ordnig: S’Chaos, wo en System hät

D’Schwiizer liebed Ordnig. Schliesslich isch d’Schwiiz s’Land, wo de Müll trennt wird wie niene suscht und wo sech d’Nachbere beschwered, we me d’Gartehäcke am falsche Tag use stellt. Thailand isch… nöd so. Chönd Sie sech en Bangkok-Trottoir vorstelle? Zwüsche de Fuessgänger stönd Motorräd, Esse-Ständ und wildi Stromchäbel. Es Chaos – aber nur für euches Auge.

Denn das Chaos hät en eigene Syschtem. Die wilden Stromchäbel? Sind flexibel – wenn öppis kaputt isch, isches i ze Minute gflickt. S’Trottoir-Duränand? Lässt Platz für Lebendigkeit, wo me i de Schwiiz vergeblich sueht. En Schwiizer, wo das wott kapieren, dä muess sis Ordnigsdenke e chli lockere. Nöd ufgeh – aber ufweiche. S’Pendel zwüschem „mues alles grad“ und „la mers eifach laufe“ – das isch de Schlüssel zum Glück z’Thailand.

Sparsamkeit: Vom Sparchränzli uf Thai-Art

De Schwiizer spart gern. Scho d’Grossmuetter hät gseit: „Me mues es Sparchränzli haa für schlächti Zite.“ Das isch tief i dr Schwiizer Seel verankered, sällewäg gradso wi s’Weggli am Morge. Thailand denkt da andersch. Geld wird usgeeh – für guets Esse, für d’Familie, für de nächste Tempel. Nöd zum Aageh, nei, zum Genuss. „Sabai sabai“ heisst: s’Läbe söll lässig si, nöd nume effizient.

Am Afang chunnt sech de Schwiizer fast wie en Geizhals vor, wenn er si da duet vergliche. Aber dänn merkt er: Die Thai händ öppis grefft, wo me i de Schwiiz vergesse hät. D’Fähigkeit, Geld mit Fröid uszgeh. Er mues nöd zum Protzer werde. Aber es wörmeli meh für d’Nachbere uszgeh? Das isch erlaubt. De Schwiizer zeigt em Thai, wi me sorgfältig plant. De Thai zeigt em Schwiizer, wi me s’Läbe geniesst – en faire Tausch.

Zverlässigkeit: En Schwiizer, si Wort – und s’Mai-Pen-Rai

Wenn en Schwiizer öppis verspricht, denn hälts. „Ich mach das bis Fritig“ heisst: am Fritig isches fertig, wenn mögli scho am Dunnschtig. Z’Thailand gits es Wort, wo genau s’Gegendeil bedüütet: „Mai pen rai“ – macht nüüt, isch nöd schlimm, laufed la. Das bringt de Schwiizer a sini Gränze. S’Mail vom Vermieter chunt nöd? Mai pen rai. De Handwerker isch nöd cho? Mai pen rai. D’Bürokratie hät e nöd gern gha? Au mai pen rai.

Die Haltig isch extrem underbewertet. Sie schützt vor Herzinfarkt und hohem Bluettruck. De Schwiizer, wo s’lernen chan, dä hät gwunne. Er chan si Wort immer no halte – aber wenns nöd klappt, denn isch nöd gliich d’Welt untergang. Zverlässigkeit isch en Schatz. Aber starri Haltig wird z’Thailand zunere Last. De Schwiizer Entdecker findet de goldig Mittelwäg: zverlässig si – aber flexibel blibe.

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Fleiss: Schaffe, schaffe – oder nöd schaffe?

De Schwiizer schafft. „Schaffe, schaffe, Hüsli baue“ – das isch s’Motto, wo Generatione prägt hät. Thailand kennt das au. Aber d’Thai händ en andere Begriff drfür: „Sanuk“. Sanuk heisst Spass, Freude, gnüsse. Und ganz wichtig: nöd nume am Sunntig. Sanuk isch en Läbenshaltig, wo me au bi de Arbet cha haa, wänn me’s richtig aastellt.

De Schwiizer Expat z’Thailand merkt schnäll: uf d’Uhr luege und „zersch d’Arbet, denn de Spass“ – das lauft nöd lange. D’Thai-Kollege schalted ab 17 Uhr s’Händy us. S’Wuchenende ghört de Familie. Dänn frogt me sech: Sind die fauel? Oder händ die öppis grefft, wo mir vergesse händ? D’Aantwort isch eindeitig. De Schwiizer chan au ohni Hüsli überlebe. Aber ohni Sanuk wird s’Läbe z’Thailand zur Qual.

Wie mer s’Best us beide Welte nimmt

Am beschte isch: De Schwiizer pflägt sini Tugende, aber er macht se nöd zur Waffe gege Thailand. D’Pünktlichkeit bruuchts bi de eigene Termine – nöd bim thailändische Handwerker. S’Ordnigsdenke hilft bi de eigene Papiere – söll aber nöd uf d’Nochbere projiziert werde. D’Sparsamkeit isch en Segen für d’Altersvorsorg – aber me söll au mal es guets Esse zahle ohni uf d’Rächnig z’luege.

Wer als Schwiizer z’Thailand glücklich wird, dä nimmt eifach die goldeni Regel: Bhalte, was di stercher macht. Und la laa, was nöd gäht. De Thai hät s’passende Wort parat – „Mai pen rai“ – und me cha ne würkli nöd besser zämmefasse. Probiered S’us. Es lohnt sech.

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5 Kommentare zu „Schwiizer Tugende in Thailand: Was funktioniert – und was nöd

  1. Die Thais und ihre oberflächliche, liederliche, verantwortungslose und arglose „Gelassenheit“ oder anders gesagt mai-pen-rai Kultur, könnten viel lernen von den Schweizern! Das verbietet aber ihr falscher Stolz.
    Warum sind die Schweizer so erfolgreich ? Wohl kaum durch Thailändische Denkweise!

  2. Sollte hier die DACH Tugend unter das thail. Volk etabliert werden?
    Noch ein paar Schweizer und Deutsche Fahnen dazu?
    Anpassung totale Fehlanzeige, aber mit den Flänklis /Euros, einen auf dicke Hose machen und danach jammern, weil die Kohle den Besitzer gewechselt hat.
    Checkt mal eure Themen,ob die noch Zeitgemäßes sind!

  3. Dasch ischt usem Härz gschriebä beschtä dank

    bin mit einere Thai Frau und Famili sit 13 jahr verhüratet

  4. „Sie schützt vor Herzinfarkt und hohem Bluettruck.“
    Dodezu möchti aber gern wüsse, worum verschriebe denn Thai Ärzt so vieli Bluetdrucksänker und Cholesterinsänker an ihri eigene Lüt?
    In Schriftsprache übersetzt: Dazu möchte ich aber gerne wissen, warum verschreiben denn Thai Ärzte so viele blutdrucksenkende und cholesterinsenkende Medikamente für ihre eigenen Leute?

  5. Wie immer isch dr Kompromiss die beschti Lösig. Beidi Wältaaschauige hänn ihri Vor- und Nochteil.

    Wenn me do in Thailand wohne und läbe will, denn muess me lerne z’entscheide, welli Wärt in wellere Situation wohl besser aazwände isch und me ka sowohl besser läbe und trotzdäm viel weniger Sorge und keini Schulde ha.

    Sabai, sanuk und mai pen rai ka me liebe und s’eigene Läbe trotzdäm guet organisiert besser gniesse. Und dorum wärde Schwiizer au oft beniede vo andere ‘Migrante”.

    Me hetts aber me zeigts nit, me läbt und me gniesst mehr oder eifacher will me besser organisiert isch aber me riebts den Andere nit ständig unter d’Nase.

    Me hilft wenn und wo me ka, aber me ka oft beurteile wo das zur Uusnützerei wird und denn ka me dr Stecker zieh.

    “The best of both worlds” verstoh als e neui dritti Variante isch e Privileg wo s’Uswandere aabietet.

    Und genau das söll me gniesse do in Thailand.

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Antworte auf den Kommentar von Buakhai+Roger Khongmeesiang (Zgraqggen) Antwort abbrechen

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