Razzia vor Songkran schockt Chiang Mai erneut

Razzia vor Songkran: Polizei Region 5 beschlagnahmt fast 1.000 Waffen und holt Millionen von Online-Betrügern zurück – doch das ist erst der Anfang…

Razzia vor Songkran schockt Chiang Mai erneut
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CHIANG MAI, THAILAND – Die Polizeiregion 5 hat vor Songkran 2026 eine großangelegte Anti-Kriminalitäts-Operation gestartet und dabei hunderte Waffen sowie Sprengmittel sichergestellt. Zudem wurden Verdächtige aus dem Online-Betrugsumfeld festgenommen und mehr als 3,2 Millionen Baht an Opfer zurückerstattet.

Großeinsatz vor Songkran: Bilanz nach 12 Tagen

Am 9. April 2026 stellte die Polizeiregion 5 in Chiang Mai die Ergebnisse einer 12-tägigen Operation zur Kriminalitätsbekämpfung vor, die vom 25. März bis 5. April lief. Ziel war es, die Sicherheitslage vor dem Songkran-Fest zu stabilisieren.

Laut Polizei gab es 718 Festnahmen wegen Waffenverstößen mit 675 sichergestellten Schusswaffen, dazu 45 Sprengmittel und 3.655 Schuss Munition. Außerdem wurden 1.216 Personen aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen.

Fokus auf Waffen, Sprengstoff und Abschreckung

Polizeigeneralleutnant Akritthaphon Yisakorn, Kommandeur der Polizeiregion 5, betonte die Bedeutung der Waffenoperationen zur Abschreckung potenzieller Täter während der Feiertage. In der Berichterstattung ist zudem von „nahezu 1.000“ beschlagnahmten Waffen im Rahmen der Maßnahmen die Rede.

Die Behörden richteten den Schwerpunkt auf illegale Schusswaffen, Schießpulver, Bomben und Munition, um Zwischenfälle während Songkran zu verhindern. Die Polizei kündigte an, die Kontrollen im gesamten Zuständigkeitsbereich zu verschärfen.

Festnahmen im Callcenter- und „Mule“-Umfeld

Im Zuge der Operation wurden zwei mutmaßliche Mitglieder eines Callcenter-Netzwerks festgenommen: eine 23-jährige Frau aus dem Bezirk Mae Taeng sowie ein 22-jähriger Mann aus Chiang Mai. Nach Angaben der Polizei sollen sie als „Money Mule“ bzw. als Steuerer der Abhebungen fungiert haben.

Die Ermittler stellten dabei 445.500 Baht Bargeld sicher, das vor einer Bankfiliale in Chiang Mai abgefangen wurde. Die Polizei leitete Verfahren ein und kündigte an, weitere Beteiligte zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen.

So lief der Betrug ab: Vortäuschung einer Behördenrolle

Das Opfer, ein Unternehmer aus dem Kunststoffhandel, wurde laut Polizei von Betrügern kontaktiert, die sich als Koordinatoren einer militärischen Behörde ausgaben. Anschließend sei ein angeblicher Kauf von „Barrieren“ in Aussicht gestellt worden, verbunden mit der Forderung, Geld vorab zu reservieren.

Die Täter sollen das Opfer zudem dazu gebracht haben, über Line Kontakt aufzunehmen und an ein empfohlenes Geschäft zu überweisen. Nach der Überweisung brach der Kontakt ab, woraufhin das Opfer den Fall beim Online-Anti-Crime-Operationscenter meldete.

Zugriff an der Bank: Ermittlungen führten zur Abhebung

Nach Auswertung der Informationen durch die zuständigen Einheiten der Polizeiregion 5 erhielten die Beamten Hinweise auf eine geplante Bargeldabhebung an einem Bankschalter in Chiang Mai. Dort sei die Person erschienen, deren Kontodaten mit der Anzeige übereinstimmten.

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Polizisten beobachteten die Abhebung und nahmen die beiden Verdächtigen beim Verlassen der Bank fest. Als Vorwurf wurde unter anderem die Beteiligung an einer geheim agierenden Gruppe mit illegaler Zielsetzung genannt.

Rückzahlungen an Opfer: Mehr als 3,2 Millionen Baht

Die Polizei teilte mit, dass in fünf Online-Betrugsfällen Geld an Geschädigte zurückerstattet wurde, insgesamt 3.285.200 Baht. Die Rückzahlungen wurden im Rahmen der Pressekonferenz ebenfalls dokumentiert.

Genannt wurden dabei mehrere Fälle aus dem Raum Chiang Mai, darunter Schäden von 445.500 Baht, 120.000 Baht, 300.000 Baht und 1.999.800 Baht. In der Quelle wird zudem ein weiterer Fall mit einer deutlich höheren Schadenssumme aufgeführt, der in der Darstellung jedoch widersprüchlich wirkt.

Songkran-Sicherheit: 24/7-Einsatz und strenge Kontrollen

Für das bevorstehende Songkran-Fest kündigte der Kommandeur an, dass die Polizeiregion 5 rund um die Uhr arbeiten werde – ohne Feiertage. Ziel sei es, Vertrauen bei Bevölkerung und Touristen zu schaffen.

Die Polizei rechnet trotz Themen wie Ölpreislage und Smog mit vielen Reisenden nach Chiang Mai und in den Norden. Neben Kriminalitätsbekämpfung sollen auch Maßnahmen gegen alkoholbedingte Unfälle und zur allgemeinen Unterstützung der Bevölkerung verstärkt werden.

Offene Haftbefehle: Weitere Fahndungswelle angekündigt

Ein weiterer Schwerpunkt ist laut Polizei die Vollstreckung älterer, noch offener Haftbefehle. Es sollen in der Region weiterhin rund 10.000 Haftbefehle bestehen, die bislang nicht vollstreckt werden konnten.

In der Woche vor der Pressekonferenz seien bereits Teams mobilisiert worden, um Zielpersonen auch außerhalb des Nordens aufzuspüren. Dabei habe es laut Polizei Festnahmen im Bereich von etwa 1.000 bis 2.000 „Targets“ gegeben.

Deine Meinung

Wie bewertest du die Maßnahmen der Polizeiregion 5 vor Songkran – bringen großangelegte Waffen- und Fahndungsaktionen spürbar mehr Sicherheit, oder braucht es andere Ansätze gegen Kriminalität und Online-Betrug?

Schreib uns in die Kommentare, wie du die Sicherheitslage in Chiang Mai und im Norden Thailands während der Feiertage erlebst und welche Maßnahmen du dir von Behörden und Banken wünschst.

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Quelle: Chiang Mai News

2 Kommentare zu „Razzia vor Songkran schockt Chiang Mai erneut

  1. Da hat man also in einer 12-tägigen Operation 718 Festnahmen wegen Waffenverstößen und außerdem noch 1.216 Personen aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen. Summasummarum 1.934 Personen ins Gefängnis geschickt. Die müssen ja geradezu leere Gefängnisse gehabt haben um so viele Übertäter binnen 12 Tagen zu inhaftieren, oder? Und was haben die Gesetzeshüter eigentlich vor dieser 12 Tage Aktion gemacht, bzw. was machen die jetzt wieder? Pause???

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