Spritkrise bremst Rettungswagen

🚑 Alarm im Gesundheitssystem: Wegen Treibstoffmangel geraten Rettungsdienste unter Druck – Krankenwagen sollen jetzt Vorrang beim Tanken bekommen. In manchen Regionen stehen Einsätze bereits still. Wie kritisch wird die Lage?

Spritkrise bremst Rettungswagen
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Die angespannte Treibstofflage hat nach Angaben des Gesundheitsministers Pattana Promphat inzwischen auch den Rettungsdienst erreicht, weshalb Rettungswagen und Rescue-Fahrzeuge beim Tanken Vorrang bekommen sollen.

Ministerium ordnet Priorität für Rettungsfahrzeuge an

Pattana Promphat erklärte am 19. März, die Treibstoffknappheit habe den Betrieb von Fahrzeugen des Emergency Medical Service beeinträchtigt, weshalb alle Krankenhäuser und Provinz-Gesundheitsämter die Lage eng überwachen und Probleme sofort lösen müssten.

Nach Regierungsabstimmung sollten Ambulanzen und Rettungsfahrzeuge die höchste Priorität erhalten, zudem müssten Reserven so eingeplant werden, dass die Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit bleiben.

Kliniken sollen Reserven halten – aber nicht hamstern

Für Krankenhäuser unter dem Gesundheitsministerium gilt die Vorgabe, Treibstoffvorräte für mindestens ein bis zwei Tage Betrieb vorzuhalten.

Gleichzeitig betonte das Ministerium, es dürfe nicht über das Notwendige hinaus gebunkert werden, sondern es gehe um kontrollierte Reserven und funktionierende Abläufe.

Abstimmung mit Tankstellen und Lieferpartnern

Krankenhäuser sollen sich aktiv mit Tankstellen und ihren regulären Geschäftspartnern abstimmen, um Bestände gemeinsam zu verfolgen und die Versorgung der Rettungswagen sicherzustellen.

Ziel ist, dass Einsatzfahrzeuge beim Nachfüllen nicht ausgebremst werden und die Versorgungskette trotz verzögerter Lieferungen stabil bleibt.

NIEM sieht Panik als Treiber – Lieferwege gestört

Pichet Nongchang, Generalsekretär des National Institute for Emergency Medicine (NIEM), führte Engpässe in vielen Regionen auch auf Verunsicherung zurück, weil Menschen aus Angst vor Knappheit und möglichen Preisanstiegen mehr als üblich tankten.

Zusätzlich hätten internationale Konflikte und Krieg normale Transportwege gestört, wodurch die Nachfrage über das tägliche Normalniveau gestiegen sei, während viele Stationen darauf nicht vorbereitet gewesen seien.

Lagebild vom 18. März: Kalasin am kritischsten

Das NIEM bewertete die Situation am 18. März in Stufen von Level 0 bis Level 4, wobei 31 Provinzen als ohne Auswirkungen (Level 0) eingestuft wurden.

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ZUM ANGEBOT

In Kalasin erreichte die Lage Level 4 (kritisch), während Songkhla und Nong Bua Lamphu als Level 3 gelten, weil Einheiten teils in andere Gebiete ausweichen müssen und sich dadurch die Reaktionszeiten verlängern.

Konkrete Ausfälle: Zwei Einheiten in Kalasin außer Betrieb

In Kalasin hätten Tankstellen das Tanken eingeschränkt, weshalb Einheiten der Kut Wa Subdistrict Municipality und der Na Makhuuea Subdistrict Administrative Organisation (SAO) nicht mehr operieren konnten.

Notfälle müssten dort nach NIEM-Angaben von benachbarten Einheiten übernommen werden, um den Transport von Patienten dennoch sicherzustellen.

Appell an Tankstellen: Reserven je Gebiet gefordert

Das NIEM veröffentlichte seit 14. März über seine Facebook-Kanäle den Aufruf, Ambulanzen an Zapfsäulen bevorzugt zu bedienen, damit Rettungseinsätze und die Versorgung kritisch Kranker nicht scheitern.

Parallel koordinierte das Institut dringend mit dem Energieministerium und Anbietern und bat über Gouverneure und Provinz-Energiebehörden in allen 77 Provinzen um Reserven von mindestens 100 Litern pro Gebiet sowie 50 bis 100 Litern an Stationen nahe Krankenhäusern oder auf Tambon-Ebene.

14.213 Einsatzfahrzeuge – täglich rund 71.065 Liter Bedarf

Landesweit gebe es 14.213 Notfallfahrzeuge, deren durchschnittlicher Verbrauch laut Pichet Nongchang bei etwa 5 Litern pro Fahrzeug und Tag liege, wenn pro Fahrzeug ein Patiententransport am Tag anfalle.

Bei einer durchschnittlichen Distanz von 30 Kilometern pro Einsatz entspreche das einem täglichen Gesamtbedarf von rund 71.065 Litern, was die Bedeutung verlässlicher Tankmöglichkeiten für den Rettungsdienst unterstreiche.

Deine Meinung

Sollten Tankstellen bei Engpässen gesetzlich verpflichtet werden, Rettungsfahrzeuge und andere kritische Infrastruktur grundsätzlich zu priorisieren, auch wenn dadurch längere Schlangen für alle anderen entstehen?

Welche Erfahrungen gibt es aktuell vor Ort an thailändischen Tankstellen, und welche Lösungen haben in der Praxis geholfen, damit Notfälle nicht warten müssen?

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Quelle: nationthailand.com

Ein Kommentar zu „Spritkrise bremst Rettungswagen

  1. Diese Massnahme ist schon lange überfällig! Zudem sollen Ambulanzfahrzeug voll getankt werden! Jeder von uns benötigt irgendwann vielleicht die Hilfe eines Notfallfahrzeuges. Nur dumm: Wenn es am anderen Ende der Leitung heisst: Wir können nicht kommen! Kein Benzin!

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