Geld an die Thai-Ehefrau überweisen: Was Sie jetzt wissen müssen
Während Thailand heute zur Parlamentswahl geht, beschäftigt viele Ausländer im Land eine ganz andere Frage: Darf ich meiner thailändischen Ehefrau Geld überweisen, ohne dass das Finanzamt zuschlägt? In den Expat-Foren herrscht seit Monaten Nervosität. Die Antwort könnte Sie überraschen.
Ein aktueller Fall aus einer großen Facebook-Gruppe zeigt, wie groß die Verunsicherung ist: Ein deutscher Rentner will seiner Frau 200.000 Baht schicken, um einen Autokredit abzulösen. Was früher Routine war, wird 2026 von der bangen Frage begleitet: Löse ich damit eine Steuerlawine aus?
Der konkrete Fall: 200.000 Baht für den Autokredit
Der Mann lebt dauerhaft in Thailand, gilt also als Tax Resident. Sein Geld liegt auf einem deutschen Festgeldkonto, das er vor Jahren angelegt hat. Er plant eine Direktüberweisung von seiner deutschen Bank auf das Konto seiner thailändischen Ehefrau bei der Bangkok Bank.
In der Community erhält er widersprüchliche Antworten: Von „völlig harmlos“ bis „Vorsicht, Steuerprüfung droht“ ist alles dabei. Diese Verwirrung ist typisch für die aktuelle Phase. Viele haben noch die alten Regeln im Kopf, während die Behörden die neuen Richtlinien erst in der Praxis etablieren.
Was seit 2024 wirklich gilt – und was nicht
Seit dem 1. Januar 2024 müssen Tax Residents ihr weltweites Einkommen versteuern, wenn sie es nach Thailand bringen. Früher galt die Steuerpflicht nur für Geld aus demselben Jahr. Diese Änderung hat viele aufgeschreckt. Doch Vorsicht: Die Regel zielt auf Einkommen ab, nicht auf Vermögen.
Wer Gehälter, Dividenden oder Mieteinnahmen nach Thailand überweist, muss aufpassen. Wer aber einfach sein eigenes Erspartes verschiebt, bewegt sich in einem ganz anderen rechtlichen Rahmen. Und bei Überweisungen an den Ehepartner kommt eine weitere entscheidende Regel ins Spiel.
Die 20-Millionen-Baht-Grenze: Großzügiger Schutz für Ehepaare
Jetzt wird es interessant: Schenkungen zwischen Ehepartnern sind in Thailand bis zu 20 Millionen Baht pro Jahr komplett steuerfrei. Diese Regelung steht fest im Revenue Code verankert und schützt familiäre Unterstützungszahlungen. Erst Beträge darüber werden mit nur 5 Prozent besteuert.
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20 Millionen Baht entsprechen etwa 550.000 Euro. Die geplanten 200.000 Baht machen gerade mal ein Prozent davon aus. Selbst wer monatlich diesen Betrag überweist, kommt im Jahr nur auf 2,4 Millionen Baht – weit unter der Grenze.
Warum die Direktüberweisung an die Ehefrau clever ist
Unser Rentner plant die Überweisung direkt von seinem deutschen Konto auf das Konto seiner Frau. Das ist steuerlich die sauberste Lösung. Die Ehefrau empfängt eine Schenkung direkt aus dem Ausland – für sie gilt der 20-Millionen-Freibetrag.
Würde er das Geld erst auf sein eigenes thailändisches Konto überweisen und dann weiterleiten, könnte das Finanzamt beim ersten Schritt genauer hinsehen. Bei der Direktüberweisung an die Ehefrau entsteht diese Komplikation gar nicht erst.
Altes Geld bleibt steuerfrei: Die Bestandsschutzregel
Ein wichtiges Detail im Fall: Das Geld stammt von einem Festgeldkonto, das vor 2024 angelegt wurde. Das ist ein entscheidender Joker. Kapital, das vor dem 1. Januar 2024 erwirtschaftet wurde, kann grundsätzlich steuerfrei nach Thailand eingeführt werden.
Man muss nur in der Lage sein, dies zu dokumentieren. Kontoauszüge, die zeigen, dass das Geld schon Jahre dort lag, reichen aus. Es handelt sich nicht um neues Einkommen aus 2026, sondern um alte Ersparnisse – damit ist der Transfer rechtlich abgesichert.
Was die neue Regierung ändern könnte
Mit der heutigen Parlamentswahl könnte sich die politische Landschaft in Thailand verändern. Es gibt Diskussionen über eine mögliche Lockerung der Steuerregeln: Eine vorgeschlagene 2-Jahres-Frist würde bedeuten, dass Einkommen erst nach zwei Jahren steuerfrei nach Thailand gebracht werden könnte.
Diese Regelung ist aber bisher nur ein Vorschlag, kein beschlossenes Gesetz. Für Schenkungen zwischen Ehepartnern würde sie ohnehin keine Rolle spielen, da hier bereits der großzügige 20-Millionen-Freibetrag gilt. Wer jetzt plant zu überweisen, muss nicht auf neue Gesetze warten.
Die 180-Tage-Regel: Wer als Tax Resident gilt
In Thailand gilt man als steuerlich ansässig, wenn man sich mehr als 180 Tage im Kalenderjahr im Land aufhält. Diese Regel ist einfach und klar. Wer diese Schwelle überschreitet, muss grundsätzlich sein weltweites Einkommen versteuern, wenn er es nach Thailand bringt.
Für die meisten Expats und Rentner trifft das zu. Doch die Tax-Resident-Eigenschaft allein macht noch keine Steuer fällig. Entscheidend ist die Art des Geldflusses: Ist es Einkommen oder Vermögen? Und wenn Einkommen – ist es alt oder neu?
Schenkung oder Einkommen: Der entscheidende Unterschied
Wenn ein Ehemann seiner Frau Geld gibt, ist das rechtlich eine Schenkung. Keine Bezahlung für eine Leistung, kein Gehalt, sondern eine Zuwendung innerhalb der Familie. Das thailändische Steuerrecht behandelt solche Schenkungen bewusst privilegiert.
Würde man jede Überweisung an die Ehefrau als steuerpflichtiges Einkommen werten, müsste sie auf das monatliche Haushaltsgeld Steuern zahlen. Das ist weder gewollt noch gängige Praxis. Für unseren Fall bedeutet das: Die 200.000 Baht sind eine steuerfreie Schenkung, keine Einnahme.
Dokumentation: Einfach, aber wichtig
Auch wenn keine Steuer anfällt, ist saubere Dokumentation ratsam. Im unwahrscheinlichen Fall einer Prüfung sollte man Kontoauszüge haben, die die Herkunft belegen: Das Geld kommt vom Ehemann und stammt aus alten Ersparnissen.
Für die Ehefrau empfiehlt sich, den Überweisungszweck klar zu kennzeichnen: „Gift from spouse“ oder „Family Support“ sind passende Formulierungen. Banken melden Transaktionen erst ab bestimmten Höhen. Eine einzelne Überweisung von 200.000 Baht löst keinen Alarm aus.
Was thailändische Banken wirklich interessiert
Thailändische Banken müssen verdächtige Transaktionen melden. Das betrifft vor allem Geldwäsche-Prävention. Eine Überweisung aus dem Ausland auf das Konto einer Thailänderin ist aber absolutes Tagesgeschäft. Millionen von Thais erhalten regelmäßig Unterstützung von Partnern aus dem Ausland.
Problematisch wird es erst, wenn sehr große Summen ohne klaren Hintergrund fließen. Bei 200.000 Baht wird kein Bankangestellter nachfragen. Der Betrag liegt im völlig normalen Bereich für familiäre Unterstützung.
Doppelbesteuerungsabkommen: Schutz vor doppelter Steuer
Viele europäische Länder haben Doppelbesteuerungsabkommen mit Thailand. Diese regeln, wer das Besteuerungsrecht hat. Renten werden oft dem Heimatland zugewiesen, was eine Besteuerung in Thailand ausschließen kann.
Bei Schenkungen zwischen Ehepartnern spielt das Abkommen aber eine untergeordnete Rolle. Das nationale thailändische Recht mit seinem 20-Millionen-Freibetrag garantiert bereits die Steuerfreiheit. Das Abkommen ist hier eher ein zusätzliches Sicherheitsnetz als eine Notwendigkeit.
Krankenversicherung: Sicherheit für Sie und Ihre Familie
Wer dauerhaft in Thailand lebt, sollte nicht nur an Steuern denken. Eine gute Krankenversicherung für Thailand ist mindestens genauso wichtig. Die Gesundheitskosten können ohne Versicherung schnell existenzbedrohend werden.
Viele internationale Versicherer bieten spezielle Tarife für Expats an. Die Kosten variieren je nach Alter und Gesundheitszustand, aber die Investition lohnt sich. Ein einziger Krankenhausaufenthalt kann mehr kosten als Jahre an Versicherungsbeiträgen.
Automatischer Datenaustausch: Was das Finanzamt weiß
Thailand nimmt am automatischen Informationsaustausch von Finanzdaten teil. Das bedeutet: Das thailändische Finanzamt kann Informationen über Auslandskonten von Tax Residents erhalten. Das klingt bedrohlich, ist aber für ehrliche Steuerzahler kein Problem.
Das bloße Wissen über ein Konto führt nicht zu Steuern. Es dient dem Abgleich bei Unstimmigkeiten in der Steuererklärung. Wer behauptet, kein Vermögen zu haben, aber Millionen besitzt, bekommt Probleme. Wer seine Finanzen korrekt angibt, hat nichts zu befürchten.
Wechselkurs beachten: Sparen beim Transfer
Bei internationalen Überweisungen spielt der Wechselkurs eine wichtige Rolle. Der Baht unterliegt Schwankungen, die den Euro-Betrag schnell verteuern oder verbilligen können. Wer größere Summen überweist, sollte den Kurs genau beobachten.
Moderne Finanzdienstleister bieten oft bessere Kurse als traditionelle Banken. Das kann mehrere Hundert Baht Ersparnis bedeuten. Bei der Steuerberechnung nutzt das Finanzamt allerdings offizielle Durchschnittskurse. Diese kleinen Schwankungen sind bei einem 20-Millionen-Freibetrag aber vernachlässigbar.
Sanktionen bei Steuerverstößen: Realistische Einschätzung
Was passiert bei echten Steuerverstößen? Thailand hat die Strafen für Steuerhinterziehung verschärft. Es drohen Bußgelder und Verzugszinsen. In schweren Fällen sind strafrechtliche Konsequenzen möglich.
Diese Strafen treffen aber vor allem systematische Hinterzieher großer Beträge. Bei einer einmaligen familiären Unterstützung, die unter allen Freibeträgen liegt, ist das Risiko einer Bestrafung praktisch null. Die Behörden haben andere Prioritäten als normale Ehepaare.
Strategien für absolute Sicherheit
Wer dennoch absolut sichergehen will, kann einfache Strategien nutzen. Die sauberste Lösung ist die strikte Trennung von Vermögen und laufendem Einkommen. Überweisen Sie für größere Anschaffungen nur nachweislich altes Kapital und halten Sie Belege bereit.
Eine weitere Strategie ist das Bündeln von Transfers. Statt jeden Monat kleine Beträge zu schicken, kann eine größere Summe einmal im Jahr die Übersichtlichkeit erhöhen. Steuerlich macht es unter 20 Millionen Baht keinen Unterschied, aber es vereinfacht die Verwaltung.
Monatliche Unterstützung: Auch das bleibt steuerfrei
Viele Expats überweisen ihrer thailändischen Familie monatlich Geld für den Lebensunterhalt. Auch das fällt unter die Schenkungsregel. Solange die Jahressumme unter 20 Millionen Baht bleibt, ist kein Cent Steuer fällig.
Das bedeutet: Selbst bei 100.000 Baht monatlich – was 1,2 Millionen Baht pro Jahr entspricht – gibt es keine Steuerpflicht. Der Freibetrag ist so großzügig bemessen, dass er praktisch alle normalen Familienfinanzen abdeckt.
Warum die Panik unbegründet ist
Woher kommt die Nervosität in den Foren? Oft entsteht sie durch Vermischung verschiedener Szenarien. Wer als digitaler Nomad aktives Einkommen generiert, hat andere Regeln zu beachten als ein Rentner, der Ersparnisse verschiebt.
Dazu kommt: Viele Diskussionsteilnehmer kennen die Details der Schenkungssteuer nicht. Sie hören „neue Steuerregeln“ und gehen vom Schlimmsten aus. Faktenbasierte Information ist das beste Mittel gegen unbegründete Sorgen.
Was Sie konkret tun sollten
Wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind, ist die Vorgehensweise einfach: Überweisen Sie das Geld direkt von Ihrem Auslandskonto auf das Konto Ihrer Ehefrau. Kennzeichnen Sie den Zweck klar als „Gift“ oder „Family Support“.
Bewahren Sie Kontoauszüge auf, die zeigen, dass das Geld aus alten Ersparnissen stammt. Das war es schon. Keine komplizierten Steuererklärungen, keine Anmeldung beim Finanzamt, keine Angst vor Prüfungen. Die rechtliche Lage ist klar.
Die klare Antwort für unseren besorgten Rentner
Zurück zu unserem Ausgangfall: Der Rentner kann beruhigt die 200.000 Baht überweisen. Seine Transaktion erfüllt alle Kriterien für Steuerfreiheit. Es ist eine Schenkung an die Ehefrau, der Betrag liegt weit unter dem Freibetrag, und die Mittel stammen aus Altvermögen.
Es gibt keinen Grund für komplizierte Konstrukte oder proaktive Meldungen beim Finanzamt. Eine normale Banküberweisung reicht völlig aus. Die rechtliche Lage ist deutlich entspannter, als es viele Online-Diskussionen vermuten lassen.
Ausblick: Gelassen bleiben trotz Reformdiskussion
Die thailändische Steuerlandschaft entwickelt sich weiter. Mit der heutigen Wahl könnten neue Impulse kommen. Die diskutierte 2-Jahres-Regelung würde vor allem digitale Nomaden und Spekulanten betreffen, nicht normale Familienfinanzen.
Das Ziel der Behörden sind nicht die kleinen privaten Geldströme zwischen Ehepartnern. Wer die Regeln kennt – insbesondere den 20-Millionen-Freibetrag für Schenkungen – kann entspannt in Thailand leben. Informieren Sie sich über Fakten statt über Forenmeinungen.
Fazit: Wissen schafft Sicherheit
Die Nervosität in den Expat-Communities ist nachvollziehbar, aber meist unbegründet. Die thailändischen Steuerregeln sind für normale Ehepaare großzügig. Der 20-Millionen-Baht-Freibetrag schützt praktisch alle familiären Unterstützungszahlungen.
Lassen Sie sich nicht von Panikmache verunsichern. Dokumentieren Sie Ihre Finanzen ordentlich, nutzen Sie die Direktüberweisung an Ihre Ehefrau, und genießen Sie Ihr Leben in Thailand. Die 200.000 Baht für das Auto sind gut investiert – und das Finanzamt geht dabei legal leer aus.
Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel gibt den Informationsstand vom Februar 2026 wieder und ersetzt keine professionelle steuerliche Beratung. Gesetze und deren Auslegung können sich ändern. Bei komplexen Vermögensstrukturen oder Unsicherheiten wird die Konsultation eines lizenzierten Steuerberaters in Thailand empfohlen.



LOL. „Die sauberste Lösung ist die strikte Trennung von Vermögen und laufendem Einkommen.“
Also. Wer bis 2023 irgendwo Geld auf einem Festgeldkonto mit Zinsen unterhalb der Inflationsrate geparkt hat, mit dem erstaunlichen vorausschauenden Wissen das sich in Thailand die Steueregeln die nächsten Jahre so ändern werden wie oben beschrieben ist: Ein Hellseher und ein Glückspilz. Zumindest was den Nachweis vereinfacht.
Da knüpfe ich wieder an dem an, was ich gestern bereits ansprach.
Angenommen man hat „altes Geld“ nicht nur in Festgeld Jahre lang gebunkert sondern auch das Geld für sich arbeiten lassen. Nach dem Motto: Geld macht Geld. Also Investitionen in Aktien oder Immobilien/Vermietung usw. Sagen wir mal als Beispiel jemand hat um die 500.000€ zusammengetragen. Und das schon Jahre vor seiner Auswanderung hierher und vor 2023. Dieses Geld wurde benutzt um es zu vermehren. Nun sind zuletzt genannte Investitionen –-dynamisch–-. Es kommt was neues dazu, aber auch was „altes“ weg. Über Jahre hinweg also viel Bewegung auf dem Konto/Depot. Was wird dann hier als „alt“ und was als „neu“ davon betrachtet? Führt doch niemand seit Jahrzehnten exakt Buch darüber.
Bedeutet das dann, wenn der End-Konto/Depotbestand am 31.12.2023 in Summe immer noch um die 450.000€ (als Beispiel) war, dass man dann solange Geld hierher überweisen darf bis die 450.000€ aufgebraucht sind ohne Steuern zahlen zu müssen?
Welche Zahlen bestätigen den Altkontostand ab 2023?? Der letzte Konto/Depot Auszug vom 31.12.23????
Eine Schenkung wird erst mit der Gutschrift wirksam .
Es wäre also grundsätzlich besser gewesen die Schenkung auf ein Auslandskonto der Frau zu überweisen.
Im Beispielfall wird aber sicher gar nichts überprüft, der Betrag ist viel zu gering.