BANGKOK, THAILAND – Die Regierung weist Warnungen vor einer landesweiten Treibstoffkrise zurück, obwohl in Chiang Mai und Teilen des Nordens Diesel sowie Benzin zeitweise fehlen. Energieminister Atthapol Rerkpiboon ruft zur Ruhe auf, während das Innenministerium alle 76 Provinzen zu strenger Kontrolle von Nachfrage und Verteilung verpflichtet.
Regierung setzt auf Lieferpläne statt Panik
Energieminister Atthapol Rerkpiboon erklärte am 10. März, das Land stehe trotz des Kriegs im Nahen Osten nicht vor einer Treibstoffkrise, weil Nachschub schrittweise nach Plan und nach verfügbarer Lagerkapazität geliefert werde.
Er betonte, es gebe keinen Grund zum Hamstern, auch wenn in einzelnen Regionen die Verkäufe wegen Sorgen der Bevölkerung zeitweise deutlich anzogen.
90-Tage-Schwelle – was dann passieren soll
Sollte der Konflikt länger als 90 Tage anhalten, kündigte Atthapol zusätzliche Maßnahmen an, um die Versorgung abzusichern.
Genannt wurden neue Lieferanten, flexiblere Importvorgaben für raffinierte Produkte, ein Ausbau von Biokraftstoffen sowie mögliche Exportbegrenzungen, damit Reserven im Land bleiben.
Chiang Mai meldet lokale Engpässe bei Diesel und Oktan
Während Bangkok Entwarnung gibt, berichteten viele Verkaufsstellen in Chiang Mai, dass Diesel sowie 91–95 Oktan zeitweise ausverkauft waren und einzelne Stationen bis zur nächsten Lieferung schließen mussten.
Ein zentrales Problem ist die Logistik, weil Transportverzögerungen die Verteilung ausbremsen und manche Stationen statt drei Lieferungen am Tag inzwischen vier oder fünf benötigen.
Preisabstand bei Gasohol – Anreiz für E20
Parallel zum dritten Kriegswochen-Verlauf passten PTT und Bangchak die Zapfsäulenpreise an, wodurch sich die Lücke zwischen Gasohol 95 und E20 von rund 2 Baht auf 3 Baht pro Liter vergrößerte.
Hintergrund ist die Hoffnung, dass Autofahrer eher zu E20 wechseln, das 20% Ethanol enthält, den Bedarf an erdölbasierten Kraftstoffen senken soll und heimische Biofuel-Produktion stützt.
Mae Sariang – 40,50 Baht pro Liter und dennoch Andrang
Bei einer Kontrolle von Handels- und Energiebehörden an einer unabhängigen Tankstelle im Bezirk Mae Sariang in Mae Hong Son wurde Diesel für 40,50 Baht pro Liter gefunden, deutlich über dem üblichen Marktniveau.
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Der Betreiber legte Einkaufsbelege vor, wonach er Diesel bei einem Großhändler in Lampang für 39,40 Baht bezog, und die Behörden bestätigten den Preis als kostenbasiert, warnten aber zugleich vor Hortung oder fehlender Preisauszeichnung.
Container, Kanister, Nachbarschaftseffekt – so leeren sich Depots
In der Ruam-Chok-Gegend von Chiang Mai beobachteten Reporter Engpässe an einer PT-Station, nachdem Menschen in kurzer Zeit Tanks füllten und zusätzlich Kanister befüllten, was die Vorräte an Station und Depot schnell dezimierte.
An anderen Stationen der Provinz, wo noch Kraftstoff verfügbar war, blieb die Lage am 10. März vergleichsweise ruhig, weil viele Fahrzeughalter bereits am Vortag vollgetankt hatten.
Innenministerium schaltet die Provinzen auf Krisenmodus
Das Innenministerium ordnete an, dass alle Gouverneure in den 76 Provinzen Nachfrage und Versorgung eng überwachen, Hortung verhindern und wirtschaftliche Abläufe schützen.
Arsit Sampantharat, ständiger Staatssekretär im Innenministerium, sagte am 10. März, die Weisung gehe nach Beratungen vom 9. März auf Anordnung von Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul zurück.
Datensammeln, Prioritäten setzen, Wirtschaft am Laufen halten
Die Provinzen sollen ihren Bedarf kurzfristig erfassen, wobei Energiebehörden Daten zur privaten Nachfrage nach Öl und LPG nach Branchen sammeln und als Datenbank an das Energieministerium melden sollen.
Zugleich müssen die Gouverneure lokale Stützpläne vorbereiten, um Versorgung und Alltag ohne Brüche zu sichern, während Behörden Verteilung und Lagerhaltung gemeinsam mit Energie- und Handelsstellen kontrollieren.



Als ich vor rund 5 Jahren auf dem Hausdach ein Fotovoltaikanlage plus einige Akkus montieren ließ, hätte ich nicht im Traum daran gedacht wie richtig die seinerzeitige Investition noch mal werden würde. Zwischenzeitlich fahren wir auch schon einige Zeit elektrisch. Auto und Motorroller und das zum Nulltarif. Die Anlage auf dem Dach liefert über rund 8 Monate im Jahr mehr Energie als wir verbrauchen können. Ist natürlich auch ein glücklicher Umstand, dass wir in unserem Village nicht direkt an eine PEA angeschlossen sind. So können wir das in dieser Zeit erzeugte Guthaben in den Sommermonaten, wenn die Sonne etwas im Norden steht und die Effizienz zurückgeht aufbrauchen. Steigende Spritkosten und vermutlich relativ bald auch Stromkosten belasten uns daher gar nicht. Dass allerdings die Lebenshaltungskosten sehr wahrscheinlich auch noch steigen werden, damit müssen auch wir rechnen.
Was sich aber angesichts der derzeitigen Weltlage ganz deutlich zeigt, dass nur selbst erzeugte Energien einigermaßen sicher zu bekommen sind. Aus heutiger Sicht war es ein Versäumnis der Regierungen nicht schon viel früher auf selbst erzeugte, regenerative Energien für mehr Unabhängigkeit und Sicherheit zu setzen. Wer das heute noch immer mit ideologischer links/rechts, grün/rot/schwarz oder sonst was in Verbindung bringt, der hat den Schuss aus dem Nahen Osten wohl wirklich nicht gehört. Naja, eine gewisse Schwerhörigkeit muss man wohl auch der deutschen Wirtschaftsministerin unterstellen die lieber neue, zusätzliche Gaskraftwerke bauen lassen will. Aber man muss ja nicht immer alles verstehen und kann nur hoffen, dass die (endlich) hierzulande wenigstens die richtigen Schlüsse ziehen.