Thailändisches Alkoholverbot trifft Urlauber hart

Thailändisches Alkoholverbot trifft Urlauber hart
Image credit to Free Press

BANGKOK, THAILAND – Kurz vor der Parlamentswahl gilt landesweit ein striktes Alkoholverbot, das auch ausländische Besucher betrifft und in beliebten Ferienorten für Frust und spürbare Umsatzeinbrüche sorgt. Die Behörden verweisen auf den Schutz vor Stimmenkauf und die Sicherung eines friedlichen Wahlablaufs, während die Tourismusbranche wirtschaftliche Schäden und Imageschäden befürchtet.

Strenges Verbot vor der Wahl

Nach den Vorgaben der Wahlkommission ist der Verkauf, Ausschank, die Verteilung und das Verschenken von Alkohol von 18 Uhr am 7. Februar bis 18 Uhr am 8. Februar untersagt.

Das Verbot gilt landesweit für alle Bars, Restaurants, Supermärkte, Hotels, Convenience Stores und Nachtlokale, unabhängig davon, ob Gäste wahlberechtigt sind oder nicht.

Touristen ohne Wein zum Abendessen

Bereits am 1. Februar, als die erste 24-stündige Restriktion zur Vorabstimmung in Kraft trat, wurden Touristen in einem Restaurant in Bangkok überrascht, als sie keinen Wein zu ihrem Essen bestellen durften.

Restaurantbetreiber Sorathep Steve, der fünf Lokale in der Hauptstadt führt, berichtete, die gerade aus den USA angereiste Gruppe sei deutlich enttäuscht gewesen und habe sich nach seiner Erklärung der Rechtslage mit Zitronenlimonade begnügen müssen.

Umsatzeinbrüche bei Gastronomen

Nach Angaben von Sorathep brachen die Einnahmen während des Wochenendes der Vorabstimmung um rund fünfzig Prozent ein, was er direkt auf das Alkoholverbot und den hohen Anteil ausländischer Gäste zurückführt.

Da etwa die Hälfte seiner Kundschaft aus dem Ausland komme, spüren seine Betriebe die Einschränkungen nach eigenen Angaben besonders stark, zumal derzeit Hauptreisezeit ist.

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Phuket fürchtet noch schlimmere Wahlfolgen

In Phuket meldete Benny De Bellis, der dort mehrere Lokale betreibt, bereits während des ersten „Trockentags“ einen Umsatzrückgang von etwa dreißig Prozent.

Für das eigentliche Wahlwochenende rechnet er mit noch gravierenderen Auswirkungen und erwartet Verluste von bis zu fünfzig Prozent, obwohl sein Team Gäste mit Hinweisschildern und Erklärungen vorbereitet.

Bars mit fast vollständigem Einbruch

Unweit davon geht Sumitha Soorian, Inhaberin von Mrs B Bar & Table, davon aus, dass der Barumsatz wegen der Alkoholbeschränkungen um bis zu neunzig Prozent zurückgehen wird.

Das trifft Betriebe besonders hart, die ihr Kerngeschäft mit Getränken machen und in der Hochsaison stark von internationalen Urlaubern abhängig sind.

Begründung und Kritik der Branche

Die Behörden betonen, das seit langem bestehende Alkoholverbot während der Wahlperioden diene dazu, Stimmenkauf zu erschweren und den Wahltag ruhig zu halten.

Kritiker in der Tourismuswirtschaft argumentieren dagegen, dass die Regel in den geschäftigsten Reisemonaten angewandt werde, das Land als unbeschwertes Reiseziel beschädigen und insbesondere ausländische Gäste treffe, die gar nicht wählen dürfen.

Internationale Ankünfte und Imagefragen

Im vergangenen Jahr wurden nach offiziellen Angaben 33 Millionen internationale Ankünfte registriert, ein Rückgang von 7,2 Prozent, der auch mit Naturkatastrophen und Grenzspannungen zu Kambodscha begründet wurde.

Bill Barnett von der Beratungsfirma C9 Hotelworks warnte laut Bangkok Post, wiederholte Einschränkungen in der Hochsaison könnten die Wahrnehmung des Landes bei Stammgästen verändern und dass ein ramponierter Ruf langfristig schwerer zu beheben wäre als kurzfristige Umsatzausfälle.

Verschärftes Alkoholgesetz sorgt für Verunsicherung

Zusätzliche Unsicherheit bringt die aktualisierte Alcohol Control Act, die nach ihrem Inkrafttreten Kritik von Geschäftsleuten, Touristen und der gesamten Hospitality-Branche ausgelöst hat.

Die Neuregelung sieht Sanktionen nicht nur für Verkäufer, sondern auch für Konsumenten vor, die Alkohol außerhalb der erlaubten Zeiten trinken, was nach Branchenangaben für erhebliche Verwirrung im Markt sorgt.

Strafen und Hinweise der Behörden

Verstöße gegen das Wahl-Alkoholverbot können mit Geldstrafen oder sogar Haft geahndet werden, wie die zuständigen Stellen betonen.

Die Behörden rufen Bevölkerung und Besucher auf, sich rechtzeitig auf die Einschränkungen einzustellen und gegebenenfalls im Vorfeld einzukaufen, während wahlberechtigte Bürger angehalten werden, sich gut zu informieren und verantwortungsbewusst abzustimmen.

🍺 Wahl ohne Alkohol – Sinnvolle Regel oder überholt?

Während Thailand zur Wahl schreitet, müssen Bars, Shops und Restaurants den Alkoholverkauf stoppen – sogar für Touristen. Die Maßnahme soll Ordnung sichern, doch Kritiker sehen Nachteile für die Wirtschaft.
Ist das ein notwendiger Schutz für faire Wahlen – oder ein Relikt aus vergangenen Zeiten?
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5 Kommentare zu „Thailändisches Alkoholverbot trifft Urlauber hart

  1. Problem? Nein, für mich als (fast) kein Alkoholtrinkender nicht. Und trotzdem: als Farang bin ich weder stimmberechtigt noch habe ich vor, die Wahlen in irgend einer Form zu beeinflussen. Und die Millionen Touristen höchstwahrscheinlich auch nicht. Mit anderen Worten: ein typisches Beispiel für die übliche Diskriminierung in Thailand. Und jener Touri, der genau diese 2 Wochen gebucht hat wird es sich das nächste mal überlegen, ob er Thailand buchen soll, oder doch lieber Vietnam, Kambodscha, Bali usw. Werbung für den Tourismus ist das jedenfalls nicht.

    1. Liege ich richtig, dass vor allem Personen, die in ihrem Heimatland. von Ausländern die strickte Einhaltung der Gesetze und Vorschriften reklamiert, hier im Ausland am rummeckern ist?

  2. Also wer ein Problem damit hat einmal für 24 Stunden auf Alkohol zu verzichten, der sollte sich dringend Hilfe suchen.
    Hört doch auf damit, diese Regel derart als Problem aufzublasen.

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