Thailand Banking: Das ändert sich

Thailand Banking: Das ändert sich
Gemini AI

Die Blockade am Krankenhaus-Schalter

Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Januar 2026 an der Kasse eines thailändischen Krankenhauses, um Ihre Rechnung nach einem mehrtägigen Aufenthalt zu begleichen. Die Behandlung war erfolgreich, doch beim Versuch, den Betrag von 120.000 Baht per Banking-App zu überweisen, erscheint eine Fehlermeldung. Ihr tägliches Überweisungslimit wurde offenbar ohne Ihr direktes Zutun auf exakt 50.000 Baht reduziert.

Diese Situation betrifft derzeit viele Kunden der Krungsri Bank und anderer thailändischer Institute. Was im ersten Moment wie ein technischer Defekt wirkt, ist eine bewusste Sicherheitsmaßnahme. In Thailand ist es üblich, Arztrechnungen erst nach der Behandlung zu bezahlen, doch bei Summen über 50.000 Baht greift nun eine neue digitale Sperre, die eine sofortige Zahlung verhindert.

Die 50.000-Baht-Sicherheitsgrenze

Die Grenze von 50.000 Thai Baht (umgerechnet etwa 1.370 Euro) ist kein Zufallsprodukt einer einzelnen Bank. Es handelt sich um eine regulatorische Schwelle, die im Jahr 2026 für fast alle digitalen Transaktionen im Land gilt. Diese Summe markiert den Übergang von einer einfachen PIN-Autorisierung hin zu einer verpflichtenden biometrischen Überprüfung durch das Finanzinstitut.

Sobald eine einzelne Überweisung oder die Summe aller Tageszahlungen diesen Schwellenwert erreicht, blockiert das System weitere Abflüsse. Das Geld ist zwar weiterhin sicher auf dem Konto vorhanden, doch der digitale Zugriff wird gedrosselt. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass hohe Geldbeträge nicht unkontrolliert und ohne zusätzliche Identitätsprüfung das Konto verlassen können.

Richtlinien der Bank of Thailand

Hinter diesen Verschärfungen steht die Bank of Thailand (BOT), die als Zentralbank des Landes fungiert. Sie hat bereits im Vorjahr umfassende Richtlinien zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erlassen, die nun flächendeckend umgesetzt werden. Die Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Konten ihrer Kunden strenger zu überwachen und Transaktionslimits dynamisch anzupassen.

Die Zentralbank verfolgt damit das Ziel, den thailändischen Finanzplatz sicherer zu machen. Insbesondere der schnelle Abfluss von Geldern auf anonyme Konten soll durch technische Hürden erschwert werden. Für die Banken bedeutet dies einen höheren administrativen Aufwand, für die Kunden jedoch einen deutlich verbesserten Schutz ihres Kapitals vor unbefugten Zugriffen.

Kampf gegen die Internetkriminalität

Thailand kämpft seit Jahren gegen hochprofessionelle Betrügerbanden, die oft über Call-Center agieren. Diese Täter versuchen, ihre Opfer zur Überweisung hoher Summen zu bewegen, bevor der Betrug bemerkt wird. Ein niedriges Standardlimit von 50.000 Baht dient hierbei als effektive Barriere, da es den Tätern die Möglichkeit nimmt, Konten in einem einzigen Schritt leerzuräumen.

Durch die Begrenzung wird wertvolle Zeit gewonnen. Sollte ein Kunde tatsächlich auf einen Betrug hereinfallen, bleibt der maximale Verlust auf das Tageslimit begrenzt, sofern keine biometrische Freigabe erfolgt. Dies gibt den Betroffenen und den Sicherheitsabteilungen der Banken die Chance, verdächtige Transaktionen rechtzeitig zu stoppen und die Konten einzufrieren.

Warum Senioren im Fokus stehen

Statistische Erhebungen der thailändischen Behörden zeigen, dass Menschen über 65 Jahre besonders häufig ins Visier von Online-Betrügern geraten. Aus diesem Grund stuft die Bank of Thailand Senioren oft als schutzbedürftige Gruppe ein. Für diese Kunden werden die Sicherheitsalgorithmen in den Banking-Apps meist besonders konservativ eingestellt, was zu den häufigen Limit-Senkungen führt.

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Diese Maßnahme wird oft als Einschränkung empfunden, ist jedoch als digitaler Sicherheitsgurt gedacht. Die Banken gehen davon aus, dass ältere Menschen seltener sehr hohe Summen im täglichen digitalen Zahlungsverkehr bewegen. Bei Bedarf lässt sich dieser Schutzmechanismus jedoch individuell anpassen, sofern der Kontoinhaber seine Identität zweifelsfrei nachweisen kann.

Unterschied zwischen Ambulant und Stationär

Im thailändischen Gesundheitssystem ist es wichtig, zwischen ambulanten und stationären Behandlungen zu unterscheiden. Bei einem einfachen Arztbesuch (Outpatient) erfolgt die Bezahlung tatsächlich immer erst nach der Untersuchung. Da diese Rechnungen selten die 50.000-Baht-Grenze überschreiten, bemerken viele Kunden die neuen Sicherheitslimits in diesem Bereich kaum.

Bei stationären Aufnahmen (Inpatient) oder geplanten Operationen sieht die Situation anders aus. Hier können die Kosten schnell sechsstellige Beträge erreichen. In privaten Kliniken ist es zudem nicht unüblich, bei der Aufnahme eine Anzahlung oder eine Kreditkartenautorisierung zu verlangen. In beiden Fällen stoßen Kunden ohne verifiziertes Profil nun an die technische 50.000-Baht-Grenze.

Anzahlungen bei geplanten Operationen

Entgegen der allgemeinen Annahme, dass in Thailand grundsätzlich erst nach der Behandlung gezahlt wird, fordern viele renommierte Privatkliniken bei größeren Eingriffen Vorauszahlungen. Dies gilt insbesondere für Patienten ohne thailändische Sozialversicherung oder ohne eine direkt abrechnende Versicherung. Diese Anzahlungen können oft 20 bis 50 Prozent der geschätzten Gesamtkosten betragen.

Wenn eine Operation beispielsweise 300.000 Baht kostet, wird bereits vor dem Eingriff eine Summe fällig, die weit über dem neuen Standardlimit liegt. Ohne eine vorherige Freischaltung der Biometrie-Funktion in der Banking-App kann dies zu kritischen Verzögerungen im Behandlungsablauf führen. Es ist daher ratsam, solche Zahlungen frühzeitig mit der Bank abzustimmen.

Die Rolle der biometrischen Daten

Ein zentraler Baustein der neuen Sicherheitsarchitektur ist die Erfassung biometrischer Daten. Damit ist in erster Linie die Gesichtserkennung gemeint, die direkt in die Banking-App integriert ist. Nur wer seinen Gesichtsscan bei der Bank registriert hat, kann Transaktionen autorisieren, die über dem standardmäßigen Sicherheitslimit von 50.000 Baht liegen.

Diese Technik bietet einen wesentlich höheren Schutz als herkömmliche Passwörter. Ein Passwort kann ausgespäht oder erraten werden, biometrische Merkmale hingegen sind einzigartig. Die Banken verknüpfen das biometrische Profil untrennbar mit dem Mobilgerät und dem Bankkonto des Kunden, um eine höchstmögliche Identitätssicherheit bei jeder Transaktion zu gewährleisten.

Gesichtsscan als neue Pflicht

Ab dem Jahr 2026 ist der Gesichtsscan für hohe Überweisungen keine freiwillige Option mehr, sondern eine technische Notwendigkeit. Wenn Sie einen Betrag über der 50.000-Baht-Schwelle eingeben, aktiviert die App automatisch die Frontkamera Ihres Smartphones. Sie müssen dann kurz in die Kamera blicken, um die Zahlung durch einen biometrischen Abgleich final zu bestätigen.

Sollte dieser Scan fehlschlagen oder die Biometrie-Daten gar nicht erst im System der Bank hinterlegt sein, wird die Transaktion sofort abgebrochen. Dies schützt Sie davor, dass Unbefugte Ihr Smartphone nutzen, um in einem unbewachten Moment hohe Geldbeträge zu transferieren. Der Gesichtsscan ist somit der moderne Ersatz für die handschriftliche Unterschrift.

Technische Hürden in der Banking-App

Die Verwaltung der Limits erfolgt direkt in den Einstellungen der mobilen Anwendung. Bei der Krungsri-App (KMA) finden Nutzer diesen Punkt unter der Verwaltung der persönlichen Limits. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sich der Schieberegler für den täglichen Verfügungsrahmen nur dann über 50.000 Baht bewegen lässt, wenn die Identität zuvor verifiziert wurde.

Viele Nutzer versuchen vergeblich, das Limit manuell in der App zu erhöhen, und scheitern an der Systemvorgabe. Dies liegt daran, dass die App eine physische Verifizierung in einer Filiale voraussetzt, bevor sie höhere Beträge zulässt. Erst nach diesem einmaligen administrativen Akt wird die digitale Sperre aufgehoben und das Limit kann flexibel bis zu zwei Millionen Baht angepasst werden.

Notwendigkeit eines Filialbesuchs

Wenn Ihr Limit auf 50.000 Baht begrenzt ist und Sie eine Erhöhung benötigen, führt im Jahr 2026 kein Weg an einem persönlichen Besuch in einer Bankfiliale vorbei. Eine Freischaltung per Telefon-Hotline oder durch einfaches Hochladen von Dokumenten in der App ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr zulässig. Die Bank muss die physische Anwesenheit des Kunden bestätigen.

Dieser Filialbesuch dient dazu, Ihre biometrischen Daten sicher und fälschungssicher zu erfassen. Die Mitarbeiter vor Ort gleichen Ihr Gesicht mit den Daten in Ihrem Ausweisdokument ab und hinterlegen dieses Profil verschlüsselt in der Datenbank der Bank. Dieser Prozess ist in der Regel nur einmal erforderlich und stellt die Weichen für die zukünftige uneingeschränkte Nutzung der App.

Das „Dip-Chip“-Verfahren am Schalter

Ein technisches Detail bei der Registrierung in der Filiale ist das sogenannte „Dip-Chip“-Verfahren. Dabei wird Ihr Reisepass oder Ihr thailändischer Ausweis in ein spezielles Lesegerät gesteckt, das die Daten direkt vom integrierten Mikrochip des Dokuments ausliest. Dies verhindert Tippfehler und stellt sicher, dass keine gefälschten Dokumente zur Identifizierung genutzt werden.

Für internationale Kunden bedeutet dies, dass der physische Reisepass zwingend erforderlich ist. Eine Kopie, auch wenn sie beglaubigt ist, reicht für diesen digitalen Abgleich nicht aus. Das System der Bank kommuniziert während dieses Vorgangs direkt mit den Datenbanken der Einwanderungsbehörden, um die Gültigkeit des Passes und des Visums in Echtzeit zu bestätigen.

Mitnahme des Reisepasses zur Verifizierung

Wenn Sie planen, Ihr Banklimit in einer Filiale der Krungsri Bank anzupassen, sollten Sie unbedingt Ihren aktuellen Reisepass im Original mitführen. Dies ist das einzige Dokument, das für die biometrische Registrierung von Ausländern in Thailand akzeptiert wird. Achten Sie darauf, dass der Pass noch eine ausreichende Gültigkeit besitzt und die Einreisestempel aktuell sind.

Zusätzlich sollten Sie Ihr Smartphone mit der installierten und registrierten Banking-App bereithalten. Der Bankmitarbeiter wird die Verknüpfung zwischen Ihrem biometrischen Profil und Ihrem Mobilgerät direkt vor Ort testen. Sobald dieser Abgleich erfolgreich war, können Sie das gewünschte Tageslimit sofort in der App festlegen und für zukünftige Zahlungen nutzen.

Hardware-Anforderungen für moderne Apps

Die neuen Sicherheitsfunktionen stellen auch gewisse Anforderungen an Ihr Mobiltelefon. Damit der Gesichtsscan und die biometrische Verschlüsselung einwandfrei funktionieren, muss das Smartphone über eine hochwertige Kamera und ein aktuelles Betriebssystem verfügen. Ältere Geräte, die keine Sicherheits-Updates mehr erhalten, werden von den Banken oft nicht mehr unterstützt.

Sollte Ihr Smartphone zu alt sein, kann es vorkommen, dass die Banking-App die biometrische Verifizierung verweigert. In diesem Fall bleibt das Limit dauerhaft auf 50.000 Baht begrenzt, da die notwendigen Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden können. Nutzer älterer Technik müssen dann für höhere Überweisungen persönlich in der Filiale erscheinen und die Zahlung am Schalter tätigen.

Individuelle Anpassung des Tageslimits

Sobald die biometrische Registrierung abgeschlossen ist, bietet die Krungsri-App eine hohe Flexibilität. Sie können Ihr Tageslimit nun jederzeit selbstständig anpassen. Es ist beispielsweise möglich, das Limit für den Tag einer großen Anschaffung auf 500.000 Baht zu setzen und es unmittelbar nach der Transaktion aus Sicherheitsgründen wieder auf 50.000 Baht zu senken.

Diese dynamische Steuerung ist eine der besten Strategien für sicherheitsbewusste Kunden. Man behält im Alltag das schützende niedrige Limit bei und öffnet den digitalen Tresor nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Jede Erhöhung des Limits erfordert dann erneut einen Gesichtsscan, was einen Missbrauch durch Dritte nahezu unmöglich macht.

Schutz vor sogenannten „Mule-Accounts“

Ein wesentliches Ziel der Bank of Thailand ist die Eliminierung von „Mule-Accounts“ (Strohmann-Konten). Kriminelle kaufen oft Konten von Geringverdienern ab, um darüber gestohlenes Geld zu waschen. Da diese Kontoinhaber jedoch nicht physisch in der Filiale für einen Gesichtsscan erscheinen können, werden diese Konten durch das 50.000-Baht-Limit effektiv für große Transaktionen wertlos.

Durch diese Regelung wird der Schwarzmarkt für Bankkonten in Thailand massiv unter Druck gesetzt. Kriminelle können keine großen Summen mehr über fremde Konten bewegen, ohne dass der eigentliche Inhaber persönlich bei der Bank erscheint. Dies ist ein wichtiger Sieg für die Integrität des thailändischen Finanzsystems und schützt indirekt alle ehrlichen Bankkunden.

Sicherheit im Vergleich zu Europa

Viele Kunden aus Europa sind überrascht über die Strenge der thailändischen Bankregeln. Während in Deutschland oft noch SMS-TAN-Verfahren oder einfache Passwörter üblich sind, setzt Thailand konsequent auf Biometrie. Dies liegt an der spezifischen Bedrohungslage in Südostasien, wo Cyberkriminalität ein deutlich höheres Volumen erreicht als in vielen europäischen Ländern.

Die thailändischen Banken gelten daher in Bezug auf die Betrugsprävention als sehr fortschrittlich. Auch wenn der Prozess der Ersteinrichtung mühsam erscheinen mag, bietet er ein Sicherheitsniveau, das weit über dem europäischen Standard liegt. Wer sich auf das System einlässt, genießt in Thailand einen hervorragenden Schutz seiner digitalen Vermögenswerte.

Vorbereitungen für Notfälle treffen

Es ist ratsam, die biometrische Registrierung nicht erst dann vorzunehmen, wenn ein Notfall eintritt. Sollten Sie plötzlich eine hohe Summe für eine Kaution oder eine Krankenhausrechnung benötigen, haben Sie oft nicht die Zeit, erst eine Bankfiliale aufzusuchen. Eine proaktive Verifizierung Ihres Profils stellt sicher, dass Sie im Ernstfall sofort handlungsfähig sind.

Prüfen Sie daher noch heute in Ihrer Banking-App, ob Sie bereits für den Gesichtsscan registriert sind. Falls die App bei dem Versuch, das Limit über 50.000 Baht zu erhöhen, eine Fehlermeldung anzeigt, sollten Sie den nächsten Werktag für einen Besuch in Ihrer Krungsri-Filiale nutzen. Dies gibt Ihnen die nötige Ruhe und Sicherheit für alle zukünftigen Finanzgeschäfte.

Zusammenfassung der neuen Regeln

Die automatische Senkung der Transaktionslimits auf 50.000 Baht bei der Krungsri Bank ist eine staatlich verordnete Sicherheitsmaßnahme. Sie dient dem Schutz vor Betrug und erfordert eine einmalige biometrische Verifizierung in einer Filiale. Kunden müssen hierfür persönlich mit ihrem Original-Reisepass erscheinen, um ihr Gesichtsscan-Profil im System zu hinterlegen.

Nach der Registrierung können Limits individuell bis zu zwei Millionen Baht angepasst werden, wobei hohe Zahlungen stets durch einen Gesichtsscan bestätigt werden müssen. Diese Maßnahmen sind kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber dem Kunden, sondern ein notwendiger Schritt, um das thailändische Bankwesen im Jahr 2026 gegen moderne Formen der Internetkriminalität abzusichern.

Anmerkung der Redaktion:

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5 Kommentare zu „Thailand Banking: Das ändert sich

  1. Meine Konten existieren bei der Krungsri Bank schon seit 14 Jahren.
    Was mich immer wieder ärgert ist, daß bei vielen Dingen immer wieder der Reisepass vorgelegt werden muss, obwohl man bei allen Mitarbeitern der Filiale bestens bekannt ist.
    Sogar wenn das Bankbuch voll ist und man ein neues benötigt oder auf dem Handy die Bank AP nicht mehr funktioniert?

    1. Ziemlich die gleichen Erfahrungen mit Krungsri gemacht. Ohne Original-Reisepass geht gar nichts. Die App auf meinem Mobile hat sich zudem ständig immer wieder gesperrt. Die tippten dann irgendwas rum und für rund eine Woche ging es wieder. Angeblich wäre mein Oppo-Mobile schuld. Bin jetzt zur Kasikorn, da funktioniert wenigstens die App auf genau jenem Oppo.

  2. Ich komme mir – seitdem diese Regelung in Kraft getreten ist – wie ein kleines Kind vor, auf das zwangsweise aufgepasst werden muss. Warum kann ich meine Grenze nicht selbst festlegen, sondern muss eine willkürlich gesetzte Grenze vom thailändischen Staat akzeptieren? Mit Freiheit oder Selbstbestimmung hat das leider nichts mehr zu tun. Das ist nur noch Kindergarten.

    Zwei Aussagen in dem Artikel sind aber etwas zu spezifizieren:
    „Ein niedriges Standardlimit von 50.000 Baht dient hierbei als effektive Barriere, da es den Tätern die Möglichkeit nimmt, Konten in einem einzigen Schritt leerzuräumen.“
    Richtig ist, dass es nicht in einem Schritt geht, aber sehr wohl in zwei oder mehreren Schritten. Denn ich kann gleich nachdem ich 49.999 THB überwiesen habe, kurz danach nochmals 49.999 THB an denselben Empfänger überweisen – ohne Biometrie! Das ganze führt also nur dazu, dass ich mehr Aufwand habe, weil ich mehrere Überweisungen tätigen muss, um größere Beträge zu überweisen. Das Spiel lässt sich vermutlich auch mehr als 2 Mal machen (habe ich aber noch nicht geprüft).

    „Sollte ein Kunde tatsächlich auf einen Betrug hereinfallen, bleibt der maximale Verlust auf das Tageslimit begrenzt, sofern keine biometrische Freigabe erfolgt.“
    Diese Aussage ist missverständlich, denn es ist zwischen dem Transaktionslimit und dem Tageslimit zu unterscheiden! Das Tageslimit kann ich bei meiner Bank (K-Bank) bis auf 500.000 THB setzen. Nur das Transaktionslimit ohne biometrische Erkennung ist auf 50.000 THB beschränkt. Der maximale Verlust kann also durchaus höher als 50.000 THB sein, wenn das Tageslimit höher eingestellt ist und ein Betrüger wie gerade geschrieben das Konto mit mehreren Überweisungen nacheinander leer räumt. Ein effektiver Schutz ist das damit dann aber auch nicht mehr… Also was soll diese unsinnige Regelung?

  3. Es ist ja nicht nur das Tageslimit. Wer über 70 ist, erhält überhaupt keinen Zugang mehr zur Krungsri App. Altersdiskriminierung pur!!! Am Schalter erhält man die freche Auskunft, man könne ja bei einer anderen Bank ein Konto eröffnen. Dringende Warnung: Kein Konto bei der Krungsri Bank eröffnen!!!

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