BANGKOK, THAILAND – In Thailand gilt Snooker nach geltendem Recht weiterhin als Glücksspiel, obwohl das Land Weltklasse-Spieler hervorgebracht hat. Ein Abgeordneter fordert nun eine Gesetzesänderung, damit der Sport nicht länger im selben Topf wie Wetten und Zocken landet.
Vorstoß aus dem Parlament
นนท์ ไพศาลลิ้มเจริญกิจ (Non Paisal Limjaroenkit), Abgeordneter aus Nonthaburi für die People’s Party, machte seine Forderung am 23. März in einem Facebook-Beitrag öffentlich.
Er argumentierte, es sei politisch nicht mehr vermittelbar, dass Thailand internationale Titel im Snooker feiere, der Sport aber juristisch weiterhin als Glücksspiel geführt werde.
Ein Gesetz aus einer anderen Zeit
Grundlage ist das Gambling Act B.E. 2478 (1935), das Snooker bislang als „Gambling“ einstuft und damit dem Innenministerium unterstellt.
Non verwies darauf, dass eine Umstufung nicht per Verordnung erledigt werden könne, sondern nur über eine Änderung auf Ebene des Gesetzes.
Weltklasse-Spieler als Gegenargument
Zur Untermauerung nannte der Abgeordnete thailändische Aushängeschilder wie „F1“ Thepchaiya Un-Nooh, der Turniere auf Weltranglisten-Niveau gewann.
Außerdem verwies er auf Mink Nutcharut Wongharuthai als frühere Weltmeisterin und ehemalige Nummer eins im Frauen-Snooker sowie auf Pionier „Tong“ Sitthi Chai, der die Sportart im Land populär gemacht habe.
Warum Snooker für ihn kein Glücksspiel ist
Non betonte, Snooker sei ein Profisport, der Konzentration, Planung, Berechnung und Präzision verlange und gerade nicht vom Zufall lebe.
Wer die Disziplin dennoch als Glücksspiel klassifiziere, ignoriere nach seiner Darstellung die Realität des modernen Sports und der internationalen Wettkampfstandards.
Folgen für Nachwuchs und Strukturen
Als ersten konkreten Schaden nannte er Einschränkungen beim Zugang für Jugendliche, weil ein als Glücksspiel eingeordnetes Umfeld die sportliche Entwicklung und kontinuierliche Förderung erschwere.
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Damit werde es laut Non schwieriger, stabile Nachwuchswege und Trainingssysteme aufzubauen, obwohl genau diese Strukturen für Erfolge auf Weltniveau entscheidend seien.
Grauzonen für Betreiber und Geldflüsse
Als zweite Folge beschrieb er eine rechtliche Grauzone, in der Betreiber von Snooker-Locations mit Unsicherheit bei der Durchsetzung leben müssten.
In der Praxis könne das zu unnötigen Kosten bis hin zu außerhalb des Systems gezahlten Geldern führen, die dann nicht in Hallen, Training und Athletenförderung flössen und zugleich die Kontrollierbarkeit untergrüben.
Zuständigkeiten und die politische Forderung
Zwar könne das Tourismus- und Sportministerium Sport fördern und etwa Trainingsstätten anerkennen, doch am Kernproblem ändere das nach Nons Darstellung nichts, weil die rechtliche Einstufung beim Innenministerium liege.
Seine Konsequenz lautet daher: Der Staat müsse die Änderung des Glücksspielgesetzes im Snooker-Teil „ernsthaft“ anstoßen, um die Aufsicht an die Realität anzupassen und den Sport langfristig zu entwickeln.
Deine Meinung
Soll Snooker in Thailand rechtlich wie ein Sport behandelt werden, auch wenn rund um Spielhallen in der Praxis teils um Geld gespielt wird?
Welche Regelung wäre aus Sicht von Expats und Reisenden sinnvoll, damit Nachwuchs gefördert wird, ohne neue Schlupflöcher für illegales Glücksspiel zu öffnen?



Das Problem ist ja nicht das Spiel an sich (eine Erklärung wäre hilfreich gewesen), sondern dass, wie in Thailand üblich, (illegale?) Wetten stattfinden.
Ein schöner, vorbildlicher Gentleman Sport, bei dem Thailand seit Jahrzehnten in der Weltspitze mitspielt (Wattana, Nutcharut, Un-Nooh, Saengkham), der dem thailändischen Kultur von Harmonie, Fairness und Respekt
entspricht und ein gutes Beispiel für gutes Verhalten abgeben könnte. So viele Sportarten mit diesen Charakteristika gibt es nicht. Insofern kann man das nur befürworten.