Thailand greift zu Russen-Öl – Diesel-Schock droht

⛽ Energie-Alarm in Thailand: Die Regierung prüft plötzlich Ölimporte aus Russland, während gleichzeitig steigende Benzinpreise drohen. Hintergrund sind unsichere Lieferwege und globale Spannungen. Müssen Verbraucher bald deutlich mehr bezahlen?

Thailand greift zu Russen-Öl - Diesel-Schock droht
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die Regierung will sich gegen mögliche Lieferausfälle auf dem Weltölmarkt wappnen und stellt Käufe von russischem Rohöl in Aussicht. Ab 17. März drohen zudem höhere Preise an der Zapfsäule, weil die Diesel-Preisstützung ausläuft.

Mehr Vorräte wegen Krisenrisiko im Nahen Osten

Vizepremier und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn nannte als kurzfristige Priorität, genügend Rohöl zu sichern, falls der Krieg im Nahen Osten die Energiemärkte weiter stört.

Dazu habe Thailand seine strategischen Rohölreserven bereits von 92 auf 98 Tage erhöht, um die nationale Energiesicherheit zu stärken.

Abhängigkeit von der Straße von Hormus

Nach Angaben von Phiphat stammt rund die Hälfte der thailändischen Rohölimporte aus dem Persischen Golf und passiert die Straße von Hormus.

Die Regierung beschleunige deshalb Gespräche, um mehr Rohöl aus anderen Regionen zu beziehen und so das Risiko eines Engpasses bei einer Störung der Route zu mindern.

US-Kurswechsel öffnet Tür für russisches Rohöl

Ein weiterer Faktor ist laut Phiphat die Entscheidung der USA, ihren Boykott gegen russische Rohölexporte aufzuheben.

Das Energieministerium bereite deshalb Verhandlungen vor, um russisches Rohöl als zusätzliche Quelle zu prüfen und damit die Versorgung im Land abzusichern.

Energieministerium prüft Importwege und Raffinerien

Sarawut Kaewtathip, Generaldirektor des Department of Energy Business, erklärte, die Regierung habe das Energieministerium angewiesen, Optionen für russische Ölimporte zu untersuchen.

Erste Gespräche deuteten darauf hin, dass russisches Rohöl in thailändischen Raffinerien verarbeitet werden könnte, wobei die Behörden mit Raffineriebetreibern und Händlern koordinieren wollen und sich die Preise voraussichtlich am Brent-Referenzwert orientieren würden.

Diesel-Deckelung endet – Regierung stellt Preisanpassungen in Aussicht

Parallel überprüft die Regierung die Kraftstoffpreise vor dem Auslaufen der Diesel-Stabilisierungsmaßnahme am 17. März, wie Phiphat sagte.

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Nach dem Ende der Deckelung sollen Dieselpreise angepasst und Benzinpreise stärker nach Marktmechanismen steigen, was Transportkosten und Warenpreise beeinflussen kann.

Gespräche mit Premier und Handelsministerium – Biodiesel als Hebel

Wegen möglicher Folgewirkungen kündigte Phiphat Abstimmungen mit Premierminister Anutin Charnvirakul und dem Handelsministerium über Maßnahmen zur Dämpfung an.

Zugleich bereiten die Behörden vor, die Biodiesel-Beimischung von B7 auf B10 anzuheben und gegebenenfalls wieder B20 zu nutzen, wie es früher bereits eingesetzt wurde.

Öl-Fonds und Teil-Weitergabe – wer trägt die Mehrkosten?

Ein Teil der Unterstützung für die Industrie könne laut Phiphat darin bestehen, Preise teilweise „schwimmen“ zu lassen, während Unternehmen einen Teil der Zusatzkosten selbst übernehmen müssten.

Für Verbraucher könnte der Effekt begrenzt bleiben, falls im Oil Fuel Fund genügend Mittel vorhanden sind, um Preisschwankungen abzufedern.

Raffinerien wehren sich gegen Margen-Vorwürfe

Unterdessen stellte die Raffineriebranche innerhalb der Federation of Thai Industries in einer Erklärung klar, dass steigende Raffineriemargen in Berichten missverstanden würden.

Die genannte „Market Gross Refinery Margin“, die demnach von etwa zwei Baht je Liter auf rund sechs Baht je Liter gestiegen sei, bilde nur die Preisdifferenz zwischen Rohöl und Produkten im Weltmarkt ab und sei nicht gleichbedeutend mit Nettogewinn.

Warum der Weltmarkt nicht gleich Gewinn ist

Die Raffinerien verwiesen auf zusätzliche Belastungen wie Rohöl-Aufschläge, Transport, Versicherung sowie gestiegene Kosten in der Lieferkette.

Auch Betriebskosten, Lagergewinne oder -verluste und das Management von Preisrisiken beeinflussten die tatsächliche Profitabilität, während Rohöl-Einkauf und Endkundenpreise in einem freien Markt an internationalen Benchmarks hängen und nicht beliebig festgesetzt werden könnten.

Deine Meinung

Steigende Spritpreise treffen in Thailand besonders schnell Alltag, Lieferketten und Tourismus, gleichzeitig ist Versorgungssicherheit in Krisenzeiten ein nachvollziehbares Ziel der Regierung.

Soll Bangkok russisches Rohöl als Option nutzen und dafür Preisanpassungen zulassen, oder braucht es strengere Eingriffe, damit Haushalte und kleine Betriebe nicht die Zeche zahlen—was meinen Sie in den Kommentaren?

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Quelle: bangkokpost.com

2 Kommentare zu „Thailand greift zu Russen-Öl – Diesel-Schock droht

  1. Vermutlich können die im Kreml ihr Glück noch gar nicht fassen. Jeder will jetzt wieder deren Öl und Gas. Aber sehen wir es positiv, die Thailänder kommen aus ihrer Deflation jetzt ganz schnell heraus. Könnte richtig knallig werden.

    1. Man schneidet sich damit ins eigene Fleisch, weil Russland durch die Mehreinnahmen sowohl den Krieg in der Ukraine als auch im Iran weiter “befeuern” kann…die Energiekrise wird nicht enden, warum auch, wenn man ordentlich absahnen kann.

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