BANGKOK, THAILAND – Die Tourism Authority of Thailand (TAT) richtet wegen der Nahost-Krise einen War Room ein und will mit der Privatwirtschaft die Folgen für Flüge und Buchungen abfedern. Parallel bereitet die Behörde eine Neuauflage der „Buy one, get one“-Kampagne vor, bei der Auslandsreisende zu ihrem Thailand-Ticket staatlich finanzierte Inlandsflüge erhalten sollen.
Krisenstab gegen den Welleneffekt aus dem Nahen Osten
Nach Angaben von Thapanee Kiatphaibool, Gouverneurin der TAT, soll eine spezielle Taskforce die Auswirkungen der Unruhen im Nahen Osten auf den Tourismus eng überwachen und steuern.
Der „War Room“ ist als permanentes Lagezentrum gedacht, das schneller reagieren kann als die üblichen Routinen in Behörden und Unternehmen.
Dashboard für Flüge, Ölpreis und Stimmung
Kernstück der Arbeit soll ein Tourism Intelligence Dashboard werden, das zentrale Kennzahlen wie Flugverbindungen, Ölpreise, Betriebskosten, Auslastung und die Sitzplatzplanung der Airlines abbildet.
Hinzu kommt die Beobachtung der Marktsignale, weil die Buchungslaune in vielen Herkunftsländern stark davon abhängt, wie sicher und gut erreichbar ein Ziel wahrgenommen wird.
Notfallplan bis hin zu Soft Loans für Betriebe
Für den Fall, dass sich die Krise hinzieht, bereitet die TAT wirtschaftliche Szenarien vor, die ausdrücklich auch ein „Worst-Case“-Bild abdecken sollen.
Als mögliche Stütze nannte die Behörde Soft-Loan-Maßnahmen, also zinsgünstige Kredite, um Tourismusunternehmen bei Liquidität und laufenden Kosten zu entlasten.
Slots am Flughafen und Bangkok als Umsteigehub
Die TAT führte bereits Gespräche mit Airports of Thailand Plc (AOT), um freiwerdende Start- und Landerechte von Airlines, die Slots zurückgegeben haben, an andere Fluggesellschaften weiterzugeben.
Zugleich will man verhandeln, dass Thailand und insbesondere der Suvarnabhumi Airport stärker als Transitdrehkreuz genutzt wird, um Umstiege über den Nahen Osten teilweise zu ersetzen und im Wettbewerb etwa mit Shanghai besser dazustehen.
Fokus auf Ersatzmärkte und kurze Distanzen
Um Ausfälle einzelner Märkte abzufedern, beschleunigt die TAT die Neugewichtung ihres „Portfolios“ hin zu Ersatzmärkten, vor allem im Kurzstreckenbereich.
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Genannt wurden die GUS-Staaten (CIS), Südchina, Indien, Malaysia, Singapur, Südkorea, Japan und Taiwan.
„Buy one, get one“ soll zurück ins Kabinett
Die Behörde plant, die „Buy one, get one“-Aktion wiederzubeleben: Wer eine Auslandsreise nach Thailand kauft, soll zusätzlich eine Inlandsreise erhalten, konkret Inlandsflug-Tickets vom Staat.
Der Vorschlag soll erneut dem Kabinett zur Prüfung vorgelegt werden, nachdem solche Stimulus-Programme erfahrungsgemäß an Budget- und Umsetzungsdetails hängen.
Inlandstourismus mit „Let’s go halves Plus“ verknüpfen
Für den heimischen Markt will die TAT mit dem Privatsektor besprechen, wie Tourismusförderung enger an das Regierungsprogramm Let’s go halves Plus gekoppelt werden kann.
Ziel ist, dass die „Plus“-Vorteile in dieser Phase spürbar in den Dienstleistungs- und Tourismussektor fließen und nicht an den Betrieben vorbeilaufen.
Kommunikation: Info, Sicherheit, Kampagnen
Die Kommunikationslinie der TAT soll sich auf drei Punkte konzentrieren: nützliche Reiseinformationen, die Stärkung des Images als sicheres Reiseziel und die Bewerbung von Events und Marktimpulsen.
Aus dem eigenen Stimmungsmonitoring berichtet Thapanee Kiatphaibool, dass wichtige Märkte wie das Vereinigte Königreich bislang kaum betroffen seien und Reisewillige bei ausreichenden Flugkapazitäten „sofort“ starten würden.
Deine Meinung
Wie sinnvoll ist es, in einer geopolitisch unsicheren Lage mit staatlich finanzierten Inlandsflügen gegenzusteuern, statt Budgets stärker in Stabilisierung und Krisenreserven zu lenken?
Welche Maßnahmen würden aus eurer Sicht Reisende und Betriebe am meisten helfen, und wo seht ihr die größte Lücke in der aktuellen Strategie?



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