Thailand verschärft Vorschriften für Fahrdienste

Ab 31. März greifen neue Vorgaben für App-Fahrdienste: öffentliche Fahrerlaubnis, neue Fahrzeugklassen und harte Pflichten für Plattformen – für viele Fahrer wird jetzt entscheidend, ob ihre Papiere…

Thailand verschärft Vorschriften für Fahrdienste
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Ab 31. März 2026 setzt Thailand erstmals ein verbindliches Regelwerk für Ride Sharing und App-Fahrdienste praktisch durch. Fahrer, Fahrzeuge und Plattformen müssen dann nachweislich neue Standards erfüllen – sonst drohen Sperren, Auflagen und im Extremfall Strafen.

Was Ride Sharing künftig rechtlich ist

Ride Sharing ist in Thailand künftig ausdrücklich ein personenbefördernder App-Dienst, bei dem Passagiere über ein digitales System mit Fahrern gematcht werden.

Es gilt dabei weder als klassisches Taxi mit Taxameter noch als Van- oder Linienverkehr, sondern als eigener, neu geregelter Bereich.

Öffentliche Fahrerlaubnis statt privater Führerschein

Der zentrale Punkt der neuen Regeln lautet: Wer über Plattformen Fahrten annimmt, braucht eine öffentliche Fahrerlaubnis und nicht nur einen normalen Privatführerschein.

Für diese Lizenz gelten Bedingungen wie Mindestalter (Motorrad mindestens 20, Auto mindestens 22 Jahre) und ein Check des Vorstrafenregisters, wie Yutthana Mowong vom Department of Land Transport betonte.

Neue Kennzeichenklassen – Ry.17 und Ry.18 werden Pflicht

Motorräder für App-Personenfahrten müssen als Ry.17 registriert werden, Autos als Ry.18, womit die Fahrzeuge offiziell als öffentliche Verkehrsmittel im App-System geführt werden.

Bei Autos gilt zudem eine Altersgrenze von maximal neun Jahren, während Motorräder als Ry.17 derzeit auf 50 bis 125 ccm begrenzt sind.

Versicherung, Kontrollen und Schutz bei Unfällen

Die Umregistrierung ist nach Darstellung der Behörden kein reiner Formalakt, weil damit Regeln zu Zustand, Versicherung und Prüfungen greifen, die zur tatsächlichen Nutzung als Mietfahrzeug passen.

Der Jurist Thakoon Kaewsai aus dem Rechtsbüro des Department of Land Transport sagte dazu, es gehe nicht um zusätzliche Lasten, sondern um echten Schutz bei Vorfällen und weniger Streit darüber, wer im Schadensfall wofür haftet.

Plattformen werden mitverantwortlich – nicht nur Vermittler

Künftig müssen digitale Plattformen Fahrer und Fahrzeuge aktiv prüfen und dürfen nicht mehr nur als „Job-Börse“ funktionieren, weil die gesamte Dienstleistung über ein digitales System organisiert wird.

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Vorgeschrieben sind unter anderem die Verifikation von öffentlicher Fahrerlaubnis und Ry.17/Ry.18-Registrierung, transparente Angaben zu Abhol- und Zielpunkten sowie Fahrpreisen und verbindliche Kanäle für Beschwerden und Problemlösungen.

Strafen und Eingriffe bis hin zum Betriebsstopp

Wenn Plattformen die Kriterien nicht einhalten, Kontrollen unterlassen, Sperren nicht umsetzen oder unqualifizierte Fahrer weiterfahren lassen, kann das rechtliche Schritte auslösen.

Das Spektrum reicht von Anordnungen zur Nachbesserung über Untersagungen des Geschäftsbetriebs bis zum Entzug der Geschäftsnotifizierung, mit einer Höchststrafe von bis zu einem Jahr Haft oder bis zu 100.000 Baht Geldstrafe oder beidem.

31. März ist kein Verbotstag – aber ein harter Stichtag

Zum Start der Durchsetzung am 31. März 2026 gilt: Fehlen öffentliche Fahrerlaubnis oder korrekte Ry.17/Ry.18-Papiere, muss die Plattform den Fahrer vorübergehend sperren und darf keine Jobs mehr zuteilen.

Das ist ausdrücklich keine dauerhafte Verbannung, denn nach vollständiger Korrektur der Unterlagen können Fahrer wieder ins System zurückkehren, während Hinweise der Behörden in ein gemeinsames Prüfverfahren einfließen sollen.

Problemfälle – finanzierte Fahrzeuge und zu kleine Motorrad-Regel

Viele Fahrer sorgen sich laut Behörden vor allem um Dokumente, wenn das Fahrzeug noch finanziert ist, doch eine Registrierung soll weiterhin möglich sein, sofern eine Vollmacht und das Original-Fahrzeugbuch der Finanzgesellschaft vorliegen.

Bei der Motorradgrenze von 125 ccm arbeitet das Department of Land Transport nach eigenen Angaben an einer Änderung der Ministerialregel auf bis 250 ccm, doch bis eine Anpassung in Kraft tritt, bleibt die Grenze unverändert und parallel laufen Gespräche über passendere Versicherungsprodukte, weil kommerzielle Prämien als Hürde gelten.

Deine Meinung

Sind die neuen Pflichten für Fahrer, Fahrzeuge und Plattformen ein überfälliger Sicherheitsgewinn – oder droht dadurch, dass am Ende weniger Fahrzeuge verfügbar sind und die Preise steigen?

Welche Erfahrungen gibt es mit App-Fahrten in Bangkok in Sachen Sicherheit, Versicherung und Beschwerden, und was sollte aus deiner Sicht als Nächstes verbessert werden?

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Quelle: nationthailand.com

Ein Kommentar zu „Thailand verschärft Vorschriften für Fahrdienste

  1. Moin, bei Problemen , wie Unfällen sollten die AAP-Dienste mit in die Haftung genommen werden. Dann würden sie sich die Fahrer genauer ansehen. Bisher verdienen sie nur ohne ein Risiko.

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