Thailands Strompreis-Reform: Entlastung für Millionen

Strom-Krieg! Minister droht privaten Produzenten mit Vertragskündigung – wenn sie nicht die überhöhten Preise senken. Wer gibt nach?

Thailands Strompreis-Reform: Entlastung für Millionen
ThaiRath

BANGKOK, THAILAND – Energieminister Ekkanat Promphan kündigt eine radikale Strompreis-Reform an: Ab Juni sollen 23,2 Millionen Haushalte entlastet werden. Wer aber mehr als 400 Einheiten pro Monat verbraucht, muss tiefer in die Tasche greifen – oder auf Solarstrom umsteigen.

Minister droht mit Vertrags-Kahlschlag

Ekkanat Promphan zeigt Härte: Er will mit privaten Stromproduzenten neu verhandeln, die über sogenannte Adder-Verträge bisher bis zu fünf Baht pro Einheit kassieren. Sollten sie nicht auf einen fairen Preis runtergehen, droht der Minister mit der sofortigen Kündigung der Verträge.

„Wenn wir uns nicht einigen, können die Firmen den Staat verklagen – das ist ihr gutes Recht“, sagte der Minister. Er habe bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Anlagen hätten ihre Investitionen längst zurückverdient, jetzt müssten die Preise runter – sonst werde der Stecker gezogen.

Neue Tarife: Wer spart, wer zahlt?

Die neue Tarifstruktur gilt ab Juni 2026 und ist eine klare Staffelung: Wer weniger als 200 Einheiten im Monat verbraucht, zahlt maximal drei Baht pro Einheit. Das betrifft 15,4 Millionen Haushalte. Wer zwischen 200 und 400 Einheiten liegt, zahlt 3,95 Baht – das sind weitere 4,6 Millionen Haushalte.

Doch für die 3,2 Millionen Haushalte mit mehr als 401 Einheiten wird es richtig teuer: Statt bisher 4,50 Baht pro Einheit sollen es künftig über fünf Baht werden. Der Minister begründet das mit der alten, veralteten Struktur: „Seit über 20 Jahren wurde nichts geändert. Jetzt zahlen die, die viel verbrauchen, auch mehr – das ist gerecht.“

Solarpflicht für Großverbraucher

Wer monatlich 480 bis 500 Einheiten oder mehr verbraucht, dem empfiehlt die Regierung: Baut Solaranlagen aufs Dach! Damit könnten sich die Haushalte selbst mit Strom versorgen und die hohen Kosten drücken. Wer kein Geld für die Anschaffung hat, bekommt zinsgünstige Kredite vom Staat.

Der Minister hofft, dass so der Import von teurem Flüssiggas um fünf bis zehn Prozent sinkt. Das würde die Stromkosten für alle um weitere zehn Satang pro Einheit drücken. „Wir müssen die Abhängigkeit von ausländischem Gas reduzieren“, sagte Ekkanat Promphan.

Einsparung von zehn Satang pro Einheit

Allein durch die geplante Kündigung oder Neuverhandlung der Adder-Verträge rechnet der Minister mit einer Entlastung von zehn Satang pro Einheit. Das klingt wenig, summiert sich aber auf Millionenbeträge. Die Verträge umfassen 4.000 Megawatt Leistung – zehn Prozent der gesamten Stromerzeugung.

Ekkanat Promphan vergleicht sein Vorgehen mit dem Streit um die Ölraffinerien: „Die Privaten machen keinen Verlust – sie machen nur weniger Gewinn. Das muss sich ändern. Ich lasse nicht zu, dass die Strompreise zu hoch bleiben, nur weil einige Firmen weiter übertrieben verdienen.“

Hintergrund: Alte Struktur seit 20 Jahren

Die bisherige Tarifstruktur stammt aus der Zeit vor der Jahrtausendwende. Damals war Strom noch billig, Gasimporte spielten kaum eine Rolle. Heute liefert Thailand mehr als 60 Prozent seines Stroms aus Erdgas, 30 Prozent davon aus teurem Import-Flüssiggas. In Krisenzeiten explodieren die Kosten.

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Mit der Reform will der Minister erreichen, dass die Haushalte mit niedrigem Verbrauch geschützt werden. Die oberen Verbrauchergruppen sollen dagegen über Solaranlagen ihren eigenen Strom produzieren – und so das gesamte System entlasten. Ein mutiger Schritt, der viele Millionäre und Villenbesitzer treffen wird.

Wer viel hat, soll auch zahlen

Die Reform trifft vor allem diejenigen, die sich große Villen, Klimaanlagen und Swimminpools leisten können. Sie verbrauchen Unmengen an Strom und zahlen bisher fast denselben Preis wie die kleine Familie in der Einzimmerwohnung. Das ist nicht nur unfair – es treibt die Kosten für alle in die Höhe.

Findest du es gerecht, dass Großverbraucher jetzt richtig zur Kasse gebeten werden? Oder trifft die Reform am Ende doch die falschen? Was meinst du: Sollte der Staat noch mehr Anreize für Solaranlagen schaffen – oder die hohen Preise einfach akzeptieren? Schreib deine Meinung – wir sind gespannt, wie du dazu stehst!

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Quelle: Thairath

3 Kommentare zu „Thailands Strompreis-Reform: Entlastung für Millionen

  1. Erst mal vorweg, 400 Einheiten pro Monat finde ich schon viel an Verbrauch. Mit meinen 2 Aircons, 3 Kühlschränken komme ich selten in diese Region. Und wer eine Villa mit Pool besitzt und über 500 Einheiten auf dem Zähler hat, der wird die Erhöhung von 4,50 auf über 5 Baht schon verkraften. Deshalb ist diese Umstrukturierung eigentlich nicht verkehrt. Ich bin auch kein Fachmann für Solarenergie, allerdings sehe ich die Sonnentage hier im Lande und daher sollte jeder Hausbesitzer darüber nachdenken, sich eine Solaranlage aufs Dach zu setzen. Wenn dann noch zinsgünstige Kredite zu haben sind…

  2. Es stimmt natürlich nicht, dass der Villenbesitzer das gleiche zahlt wie die Familie in der Einliegerwohnung. Der zahlt das gleiche pro Einheit und was daran ungerecht sein soll erschließt sich mir nicht.
    Ansonsten ist der Verweis auf Solaranlagen richtig. Hier in den Tropen macht das wirklich Sinn. Das zentrale Problem hier sind exorbitant hohe Planungs- und Installationskosten, die geradezu absurd sind. Da sahnen wieder welche kräftig ab bzw versuchen es.
    Wer selbst installiert kann mit Amortisationszeiten von unter 4 Jahren rechnen!

  3. Spätestens jetzt sollte so ein Energieminister erkannt haben, dass nur selbst erzeugte Energie relativ sicher ist und bezahlbar bleibt. Ganz egal welche Weg man dazu wählt, die Investitionen werden trotzdem gewaltig sein. Wenn man nun das Geld mal wieder mit der Gießkanne verteilt wird es am Ende genau da fehlen. Dazu kommt, dass das System der nahezu allmächtigen PEA’s im Land jede Modernisierung und Fortschritt hemmen und verhindern. Allein darauf ausgerichtet die Pfründe für ein paar Mächtige zu sichern. Die gehören genauso ausgebremst wie die sogenannten „Adder“.
    Dass für Photovoltaikanlagen „exorbitant hohe Planungs- und Installationskosten, die geradezu absurd sind“ anfallen kann ich nicht bestätigen. Für unsere 5 kWh Anlage haben wir vor 5 Jahren 180.000 Baht bezahlt. Heute gibt es stärkere Anlagen für weniger. Teuer wird es erst wenn man diese mit Akkuspeicher verbindet. Wir haben einen Großteil des Hauses damit abgesichert und zahlen seitdem nichts mehr für Strom. Ob sich das wirtschaftlich rechnet, darüber könnte man diskutieren. Mir war wichtig, dass ich in Zeiten mit geringerem (Renten) Einkommen die Fixkosten auf ein Minimum drücke. Und so fahren wir auch elektrisch mit Auto und Motorroller zum Nulltarif. Kann also nicht so ganz verkehrt gewesen sein.

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