Thailands Tourismus gerät unter mehrfachen Druck

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BANGKOK, THAILAND – Thailands Tourismusbranche stand 2025 unter wachsendem Druck durch geopolitische Konflikte und bilaterale Spannungen, die sich direkt auf mehrere wichtige Quellmärkte auswirkten.

Konflikt zwischen Israel und Iran bremst Wachstum

Tourismus- und Sportminister Sorawong Thienthong berichtete, dass sich der Konflikt zwischen Israel und Iran seit dem 13. Juni 2025 zu direkten Kampfhandlungen ausgeweitet hatte. Dies habe in Ländern des Nahen Ostens und in westlichen Staaten Sorgen vor einem möglichen regionalen Krieg ausgelöst, der die globale wirtschaftliche Stabilität und damit auch Thailand beeinträchtigen könnte.

Die Abteilung für Analyse ausländischer Märkte beobachtete die Lage eng und erwartete deutliche Auswirkungen auf die Ankünfte israelischer Touristen. Besonders für die Zeit ab Ende Juni bis in das 3. Quartal 2025 wurde mit erheblichen Einbußen gerechnet, mit einem möglichen Rückgang von 29 % im dritten Quartal.

Die Tourism Authority of Thailand (TAT) legte eine erste Folgenabschätzung vor und arbeitete mit zwei Szenarien. Für Szenario 2, eine verlängerte Auseinandersetzung ohne ausgehandelten Waffenstillstand, wurde ebenfalls von einer Kontraktion im dritten Quartal ausgegangen.

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Wachstum bleibt dank starkem Jahresbeginn positiv

Trotz der erwarteten Rückgänge im 3. Quartal 2025 gingen die Behörden nicht davon aus, dass die jährliche Wachstumsrate bei israelischen Besuchern im Vergleich zu 2024 insgesamt sinken würde. Grund dafür war ein kräftiger Zuwachs von 76 % bei israelischen Touristen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025.

Nach Einschätzung der TAT würde die Krise vor allem den Wachstumsschwung abbremsen, ohne zu einem absoluten Minus gegenüber dem Vorjahr zu führen.

Iranische Touristen: Rückgang und Wegfall von Direktflügen

Die Zahl der iranischen Besucher blieb im gleichen Zeitraum vergleichsweise stabil, zeigte aber bereits einen leichten Rückgang. Von Januar bis Mai 2025 reisten 28.259 Iraner nach Thailand, nach 28.786 im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Im gesamten Jahr 2024 hatten 64.962 iranische Touristen das Königreich besucht.

Die iranische Fluggesellschaft Mahan Air bediente mit Direktverbindungen sowohl Bangkok als auch Phuket und bot insgesamt 6 wöchentliche Flüge an. Diese Direktflüge sollten jedoch im Juni 2025 eingestellt werden. Durch Luftraumsperrungen gingen damit nach offiziellen Angaben wöchentlich etwa 1.800 Sitzplätze verloren.

Historische Daten aus dem Jahr 2018, als die USA Sanktionen gegen Iran verhängten, zeigten einen sofortigen Einbruch iranischer Besucherzahlen in Thailand um 60 %. Unter Rückgriff auf diese Erfahrung rechneten die thailändischen Stellen damit, dass die Zahl der iranischen Touristen in der zweiten Jahreshälfte 2025 – von Juli bis Dezember – aufgrund des Kriegsrisikos und des Wegfalls der Direktflüge um bis zu 60 % sinken könnte.

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Belastete Beziehungen zu Kambodscha treffen Grenztourismus

Parallel zu den Entwicklungen im Nahen Osten geriet auch der Grenztourismus zu Kambodscha unter Druck. Seit Anpassungen der Öffnungszeiten an mehreren Grenzkontrollpunkten ab dem 7. Juni gingen die durchschnittlichen täglichen Touristenzahlen dort um 43 % gegenüber der Vorwoche zurück.

Die Inlandsnachfrage blieb demnach überwiegend stabil. Dennoch beobachteten das TAT-Regionalbüro Nordost und das TAT-Büro in Ho-Chi-Minh-Stadt die Lage an der Grenze und in der Region weiterhin genau.

Von Januar bis Mai 2025 reisten 197.658 Besucher aus Kambodscha nach Thailand, was einem Rückgang von 14 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024 entsprach.

Reisewarnung aus Phnom Penh verschärft Spannungen

Zusätzliche Belastung brachte eine offizielle Empfehlung aus Phnom Penh. Kambodschanische Medien berichteten, das kambodschanische Außenministerium habe am 22. Juni seine Staatsbürger aufgerufen, „auf nicht zwingend notwendige Reisen nach Thailand zu verzichten“ und „Vorsicht walten zu lassen“.

Als Begründung nannte das Ministerium laut den Berichten den angespannten Zustand der Beziehungen zwischen Kambodscha und Thailand. Die Warnung betraf damit unmittelbar den grenzüberschreitenden Reiseverkehr und erschwerte die Bemühungen, die Besucherzahlen aus dem Nachbarland zu stabilisieren.

Zusätzliche Belastung durch negative China-Berichte

Die thailändische Tourismusindustrie sah sich zugleich mit Problemen im wichtigen Markt China konfrontiert. Nach Angaben der Behörden führten in China verbreitete negative Medienberichte über Betrugs- und Scam-Operationen zu einem Rückgang chinesischer Besucher.

Damit ergab sich für Thailand ein komplexes Risikobild mit mehreren parallelen Belastungsfaktoren:

Konflikt zwischen Israel und Iran mit Auswirkungen auf die Märkte im Nahen Osten und im Westen

Möglicher Rückgang iranischer Touristen durch Kriegseinflüsse und eingestellte Direktflüge

Spannungen mit Kambodscha und reduzierte Grenzübertritte nach geänderten Öffnungszeiten

Negative Berichterstattung in China über Betrugsvorfälle, die das Reiseinteresse dämpfte

Die zuständigen Behörden setzten nach eigenen Angaben auf laufendes Monitoring und Szenarioanalysen, um die Auswirkungen auf den Tourismussektor zu begrenzen und die Jahresziele trotz der geopolitischen Unsicherheit möglichst zu erreichen.

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Quelle: KhaoSod English

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