NONTHABURI – Ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Food-Delivery-Rider und seine Ehefrau starben, hat eine ungewöhnliche und bewegende Online-Debatte ausgelöst. User fragen: Was tun, wenn ein Kurier auf der Tour stirbt und die Ware noch bei sich trägt?
Tödlicher Crash löst Diskussion in Rider-Gruppe aus
Der Unfall ereignete sich am Samstagabend gegen 18:15 Uhr in Muang Nonthaburi. Ein 10-tonniger Betonmischer kollidierte mit einem Motorrad.
Auf dem Motorrad saßen ein 33-jähriger Lieferfahrer aus Kanchanaburi und seine 37-jährige Ehefrau. Beide kamen noch an der Unfallstelle ums Leben.
Kurze Zeit später postete Facebook-Userin Kunkanoon Chayajinda in der „ShopeeFood Rider“-Gruppe eine brisante Frage, die viele Kollegen beschäftigt.
Die Frage, die alle Rider bewegt
Ihr Post ging viral: „Was ist das Beste, wenn ein Lieferfahrer während der Zustellung stirbt?“ Sollte die Ware sofort abgeholt werden, oder muss zuerst der Vorfall über die App gemeldet werden?
Die Userin drückte ihr Mitgefühl für die Familie des Paares aus und mahnte zur Vorsicht im Straßenverkehr. Die Antworten der Community waren vielfältig und emotional.
Ein Nutzer riet, in solchen Fällen die Abwicklung der Plattform zu überlassen. Andere berichteten von eigenen Beinahe-Unfällen.
So beschreibt der Laster-Fahrer den Unfallhergang
Der 55-jährige LKW-Fahrer Jomporn gab gegenüber der Polizei an, normal gefahren zu sein. Vor ihm hielt ein lokaler Bus an einer Haltestelle.
Das Motorrad sei hinter dem Bus gefahren. Als er den Bus überholen wollte, habe er das Motorrad nicht gesehen, das offenbar gleichzeitig ausscheren wollte.
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„Ich hörte nur einen lauten Aufprall an der linken hinteren Seite meines Fahrzeugs“, so Jomporn. Erst als er anhielt, sah er das zerstörte Motorrad und die Opfer.
Das sagen Experten zum Prozedere
Rechtlich betrachtet liegt die Verantwortung bei einem solchen tragischen Vorfall zunächst bei den Ermittlungsbehörden. Die Ware des Kunden wird zum Beweismittel.
Erst nach Freigabe durch die Polizei können die Logistik-Unternehmen wie Grab, Foodpanda oder ShopeeFood aktiv werden. Sie haben interne Notfallprotokolle.
In der Regel wird dann ein Ersatz-Rider entsandt oder die Bestellung storniert und dem Kunden rückerstattet. Die menschliche Tragödie steht jedoch im Vordergrund.
Ein System unter Druck
Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf die prekären Arbeitsbedingungen vieler Rider. Unter Zeit- und Leistungsdruck sind sie oft zu riskantem Fahrverhalten gezwungen.
Die Diskussion zeigt die Solidarität innerhalb der Rider-Community, aber auch die Ängste und unbeantworteten Fragen, die ihren Alltag begleiten.
Es ist nicht der erste tödliche Unfall eines Lieferanten, doch die Frage nach dem „Was danach?“ wurde selten so öffentlich und direkt gestellt.
Appell für mehr Sicherheit
Die traurige Bilanz des Abends: Zwei Menschen verloren ihr Leben, eine Familie wurde zerstört, und eine Lieferung blieb unvollendet.
Die Diskussion im Netz ist ein stilles Mahnmal für alle Rider. Sie erinnert daran, dass hinter jeder Bestellung ein Mensch steckt, der sicher nach Hause kommen möchte.
Die Polizei in Nonthaburi setzt ihre Ermittlungen zur genauen Unfallursache fort.
🗣 Mehr als nur eine Lieferung
Wenn ein Lieferfahrer stirbt, geht es plötzlich nicht mehr um Essen – sondern um Verantwortung, Würde und den Umgang mit Menschen, die täglich für ein paar Baht ihr Leben im Straßenverkehr riskieren. Die Online-Frage „Was passiert mit der Bestellung?“ trifft einen wunden Punkt: Haben wir vergessen, wer den Preis für unseren Komfort zahlt?




Mein Beileid für die Betroffenen.
Aber:
KEIN Verkehrsteilnehmer ist ‚zu riskantem Fahrverhalten gezwungen.‘
Er ist gezwungen, sich an die Verkehrsregeln zu halten!
Auch ich nehme die Zulieferer in Anspruch, aber erwarte in erster Linie, dass er sich und meine Lieferung sicher ans Ziel bringt, auch wenn ich 5 Min. länger warten muss.
Seien wir doch ehrlich, viele Lieferfahrer (und zuviele andere Fahrer) fahren wie die Henker. Jeden Tag!