PATTAYA, THAILAND – Am frühen Morgen des 7. März wurden am Pattaya Beach vier ausländische Touristen dabei beobachtet, wie sie in Unterwäsche ins Meer liefen. Der Vorfall löste lokale Diskussionen über öffentliche Verhaltensstandards aus und berührt das seit Jahren umstrittene Thema, welche Normen Pattaya von Besuchern erwartet.
Vorfall am alten Pier gegen 5 Uhr morgens
Nach Zeugenaussagen ereignete sich der Vorfall gegen 5.00 Uhr am 7. März nahe dem alten Pier an der Pattaya Beach Road. Die Gruppe bestand aus zwei Männern und zwei Frauen.
Der Motorrad-Taxifahrer Nattawut, der vor Ort war, schilderte gegenüber lokalen Medien, wie die Männer ihre Oberteile ablegten und die Frauen ihre äußere Kleidung auszogen, bevor die Gruppe ins Meer lief.
Passanten zeigten sich irritiert
Sowohl thailändische als auch ausländische Touristen blieben laut Zeugenberichten stehen und beobachteten das Geschehen. Der betroffene Strandabschnitt wird morgens üblicherweise von Joggern, Spaziergängern und Familien genutzt.
Polizei oder Ordnungsbehörden waren zum Zeitpunkt des Vorfalls nach vorliegenden Berichten nicht präsent. Ob Maßnahmen gegen die Beteiligten eingeleitet wurden, war zunächst nicht bekannt.
Pattaya ist kein FKK-Strand
Pattaya führt offiziell keinen Nackt- oder FKK-Strand. Das öffentliche Auftreten in Unterwäsche widerspricht den lokal geltenden Erwartungen an Anstand im öffentlichen Raum – auch wenn es keine explizit auf Badebekleidung zugeschnittene Strafvorschrift gibt.
Strände in Thailand sind geteilte öffentliche Orte, an denen unterschiedliche Kulturen, Familien und Kinder zusammentreffen. Vorfälle dieser Art werden von Anwohnern und lokalen Behörden regelmäßig als respektlos gegenüber der Gastgesellschaft gewertet.
Spannungsfeld zwischen Nachtleben und Familienimage
Pattaya arbeitet seit Jahren daran, sein Image zwischen internationalem Nachtleben und einem breiteren Tourismuspublikum auszubalancieren. Die Stadt investiert nach Angaben lokaler Beobachter in Festivals, Infrastruktur und Kampagnen, um das Reiseziel familienfreundlicher zu positionieren.
Vorfälle wie dieser konterkarieren solche Bemühungen und bestätigen Klischees, gegen die Stadtverantwortliche seit Jahren ankämpfen. Lokale Medien berichteten den Fall unter dem Gesichtspunkt, ob die Behörden klarere Regeln für Besucher durchsetzen müssen.
Forderungen nach mehr Kontrolle und sichtbaren Regeln
In der lokalen Debatte geht es weniger um eine Einzelperson als um die Frage, ob Pattaya klare, für Touristen verständliche Verhaltensregeln in mehreren Sprachen kommuniziert und deren Einhaltung durchsetzt.
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Mehr sichtbare Präsenz von Ordnungskräften entlang der Strandpromenade in den frühen Morgenstunden sowie mehrsprachige Hinweisschilder zu lokalen Normen werden von Anwohnern als mögliche Maßnahmen genannt, um ähnliche Situationen zu vermeiden.
Hintergrund: Verhaltensregeln für Touristen in Thailand
Thailand hat in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorfällen Schlagzeilen gemacht, in denen Touristen durch ihr Verhalten an öffentlichen Orten anstoßen erregten. Behörden in verschiedenen Regionen haben daraufhin Aufklärungskampagnen gestartet, die auf kulturelle Unterschiede und lokale Gepflogenheiten hinweisen.
In Pattaya selbst sind die Erwartungen an Touristen bisher weniger klar definiert und öffentlich kommuniziert als in kulturell sensibleren Destinationen wie Chiang Mai oder Tempelgebieten in Bangkok – ein Umstand, den Lokalpolitiker und Anwohner zunehmend kritisieren.



In einer Reddit-Diskussion vergangenen Sommer ging es um die Akzeptanz von oberkörperfreien Männern im öffentlichen Raum. Niemand hatte mir in dieser Diskussion geglaubt, dass ich im Isaan noch nie einen oberkörperfreien Mann in der Öffentlichkeit in der Stadt habe herumlaufen sehen (es war aber tatsächlich so). Es wurde in dieser Diskussion behauptet, dass das in New York zum Beispiel im Sommer etwas ganz Normales sei. Ich konnte es wiederum kaum glauben. In Deutschland wäre solch ein Auftreten in der Stadt ein No-go.
Selbst in westlichen Ländern scheint es also recht unterschiedliche Standards zur öffentlichen Kleiderordnung zu geben.