Touristen im Fokus: Neue Regeln geplant

Illegale Jobs und „unpassende Aktivitäten“: Wird der visafreie Aufenthalt jetzt gekürzt — und kommt obendrauf noch eine Touristen-Gebühr? 🚨

Touristen im Fokus: Neue Regeln geplant
Pattarapong Chatpattarasill, Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die Regierung überprüft Thailands visumfreie Einreise und erwägt, die derzeit möglichen 60 Tage zu verkürzen, um „qualitativ hochwertigen“ Tourismus stärker zu fördern. Zugleich sollen eine Tourismusgebühr sowie eine Reform des Ministeriums für Tourismus und Sport vorangetrieben werden.

Überprüfung der visumfreien Einreise

Die thailändische Regierung nimmt das Programm zur visumfreien Einreise für ausländische Besucher unter die Lupe, um die Regeln gezielter auf höherwertigen Tourismus auszurichten. Das sagte Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul.

Die Aussagen fielen am Samstag während einer gemeinsamen Parlamentssitzung, in der das Kabinett seine politische Erklärung abgab. Das Tourismus- und Sportministerium arbeitet dabei mit dem Außenministerium an einer ersten Studie.

Mehr als 90 Länder betroffen

Das Visumbefreiungsprogramm gilt laut Minister für Reisende aus mehr als 90 Ländern. Nach aktueller Regelung dürfen berechtigte Touristen bis zu 60 Tage in Thailand bleiben.

Die Regierung will die Ausgestaltung des Programms jedoch stärker an tatsächlichen Reisegewohnheiten ausrichten. Grundlage sind Daten, die vom zuständigen Visa-Politikkomitee gesammelt wurden.

Warum die 60 Tage auf dem Prüfstand stehen

Nach den vorliegenden Daten bleiben rund 90% der Besucher zwischen einem und 30 Tagen im Land. Weniger als 10% halten sich länger auf.

Aus Sicht des Ministers deutet das darauf hin, dass 60 Tage für die meisten touristischen Aufenthalte über dem Bedarf liegen. Deshalb gebe es eine klare Richtung, die Dauer zu überprüfen und möglicherweise zu reduzieren.

Alternativen für längere Aufenthalte

Wer länger bleiben möchte, könnte nach Angaben des Ministers auf andere Visa ausweichen. Genannt wurde insbesondere das Destination Thailand Visa (DTV).

Dieses Visum ermöglicht Aufenthalte von bis zu 180 Tagen. Damit soll es weiterhin legale Optionen für längere Aufenthalte geben, falls die visumfreie Zeit verkürzt wird.

Illegale Arbeit und „unangemessene Aktivitäten“ als Problem

Der Minister verwies darauf, dass längere visumfreie Aufenthalte unbeabsichtigte Folgen gehabt hätten. Dazu zählten Fälle, in denen Ausländer illegal arbeiten, mit lokalen Arbeitskräften konkurrieren oder „unangemessene Aktivitäten“ ausüben.

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Eine Verschärfung der Regeln solle helfen, dass vor allem „echte, qualitätsorientierte Touristen“ einreisen. Das passe zur Regierungsstrategie, im Tourismus stärker auf Wertschöpfung statt reine Besucherzahlen zu setzen.

Tourismusgebühr („Land entry fee“) soll kommen

Parallel bestätigte Surasak, dass die Regierung an Plänen für eine Tourismusgebühr festhält, die oft als „Land entry fee“ bezeichnet wird. Thailand sei mit solchen Abgaben nicht allein, viele Länder würden ähnliche Gebühren erheben.

Die Einnahmen sollen in einen Tourismusfonds fließen und die Sicherheit von Besuchern unterstützen, einschließlich Lebens- und Unfallversicherungsschutz. Zudem sind Investitionen in Infrastruktur wie Sehenswürdigkeiten, öffentliche Einrichtungen und Sicherheitssysteme sowie Unterstützung für stark frequentierte Gemeinden vorgesehen.

Reform des Ministeriums: Tourismus, Kultur und Sport neu geordnet

Separat skizzierte der Minister Pläne, das Ressort strukturell umzubauen. Demnach soll Tourismus stärker mit Kulturmanagement integriert werden.

Der Sportbereich soll hingegen als eigenständiges Ministerium ausgegliedert werden. Das solle die Athletenförderung fokussieren und zugleich sicherstellen, dass Sportinvestitionen einen klaren wirtschaftlichen Nutzen bringen.

Deine Meinung

Sollte Thailand die visumfreie Aufenthaltsdauer von 60 Tagen tatsächlich verkürzen, um Missbrauch zu reduzieren – oder würde das vor allem Langzeiturlauber und digitale Nomaden abschrecken? Schreib uns deine Einschätzung in die Kommentare.

Wie stehst du außerdem zur geplanten Tourismusgebühr: sinnvoll für Sicherheit und Infrastruktur oder eine zusätzliche Hürde für Reisende? Diskutiere mit der Community unten mit.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

6 Kommentare zu „Touristen im Fokus: Neue Regeln geplant

  1. Wie schon an anderer Stelle bemerkt, wird sich Thailand als die führende Touristendestination in SOA mit Umsetzung der Pläne selber aus dem Rennen nehmen. Wenn man das so will, ist das durchaus ok. Bin ja schon gespannt wann dann die Touristenindustrie aufheult und jammert und der Haushalt des Landes völlig aus den Fugen gerät. Aber das dicke Ende, zumindest für ausländische Residenten, wird ja erst noch kommen. Die Reformideen zum Visa- und Aufenthaltsrecht sind bekanntlich erst für Ende August vorgesehen.

  2. Ganau wie Oskar sagt! Im übrigen kenne ich kein Land in SOA das eine Turismusgebühr verlangt und ich war in den letzten 40 Jahren in allen als Langzeit Traveller unterwegs.In Thailand zahlt man eh schon immer viel mehr für Eintritte als die Einheimischen und dafür darf man dann bei Wasserfällen etz.durch den Müll der ganzen Verkäufer stampfen. In Vietnam oder Malaisia zum Beispiel zahlt man für kaum einen Tempel oder Wasserfall irgend etwas und für Mekong Fähren Seilbahnen usw.kriegt man ab 60ig sogar 30% Rabatt.Thailand muss sich die nächsten Jahre war anziehen sonst sind sie unten durch.

  3. Wie wärs wenn niemand mehr nach Thailand einreist sondern gleich nach Vietnam od.Malaysia weiterreist??
    Qualitästtourismus indem auf 30 Tage gekürzt wird?
    555

  4. Thailand ist ein sehr schönes, gastfreundliches und auch tolerantes Land, für viele der Traum von Urlaub oder sogar Lebensabend.
    Wir reisen seit mehr als 20 Jahren, so oft es uns möglich nach Thailand und seit wir nicht mehr arbeiten müssen bleiben wir bei jeder Reise immer die berühmten 56 Tage der deutschen Auslandsreiseversicherung.
    Thailand hat über Jahrzehnte Erfahrungen mit „Tourismus“ gesammelt und wird wohl selbst entscheiden können was gut für Thailand ist was nicht ganz so gut.
    Die Steintischdiplomaten wissen es natürlich wieder einmal besser, wen wunderts.
    Wer nach Ägypten einreisen möchte, wird am Flughafen schon mal mindestens 25 bzw. 30 Dollar los. Abhängig davon ob er sich traut das Visa bei einem Bankschalter zu kaufen oder doch lieber von einem Mitarbeiter des Reiseveranstalters. Darüber regt sich niemand auf, es ist eben so. Warum geht das nicht auch in Thailand, wie viele kommen ohne Reisekrankenversicherung und liegen dann in einem thailändischen Krankenhaus nachdem sie Unfälle erlitten haben. Ich verstehe die Aufregung nicht, dies würde ja die Expats in keinster Weise betreffen, haben sie ja eine Krankenversicherung in Thailand.
    Inzwischen ist es ja auch an vielen Orten auffällig, das „Gäste“ aus bestimmten Ländern immer wieder auffallen, weil sie nicht Willens sind sich an Regeln und Gesetze zu halten.
    Das das Thailand nicht ewig ertragen kann, sollte wohl auch jedem klar ein.

  5. Es wäre schade auf 30 Tage zurück zu gehen.
    Es stimmt schon, die wenigsten bleiben über 30 Tage. Wer hat denn so lange Urlaub außer die Rentner.
    Wie wäre es , für Rentner , die 60 Tage zu lassen?
    Wenn die 30 Tage kommen, würde das bedeuten, das man dann um 30 Tage verlängern könnte und das war’s dann?

  6. Wenn man unbedingt auf Qualitäts Touristen setzt, sollten andere Dinge wie Müll Vermeidung, anständige Gehwege und vieles mehr oberste Priorität haben!! Da hilft eine Visa Kürzung eher wenig!! Aber wer versteht schon die Thai Logik????

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