Touristensteuer kommt zurück – Krise spitzt sich zu

Kommt jetzt eine Touristen-Abgabe mit automatischer Versicherung bei Einreise – und warum scheiterte der Plan zuletzt an den Airlines? ✈️

Touristensteuer kommt zurück – Krise spitzt sich zu
ThaiRath, ThaiExaminer

BANGKOK, THAILAND – Thailands Tourismusminister Surasak Phanjaroenworakul will erneut eine Abgabe für ausländische Touristen einführen – diesmal gekoppelt an eine automatische Versicherung. Gleichzeitig räumt die Regierung ein, dass die Einnahmen aus dem Auslandstourismus frühestens in vier Jahren wieder das Niveau von 2019 erreichen könnten.

Neuer Anlauf für die Touristenabgabe

Thailand hat seit 2023 bereits den sechsten Minister für Tourismus und Sport – und auch der aktuelle Amtsinhaber kündigt wieder eine Abgabe für ausländische Ankünfte an.

Die Maßnahme wird seit Jahren in wechselnden Varianten diskutiert, ist aber bislang nie umgesetzt worden.

Abgabe soll automatische Versicherung enthalten

Surasak erklärte, die geplante Abgabe werde eine automatische Versicherung für ausländische Touristen beinhalten.

Damit unterscheidet sich der Ansatz von jüngsten Berichten, wonach eine Versicherung generell verpflichtend für alle Besucher oder bereits bei Visaanträgen vorgeschrieben werden könnte.

Warum die Abgabe bisher scheiterte

Ähnliche Pläne kursieren laut Berichten mindestens seit 2015, also seit über einem Jahrzehnt, ohne dass es zur Einführung kam.

Am nächsten an der Umsetzung war das Vorhaben in der Spätphase der Regierung von General Prayut Chan-o-cha, scheiterte jedoch, als Fluggesellschaften sich weigerten, die Gebühr einzuziehen.

Vier Jahre bis zur Erholung – und ein Dämpfer für 2026

Der Minister sagte am Montag, es werde mindestens vier Jahre dauern, bis die Einnahmen aus dem Auslandstourismus wieder das Niveau von 2019 erreichen.

Hintergrund sind schwächere Aussichten: Prognosen zufolge sollen die Zahlen im zweiten Quartal 2026 um 9,4% unter denen von 2025 liegen.

Strategiewechsel: Weg von Masse, hin zu Einnahmen

Premierminister Anutin Charnvirakul erklärte im Parlament, die Regierung werde nicht länger auf möglichst hohe Besucherzahlen setzen.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Stattdessen solle die Strategie stärker auf Einnahmen ausgerichtet werden, nachdem Thailand zuvor lange auf Wachstum bei den Ankünften fokussiert war.

Prognosen: 30 Millionen Ankünfte – unter dem Vorkrisenniveau

Für 2026 werden insgesamt rund 30 Millionen Ankünfte erwartet, was 9,4% unter den 33 Millionen von 2019 liegt.

Einige Analysten halten sogar nur 28 Millionen für möglich, was einem Rückgang von etwa 15% entsprechen würde.

Marktverschiebungen und teurere Reisebedingungen

Während die Regierung „High-Value“-Tourismus betont, zeigen die Trends laut Bericht eine starke Abhängigkeit von Kurzstreckenmärkten, insbesondere China und Malaysia.

Gleichzeitig sind Ankünfte aus dem Nahen Osten um über 33% gefallen, und Langstreckenreisen aus Europa haben nachgelassen – unter anderem wegen des Nahost-Konflikts, steigender Ölpreise und höherer Flugkosten.

Mehr Kosten, weniger Flüge – und wachsende Kritik vor Ort

Aus mehreren Märkten sind die Flugvolumina um mehr als 10% zurückgegangen, was auf sinkende Nachfrage und höhere Betriebskosten hindeutet.

Zusätzlich wird Thailand als Reiseziel teurer: Die Flughafengebühren sollen im Mai um 53% auf 430 Baht pro Reisendem steigen, während in sozialen Medien zugleich der Unmut über Fehlverhalten einzelner Touristen – etwa in Phuket – sichtbarer wird.

Unfälle, Behandlungskosten und der Ruf nach Absicherung

Immer wieder verbreiten sich Berichte über Unfälle und Todesfälle von Touristen, die auch finanzielle Probleme der Familien sichtbar machen.

Hohe Behandlungskosten und teure Rückführungen sorgen dabei regelmäßig für Aufmerksamkeit in lokalen und internationalen Medien – ein Kontext, in dem die geplante Versicherungs-Komponente politisch an Bedeutung gewinnt.

Visa-Regeln im Wandel erschweren Planung

Die Visapolitik blieb in den vergangenen Jahren in Bewegung und wurde wiederholt geändert.

Ein offenerer Kurs unter Ex-Premier Srettha Thavisin werde nun wieder zurückgedreht, was laut Bericht Unsicherheit für Reisende und die Branche schafft.

Deine Meinung

Sollte Thailand eine Touristenabgabe einführen, wenn dafür automatisch eine Versicherung greift – oder schreckt das am Ende eher Besucher ab?

Wie siehst du den Strategiewechsel weg von „Masse“ hin zu „Einnahmen“: sinnvoller Kurs oder Risiko für Hotels, Restaurants und lokale Jobs? Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thai Examiner

9 Kommentare zu „Touristensteuer kommt zurück – Krise spitzt sich zu

  1. Ist doch ganz einfach. Wenn man weniger Kühe zum melken hat, müssen die Verbliebenen eben einfach mehr Milch geben. Das kann man der Kuh ganz einfach kommunizieren und die bemüht sich dann bei gleichem Futtereinsatz eben mehr Milch zu produzieren. Ist doch so, oder? Der Vorteil ist ja, dass man dann sehr viel weniger Aufwand hat und nicht mehr so viele Mitarbeiter zum melken benötigt. Aber das macht ja nichts, denn eine florierende Exportwirtschaft braucht viele Lohnsklaven, die zwar keine Ahnung haben was sie da machen sollen, aber das ist ja nur ein individuelles Problem das den Staat wenig bis nichts angeht.

    1. Diese Methode scheint im Land des Lächelns gang und gäbe zu sein!
      Wenn weniger bis gar keine Gäste mehr die Bars oder Restarants besuchen, wird nicht nach dem Grund gefragt, sondern die Preise erhöht. So wie es aussieht, hat der Herr Tourismusdirektor gleiches im Sinn. Schuss ins eigene Knie!!

  2. wenn weniger Touristen kommen, werden halt nach thailändischem Verständnis von Angebot und Nachfrage die Preise erhöht. Das die mehr tun müssten für Sicherheit , Infrastruktur , Umweltschutz und Sauberkeit, um das Land attraktiv zu machen, verstehen sie nicht oder akzeptieren sie nicht. Sonne und Meer alleine reichen halt nicht aus!

  3. Die vorgesehene Versicherung kann durch die Gebühr aber nur das mindeste abdecken
    und reicht bestimmt nicht für schwere Fälle. Unabhängig von den Versicherungsbedingungen vermittelt sie daher ein Gefühl der Sicherheit, die aber nicht wirklich besteht und eine Auslandskrankenversicherung nicht ersetzen kann.

  4. Ja gerade für uns Europäer wird nicht sehr viel getan, wir arbeiten das ganze hart für unsere 2 bis 3 Wochen Ferien und möchten dann nicht wie Milchkühe (sorry, aber der Begriff gefällt mir als Schweizer halt sehr) ausgenommen werden und wir möchten auch nicht unsere grössten Probleme in Europe (Facharbeiten aus Arabien und Afrika) im Hotel, am Strand oder auf den Strassen antreffen, da können wir ja gleich nach Spanien, Frankreich, Italien oder Dubai in den Ferien gehen. Ich denke dadurch werden halt Kambodscha, Laos und Vietnam zu richtigen Konkurrenten für Thailand und dieses Geld fehlt dann in Thailand, auch wenn das viele nicht gerne hören, wir wollen uns in den Ferien erholen und nicht unsere Problem vom Liegestuhl aus beobachten und Thailand sollte nicht vergessen, so ängstlich wir Europäer sind, wir sagen normalerweise nicht was uns wirklich stört, wir jammern einfach ein bisschen und kommen einfach nicht mehr, unser Geld wird ja schliesslich überall gerne genommen.

  5. Nicht alle Reisenden, die nach Thailand kommen, sind Touristen. Da gibt es Geschäfts- oder Dienstreisende, Expats, Diplomaten, ect.
    Wie in Thailand üblich, werden vermutlich alle Nicht-Thais über einen Kamm geschoren werden.
    Hier sollte der WB gründlicher recherchieren, wen eine eventuelle Einreisegebühr tatsächlich trifft.

    1. Vielen Dank für Ihren wichtigen Hinweis — Sie sprechen einen wunden Punkt an, den wir gerne aufgreifen.
      Sie haben vollkommen recht: Die geplante Abgabe heißt zwar offiziell „Tourismusgebühr“ (Thai: Kha Yeap Pan Din – „Betreten des thailändischen Bodens“), betrifft aber nach aktuellem Planungsstand alle ausländischen Reisenden, unabhängig davon, ob sie per Flugzeug, auf dem Land- oder Seeweg einreisen.
      Was Ausnahmen betrifft, bleibt die Lage tatsächlich unübersichtlich: Ausnahmen sind für bestimmte Gruppen geplant — darunter möglicherweise Personen mit Arbeitserlaubnis oder Langzeitvisa sowie Diplomaten. Die Behörden haben jedoch noch keine konkreten Details veröffentlicht, welche Gruppen genau befreit werden. Was also mit Geschäftsreisenden, Dienstreisenden oder Expats mit gültigem Non-Immigrant Visa passiert, ist schlicht noch nicht geregelt.
      Solange Bangkok keine vollständige Ausnahmeliste vorlegt, lässt sich Ihre berechtigte Frage nicht abschließend beantworten. Sobald offizielle Details vorliegen, werden wir gesondert darüber berichten.

  6. Da hat der Tourismusminister von wirtschaftlichen Zusammenhängen wohl weniger Ahnung als ich. Das will was heißen (lol). Einer der dafür zuständig ist das mehr kommen und Geld bringen, nimmt es lieber in Kauf das weniger kommen und dafür mehr zahlen. Ob das keine Null-Nummer wird? Und diese automatische Versicherung. Wie soll das laufen? Bekommt man eine Quittung die man im Krankenhaus dann vorzeigen kann? Spielen da alle Krankenhäuser mit? Die Privaten wohl eher nicht. Die Expats die wieder einreisen, sind die davon befreit, und wenn NEIN, bekommen sie dann auch eine Behandlung auf Gutschein? Dazu hört man bei dem Vorschlag wie üblich nichts. Man hört nur „haben wollen.“

  7. Thailand ist einfach kein Premium-Reiseziel und das ist auch gut so. Viele einfache Jobs wie Garküchen, Taxis usw. hängen an den Ausgaben der Durchschnittstouristen und deren Massen. Auch ein Gast, der mehr für die Reise zahlt, geht nicht öfter essen oder fährt Taxi. Mehr Einnahmen, heißt in dem Fall auch weniger Einnahmen bei vielen kleinen Geschäften.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Antworte auf den Kommentar von Jürg Sorg Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert